Eine neue Perspektive

Die Schule und das Leben besser in den Griff bekommen?

Die Schule und das Leben besser in den Griff bekommen? (Foto©DanielFuhr-Fotolia.com)

Letzten Freitag habe ich C., eine alte Schulfreundin, getroffen. Wir haben uns viele Jahre nicht gesehen. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet halbtags als Ärztin in der Psychiatrie.

Ich erzählte ihr von den Schulproblemen meines Sohnes, der jetzt 16 Jahre alt ist. Von seiner Odyssee von der Hauptschule in München zur hiesigen Hauptschule auf dem Land, über die hiesige Realschule wieder zurück zur Hauptschule, ins Internat und wieder zur Hauptschule hier. Von den Jahren, in welchen Schule und Hausaufgaben ein ewiger Streitpunkt waren. Davon, dass auf allen Schulen alle Lehrer einstimmig das Lied sangen: „Er könnte, wenn er wollte …“
Und dass unser Verhältnis in der letzten Zeit besser geworden ist. Dass er sich irgendwie mit sich selbst und mit mir arrangiert hat und ich mich mit ihm und mit mir.

C. fragte, woran diese Schulprobleme usw. lägen.

Ich erzählte ihr von meinen Theorien: der fehlende Vater, die Medienüberflutung und falsche Vorbilder, die Gene, die ersten Schuljahre, der Hort, meine Zerrissenheit zwischen Beruf und Kind.

„Bist Du sicher, dass es da nicht noch eine weitere Ursache gibt? Die eigentliche Ursache?“

fragte C.
Denn, sagte sie, sie habe ganz ähnliche Schulprobleme auch mit ihrem Sohn gehabt, der jetzt neun Jahre alt ist.

Sie erzählte mir von ihrem täglichen Kampf um die Hausaufgaben, den ich nur zu gut kannte. Von der Unfähigkeit ihres Sohnes, strukturiert arbeiten zu können, und überhaupt strukturiert im Alltag handeln zu können, nach dem Muster: ich nehme mir etwas vor und führe das dann aus. Außer es handelte sich um etwas, für was er sich brennend interessierte. Dann ging es. Die Schule (und vieles mehr) war das allerdings nicht. Sie erzählte von ihren Selbstzweifeln, wie sie ihre Erziehung in Frage stellte und die Nerven immer blanker wurden. Auch das kenne ich nur zu gut. Auch die Psychodynamik, der Teufelskreis, in dem man sich dann bewegt, wenn das Kind nicht so kann oder will, wie es sollte und könnte, und wenn man um des Kindes Wohl darum kämpfen muss, dass es das lernt, wie schlimm die Streits sind, und wie immer mehr vom Selbstbewusstsein des Kindes und der Mutter verloren geht und das Verhältnis immer schlechter wird.

Dann, sagte sie, sei sie auf das Thema „ADS“ aufmerksam geworden und habe darüber in Büchern und im Internet gelesen. Sie erklärte mir, dass es Kinder mit ADHS gibt, – das sind hyperaktive Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom und Kinder mit ADS – das sind Kinder, die nicht hyperaktiv sind, aber auch ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom haben.

Sie ging zu einem Spezialisten, der ihrem Sohn die Diagnose ADS bescheinigte. Und das einzige, was die Probleme ihres Sohnes sofort und mit einem Schlag zu 100% löste war – Methylphenidat: Ritalin & Co. Alle erzieherisch-psychologischen Bemühungen, die bei ADS empfohlen werden, waren dagegen wirkungslos. Das Medikament habe die quälenden Probleme mit der Schule und verwandten Dingen, und das dadurch entstandene schlechte Verhältnis zwischen entnervtem Sohn und entnervten Eltern nach allerkürzester Zeit in Nichts aufgelöst. In Nichts! Ihrem Sohn gehe es blendend. Ihr Leben habe sich wieder normalisiert.

Die Symptome, über die auch viel im Internet steht, passen sehr gut auf meinen Sohn und unsere Geschichte. Ich habe die Sache mit ihm besprochen. Er zeigt sich interessiert und experimentierfreudig. Nächste Woche gehen wir zur Hausärztin, um ihm Ritalin verschreiben zu lassen. Die monatelange Ärzte-Odysee mit psychologischen Tests usw. werde ich ihm und mir ersparen. C. meinte, dass man die Wirkung sehr schnell merkt, wenn ein ADS vorhanden ist. Man muss mit der Dosierung ein wenig herumprobieren. Wenn kein ADS vorhanden ist, wirkt es nicht (oder nicht so, dass es hilfreich ist) – dann setzt man es eben wieder ab.

Sollte sich der Verdacht bestätigen und ihm das Medikament deutlich helfen, steht uns in den nächsten Wochen so eine Art private Weltrevolution bevor. Nach so vielen Jahren??!!

40 Antworten to “Eine neue Perspektive”

  1. Alrik Says:

    Na Ja, ob Drogen die Lösung sind ?

    „Ich nehme mir etwas vor und führe das dann aus. Außer es handelte sich um etwas, für was er sich brennend interessierte. Dann ging es. Die Schule (und vieles mehr) war das allerdings nicht. “
    NaJa, solche Problösungstrategien von dem was einen brennend Interessiert auf langweilige Tätigkeiten zu übertragen ist das was das Erwachsenwerden ausmacht.
    Und wenn man’s nur aus faulheit macht, um die ungeliebte Tätigkeit schnell zu erledigen 😉

  2. alleinerziehende Says:

    Berechtigter Einwand, das dachte ich auch. Vielleicht gibt es da aber von Mensch zu Mensch verschiedene Reizschwellen, um überhaupt von Plan A nach Ausführung B zu kommen. Bei ADSlern soll diese Schwelle höher bis viel höher sein. Lt. Forschung hängt das mit der Regulation des Botenstoffs Dopamin im Gehirn zusammen, und mit genetischen und mit (von Dir angesprochenen) psycho-sozialen Faktoren. Wir haben uns ja bisher immer nur auf letztere konzentriert.
    Wir probieren es aus und werden es dann ja sehen.

  3. Alrik Says:

    NaJa, die letzten 6000 Jahre ist die Menscheit mit der individuellen Regulation von Dopamin im Gehirn zurecht gekommen. 😉

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen Medikamente, nicht mal gegen Substanzen die sich auf die Psyche auswirken…
    …aber ich bin immer skeptisch wenn man sie als einfachen Ausweg sieht und eventuell auf Dauer nimmt.

  4. alleinerziehende Says:

    Zu dem 6000-Jahre Argument stimme ich Dir völlig zu.

    Allerdings hat sich in den letzten 6000 Jahren zwar nicht die unterschiedliche Rezeption von Dopamin in den Menschenköpfen verändert, aber die Umwelt. Womit wir wieder beim Thema dieses Blogs sind … 😉 Familie, Werte, Medien …

    Bevor ich mich näher mit ADS und der heutigen Umwelt auseinandersestze, warte ich erstmal ab, bis wir das ausprobieren. Bisher war ADS nicht auf meinem Radarschirm, das ist ja jetzt neu. Die philosophische Auseinandersetzung damit kommt später, und wahrscheinlich nur, wenn das Thema für uns ein Thema bleibt.

    Übrigens, ich glaube Du täuschst Dich, wenn Du behauptest, Ritalin sei der „einfache Ausweg“. Wenn Du es nicht schaffst, Deine Migräneanfälle mit Meditation, anderer Ernährung usw. in den Griff zu kriegen, zusätzlich Deinen Job deshalb durch häufiges, krankeitsbedingtes Fehlen gefährdest, und dann Medikamente dagegen nimmst, würdest Du das ja auch nicht als „einfachen Ausweg“ bezeichnen.

  5. Alrik Says:

    wenn ich die Medikamente dauerhaft nehme um nichts an den Lebensumständen ändere die mich krank machen zu müssen sehe ich sie schon als einfachen Ausweg.

    Die Betonung liegt auf dauerhaft. 😉

  6. Alrik Says:

    arrg, nix mit editieren 😉

  7. Alrik Says:

    muss natürlich lauten:

    wenn ich die Medikamente dauerhaft nehme um nichts an den Lebensumständen die mich krank machen ändern zu müssen sehe ich sie schon als einfachen Ausweg.

    Die Betonung liegt auf dauerhaft. 😉

  8. Die Stimme aus dem Off Says:

    Ich habe so einen Fall in der Familie:

    Es hilft wirklich nichts außer Methylphenidat. Die Retard-Präparate scheinen aber besser zu sein als die anderen.

    Gut scheint auch eine hohe Tageslichtdosis zu wirken. Leider hat Sonnenlicht 100.000 Lux, das erreicht man nicht einmal mit den besten Tageslichtlampen, die liegen leider „nur“ bei ca. 25.000 Lux und sind unerschwinglich (mehrere tausend Euro). Sog. „Naturlichtlampen“ haben nur ca. 5.000 Lux.

    Mit und ohne Pille sind in der Tat zwei verschiedene Welten. Der Wirkstoff ist derzeit nicht zu ersetzen, alles andere ist Quatsch.

  9. stefanolix Says:

    Sonnenlicht, Bewegung, Sport, Ernährungsumstellung … mir scheint, dass es sehr viele Alternativen gibt. Wir haben trotz großer Unruhe bei beiden Kindern nie an solche (legalen) Drogen gedacht.

  10. alleinerziehende Says:

    @ stefanolix und Alrik:

    Ich habe jetzt über AD(H)S, Ritalin & Co im Internet viel gelesen, auch viele Diskussionen, und das Muster ist bei diesen immer das gleiche. Wie ein Naturgesetz stellt es sich auch hier in meinem Blog ein:
    Verzweiflung und gesunder Menschenverstand trifft Ignoranz.

  11. Die Stimme aus dem Off Says:

    Es gibt zurzeit keine Alternativen. Die Vorgänge im Gehirn eines ADS-Kindes lassen sich mit einem MRT darstellen.

    Das sind rein biochemische Vorgänge.

    Bei den in Deutschland überlichweise verschriebenen Dosen würde ich mir auch überhaupt keine Gedanken machen. Die Amis verschreiben mehr als doppelt so viel und noch zusätzlich andere Medis dazu und bei denen klappt es auch.

    Man bekommt ein Kind durch Bewegung und Ernährungsumstellung vielleicht ruhig, aber deswegen steigert man noch lange nicht seine Aufmerksamkeit.

  12. Alrik Says:

    Um mal ignorant zu sein:
    Alle Vorgänge im Gehirn sind rein biochemische Vorgänge.

    Zum Glück lassen sich diese Vorgänge beeinflussen.
    Medikamente sind dazu in der Lage, aber jeder Mensch erlernt im Verlaufe seines Lebens Techniken um sich zu konzentrieren, zu motivieren oder auch zu kontrollieren.

  13. Die Stimme aus dem Off Says:

    Zum Glück lassen sich diese Vorgänge beeinflussen.
    Medikamente sind dazu in der Lage, aber jeder Mensch erlernt im Verlaufe seines Lebens Techniken um sich zu konzentrieren, zu motivieren oder auch zu kontrollieren.

    Ja, aber nicht durch Konzentration.

    Dir wächst durch Konzentration auch kein Bein nach.

  14. stefanolix Says:

    Verzweiflung und gesunder Menschenverstand scheinen mir jetzt nicht die überzeugendste Kombination zu sein. Wie man vielleicht aus meinem anderen Beitrag entnehmen konnte, bin ich seit knapp 20 Jahren Elternteil — mit allen Sorgen und Problemen, die das nun mal mit sich bringt.

    Und in dieser Zeit wurde natürlich auch intensiv über Medikamente diskutiert. Im Verwandten- und Bekanntenkreis gibt es kompetente Leute, mit denen wir viele Stunden lang darüber diskutiert haben. Ich meine, dass »Ignoranz« meine Meinung nicht wirklich korrekt wiedergibt;-)

    Ich glaube mich erinnern, dass eine hochkompetente Bloggerin (Ärztin, zwei Kinder) über die Abgabe solcher Medikamente an Kinder auch geschrieben hat. Leider hat sie die Blogplattform gewechselt und ich müsste sie fragen, wo der Artikel noch zu finden ist. Aber vielleicht wäre das ein Punkt, an dem sich das Diskutieren doch noch lohnen würde.

    Für mich stellen sich immer folgende Fragen: Was macht man, wenn die Dosis nicht reicht, um die gewünschte Wirkung zu erreichen? Was macht man, wenn sich Nebenwirkungen zeigen? Was macht man, wenn sich das Problem verschärft?

    Wenn ich mir diese Fragen für mich selbst beantworte, würde ich meinen Kindern keine Psychopharmaka geben und selbst auch keine nehmen.

  15. stefanolix Says:

    Da hat der Fehlerteufel zugeschlagen: der dritte Absatz sollte mit »Ich glaube mich zu erinnern« beginnen.

  16. Alrik Says:

    Ach, ihm fehlt ein Bein ?

    um mal bei den hinkenden Vergleich zu bleiben:
    Wer immer auf Krücken läuft wird nie ohne gehen können. 😉

    Um stefanolixs Frage mal zu erweitern:
    Was ist, wenn die Droge so gut wirkt, das man nie wieder drauf verzichten will ?

  17. Die Stimme aus dem Off Says:

    Wenn die Dosis nicht reicht, dann erhöht man sie. Wenn die Medis nicht vertragen werden, dann setzt man sie ab.

  18. Die Stimme aus dem Off Says:

    Um stefanolixs Frage mal zu erweitern:
    Was ist, wenn die Droge so gut wirkt, das man nie wieder drauf verzichten will ?

    Er wäre der erste ADS-Betroffene, dem das so gehen würde.

    ADS ist ein Symptom. Insbesondere erwachsene Patienten, die erst sehr spät das Medikament einnehmen, „gönnen“ sich sehr oft einen Tag ohne Pillen. Dann erst haben sie das Gefühl endlich nicht mehr so verkrüppelt zu sein wie die anderen, die nicht so schnell reagieren können wie sie. Die alles sehr langsam machen und sich mit jedem irrelevanten Detail unnötig lange aufhalten.

    Männer empfinden wieder Sexualität wie ein wilder Büffel und Frauen sind leidenschaftlicher.

    ADSler fühlen sich „gesunden“ Menschen haushoch überlegen und sie sind es sehr oft auch. Ihr IQ ist höher als der Durchschnitt, ihre Kreativität enorm. Ihre Energie scheinbar grenzenlos, ihr Schmerzempfinden verändert. Zahnschmerzen empfinden sie stärker, Schmerzen in den Gliedern weniger als „gesunde“ Menschen.

    Sie sind zwar chronisch unhöflich (für Höflichkeit fehlt die Zeit), aber sie haben dafür auch nur sehr selten Angst. Sie kennen keine Lebensängste.

    ADSler nehmen die Tabletten, weil sie sie nehmen müssen, um in der Gesellschaft zu bestehen. Sie nicht zu nehmen, ist für sie ein Luxus.

    Das hat mit den Drogen, die man nimmt um sich abzuschießen, nichts zu tun.

  19. Ariane Says:

    Bin was Ritalin angeht eher skeptisch. Lieber würde ich einem Kind erlauben auf dem Balkon ein paar Hanfpflänzchen zu züchten, statt es mit Ritalin vollzustopfen. Aber jedem das seine.

  20. Die Stimme aus dem Off Says:

    Daran sieht man sehr gut, wie irrational die Ritalin-Kritik so ist: Methylphenidat hat, sofern es ärztlich überwacht wird und nur in den verordneten Dosen genommen wird, so gut wie keine negativen Nebenwirkungen.

    Langzeitschäden gibt es nicht, jedenfalls nicht bei ordnungsgemäßer Einnahme.

    Gras hat dagegen eine ganze Menge richtig böser Nebenwirkungen: Wegen seiner halluzinogenen Wirkung beeinträchtig es das Lernvermögen, es schädigt den Frontalhirnbereich. Daher nimmt die Fähigkeit Gefühle zu empfinden von Cannabiskonsumenten stetig ab. Sie vereinsamen dadurch.

    Methylphenidat ist streng genommen nicht mal ein Psychopharmaka. Was kaum jemand weiss ist nämlich, dass die Rezeptoren, die das Methylphenidat aufnehmen, in allen Organen vorhanden sind. Das Zeug wird sogar vom Magen aufgenommen und wirkt dort.

    Jedes herkömmliche Antibiotikum – wie z.B. Amoxicillin – hat wesentllich mehr negative Wirkungen und ist schon wegen seiner hohen Rate an Allergikern (1 von 7.000) sehr, sehr – ja sogar wahnsinnig – viel gefährlicher als Ritalin und Co. es sind. Das gilt sogar unter der Prämisse, dass man Antibiotikum wirklich nur im Notfall nimmt, also vielleicht 30 Mal im Leben.

  21. alleinerziehende Says:

    Vorhin konnte ich das Medikament von der Apotheke holen: 50 Stck. Tabletten à 10 mg Methylphenidat von Hexal, der Trägerstoff ist Maisstärke, ich hoffe, die Wirkung ist gleich wie bei Ritalin, wo der Trägerstoff Weizenstärke ist. Habe im www gelesen, dass es Kinder gibt, die, obwohl Wirkstoff und Dosierung gleich sind, je nach Trägerstoff unterschiedlich reagieren (wirkt/wirkt nicht).

    Ich denke, wir werden mal mit 10 mg anfangen, weil mein Sohn ja schon 16 ist (bei kleineren Kindern fängt man mit 5 mg an), so hat es auch die Ärztin gesagt. An den Wirkungen werden wir dann erkennen, ob es passt oder nicht, ansonsten werden wir die Dosierung langsam erhöhen. Wenn der Schuss nach hinten los geht, setzen wir das Medikament ab.

    @ Ariane
    ein Freund von mir hat viele Jahre täglich Cannabis geraucht und definitiv damit seinem Gedächtnis ziemlich geschadet, das sagt er auch selbst.
    Google mal nach „Ritalin Scientology“.

    Aber aus zwei Gründen kann ich Dein Misstrauen verstehen. Erstens stellt sich die Frage, wenn so viele Kinder Ritalin brauchen: wieso war das früher nicht und ist der Mensch irgendwie ‚falsch‘ geboren?
    Und zweitens habe ich früher auch sehr ähnlich wie Du gedacht. Ich wollte z.B. unbedingt eine „natürliche Geburt“ und sogar eine Hausgeburt machen. Habe Bücher darüber gelesen. Möglichst viel Natur und bloß nicht den ganzen bösen Pharmakonzern-Kram! Ich habe dann keine Hausgeburt gemacht, weil mein Kind nicht pünktlich kam, sondern 12 Tage nach errechnetem Termin. Unmittelbar nach der Geburt wäre ich fast verblutet, habe 2 Liter Blut bis zur Not-OP verloren (Kind weggerissen, auf Bare rannten die Ärzte mit mir in den OP) und danach Bluttransfusionen bekommen. Wenn ich nicht im Krankenhaus gewesen wäre, wäre ich gestorben. Das war mein erster ‚Knacks‘ im Verhältnis zu dem ganzen Öko-Kram.

    Heute denke ich, dass die Pharmakonzerne unzähligen Menschen das Leben lebenswerter machen und unzähligen Menschen das Leben gerettet haben. Die medizinische Forschung ist ein Segen. Pharmakonzerne sind – im Großen und Ganzen – ein Segen.

  22. Die Stimme aus dem Off Says:

    Vorhin konnte ich das Medikament von der Apotheke holen: 50 Stck. Tabletten à 10 mg Methylphenidat von Hexal, der Trägerstoff ist Maisstärke, ich hoffe, die Wirkung ist gleich wie bei Ritalin, wo der Trägerstoff Weizenstärke ist. Habe im www gelesen, dass es Kinder gibt, die, obwohl Wirkstoff und Dosierung gleich sind, je nach Trägerstoff unterschiedlich reagieren (wirkt/wirkt nicht).

    Stimmt. Obwohl die Medikamente mit Maisstärke besser sein sollen.

    ch denke, wir werden mal mit 10 mg anfangen, weil mein Sohn ja schon 16 ist (bei kleineren Kindern fängt man mit 5 mg an), so hat es auch die Ärztin gesagt. An den Wirkungen werden wir dann erkennen, ob es passt oder nicht, ansonsten werden wir die Dosierung langsam erhöhen. Wenn der Schuss nach hinten los geht, setzen wir das Medikament ab.

    Dann also kein Retard? Meine Meinung: Bei 10 mg bin ich skeptisch.

    Achte unbedingt auf die Ankling- und Abklingphasen! (Stimmungsschwankungen, Agressivität)

    Aber aus zwei Gründen kann ich Dein Misstrauen verstehen. Erstens stellt sich die Frage, wenn so viele Kinder Ritalin brauchen: wieso war das früher nicht und ist der Mensch irgendwie ‘falsch’ geboren?
    Und zweitens habe ich früher auch sehr ähnlich wie Du gedacht. Ich wollte z.B. unbedingt eine “natürliche Geburt” und sogar eine Hausgeburt machen. Habe Bücher darüber gelesen. Möglichst viel Natur und bloß nicht den ganzen bösen Pharmakonzern-Kram! Ich habe dann keine Hausgeburt gemacht, weil mein Kind nicht pünktlich kam, sondern 12 Tage nach errechnetem Termin. Unmittelbar nach der Geburt wäre ich fast verblutet, habe 2 Liter Blut bis zur Not-OP verloren (Kind weggerissen, auf Bare rannten die Ärzte mit mir in den OP) und danach Bluttransfusionen bekommen. Wenn ich nicht im Krankenhaus gewesen wäre, wäre ich gestorben. Das war mein erster ‘Knacks’ im Verhältnis zu dem ganzen Öko-Kram.

    Gutes Beispiel. Die Leute kommen vielleicht auf Ideen. 😉
    Früher gab es das genauso oft wie heute. Es wurde nur nicht so schnell erkannt, weil es wesentlich mehr körperliche Arbeiten gab und Gewalt gesellschaftlich akzeptierter war (im Sport z.B.).

    Heute denke ich, dass die Pharmakonzerne unzähligen Menschen das Leben lebenswerter machen und unzähligen Menschen das Leben gerettet haben. Die medizinische Forschung ist ein Segen. Pharmakonzerne sind – im Großen und Ganzen – ein Segen.

    Bedingt. Die Pharmaindustrie bedient sich auch zweifelhafter Methoden bei der Erprobung von Medikamenten. Teilweise werden Personen z.B. nur deswegen aus Erprobungsreihen genommen, weil das Medikament nicht bei ihnen gewirkt hat. Argument:

    Es wäre unethisch das Medikament an jemanden zu erproben, bei dem es nicht wirkt.

    Damit ist die Zulassung gesichert.

    Andererseits ist die viel zitierte Pharma-Lobby auch ein Märchen, vor allem im Bereich ADS/ADHS. Gerade bei diesem Gebiet besteht ein klassisischer Wettbewerb zwischen Psychologen und Pharmaherstellern.

    Das Argument der Psychologen, die Pharmaindustrie wolle nur Geld verdienen, greift überhaupt nicht:

    Erstens wollen das die Psychologen auch (die sind sogar viel teurer als die Medikamente) und zweitens sind die Erfolgsquoten der Medikamente höher als die der Psychologen. Die Psychologen unterziehen ihre zweifelhaften Methoden nämlich erst gar keiner Doppelblindstudie.

    So kommt es, dass man (insbesondere von der Pseudomedizin) der Schulmedizin Fehler und Irrtümer vorwirft, wenn diese mit ihrer wissenschaftlichen Methode eigene Schwächen aufdeckt. Die Pseudomedizin selbst setzt sich diesem Risiko aber schon von Anfang an nicht aus. Was nicht in Frage gestellt wird, kann aber auch nicht als falsch bewiesen werden.

    Deswegen muss der ganze Quatsch aber noch lange nicht richtig sein.

    Vor Ritalin & Co. hätte ich keine Angst.

  23. alleinerziehende Says:

    Wir haben mit der Ärztin besprochen, dass wir ein retardierendes Präparat erst probieren, wenn wir festgestellt haben, dass der Wirkstoff überhaupt ‚anschlägt‘.
    Ich habe im www auch gelesen, dass ein Retard bei manchen Kindern nicht so gut wirkt. Warum auch immer.
    Deshalb jetzt erst einmal ein paar Versuche, auch mit der Dosierung.
    Du schreibst:

    Bei 10 mg bin ich skeptisch-

    Was meinst Du damit? Skeptisch, ob die Dosierung nicht zu niedrig ist? Du schriebst weiter oben, dass Du Concerta 56 mg empfehlen würdest. Da dies ein retardierendes Präparat ist, entspricht es der Gabe von 3 x ca. 18,6 mg am Tag. Oder 2 x 28 mg. Da ist doch 10 mg ein guter Einstieg, das kann man dann ja nach wenigen Tagen steigern. 10 … 15 … 20 mg, so etwa, je nachdem, ob mein Sohn die Wirkung als gut oder nicht gut bewertet.
    Außerdem habe ich gelesen, dass man eine langsamen Einphasung macht, wegen des ‚Rebounds‘, vor dem Du auch warnst.
    Also … in der nächsten Woche wird getestet. Ich werde berichten … 😉

  24. Die Stimme aus dem Off Says:

    Ich glaube nicht, dass 10 mg überhaupt bei irgendwem helfen.

    Guck mal, die Amis verschreiben über 100 mg in Retard-Medikamenten plus noch was zusätzlich. Die sind bei Dosierungen wesentlich hemmungsloser.

    Sie werden aber schon ihre Gründe haben, warum sie so viel verschreiben. In den USA herrscht eine ganz andere Medizinkultur. Medikamente müssen dort sehr schnell wirken, weil es keine sozialen Hängematten gibt.

    Gehe mal davon aus, dass 10 mg kaum etwas bewirken werden.

  25. Die Stimme aus dem Off Says:

    Noch ein Nachtrag:

    Die Retardmedikamente wirken bei den Leuten wohl schon. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass viele die Wirkung nicht bemerken, weil das Aha-Erlebnis fehlt, das durch die normalen Medikamente verursacht wird.

  26. alleinerziehende Says:

    Hm ja, da hast Du Recht – wir werden es austesten. Mit 10 mg fangen wir erst mal an, ohne große Erwartungen. Dann mal sehen. Ich werde berichten 😉

  27. alleinerziehende Says:

    1. Bericht 😉

    Das Methylphenidat wirkt, und zwar genauso, wie es bei ADSlern wirkt (und nicht bei nicht-ADSlern). Viel kann ich noch nicht sagen, aber bereits der erste Versuch war umwerfend. Wir hatten auf Grund der niedrigen Dosierung von 10 mg nichts erwartet.
    Diese ersten 10 mg nahm mein Sohn am Sonntagabend gegen 18:30. Er war an meinem Computer mit Bewerbungen beschäftigt und sagte nach ca. 30 Minuten, dass er gar nichts merkt. Nun, wir waren beide nicht überrascht, weil die Dosierung so niedrig ist. Dann aber ergab es sich zufällig, dass er sich umdrehte und wir begannen, uns zu unterhalten. Er war vergleichsweise sehr gesprächig, die ganze Zeit sehr fokussiert auf das Gespräch, entspannt-konzentriert, ausgeglichen, wir unterhielten uns bestimmt 45 Minuten lang intensiv über Schule, Freunde usw. – ein super Gespräch. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir ein so entspanntes, langes Gespräch miteinander hatten in den letzten Jahren. Irgendwann unterbrach ich ihn und sagte, dass es sein könnte, dass das Metylphenidat doch wirkt und er sagte auch, ja, er merke das auch, es wirke definitiv.
    Normalerweise ist mein Sohn eher ziemlich kurzangebunden, stark in sich gekehrt, alles muss schnell gehen, bei normalen Gesprächen mit mir ist die Aufmerksamkeitsspanne vielleicht bei 1,5 Minuten. So wie an jenem Sonntagabend kenne ich meinen Sohn kaum. Er war auch positiv-irritiert-überrascht.
    Am nächsten Tag dann 10 mg vor der Schule. Mein Sohn kam nach der Schule nach Hause und sagte, er habe gar nichts gemerkt davon. Heute wieder 10 mg vor der Schule, mein Sohn sagte, er habe vielleicht etwas davon gemerkt aber er sei sich nicht sicher.
    Heute Abend haben wir 2 Stunden lang Englisch gelernt, davor hat mein Sohn eine 10-mg-Tablette genommen. Er war sehr positiv-entspannt-konzentriert, ich würde sogar sagen, überraschend aufmerksam-konzentriert und konnte sich zu 100% ausschließlich mit dem Englisch befassen, ohne Zerstreutheit, ohne Ablenkung. Über wirklich lange Strecken (2 x ca. 45 Minuten, in der Pause dazwischen redeten wir ein wenig, wieder diese entspannt-freundliche und noch dazu höchst eloquente Gesprächigkeit)
    Wie am Sonntag stellte er bzgl. der Wirksamkeit fest: es wirkt merkbar bei ihm für knapp 2 Stunden.

    Wir wollen jetzt mit einer etwas höheren Dosierung experimentieren und später event. auch mal ein retardierendes Präparat testen.
    Weitere Berichte folgen dann …

  28. Die Stimme aus dem Off Says:

    Achte auf die Handschrift. Mit den Tabletten sollte sich die Handschrift deutlich verbessern.

    Das Gefühl nichts von den Tabletten zu merken soll angeblich normal sein. Bei höheren Dosen wird ihm seine Umgebung verlangsamt erscheinen. Das mit dem Gespräch war bestimmt beeindrucken, das kann ich mir gut vorstellen. Die Umgangsformen verbessern sich durch das Methylphenidat ja vor allem wegen der anderen Wahrnehmung der Zeit. Plötzlich ist Zeit vorhanden und damit auch Raum für die Wahrnehmung anderer.

    18:30 dürfte für das Methylphenidat aber etwas spät sein. Das Zeug macht wach, aber andererseits sind es ja auch nur 10 mg.

  29. Flash Says:

    Vielen Dank für die aufklärenden Worte an Die Stimme aus dem Off. Bliebe noch die Frage woher die Kompetenz zum Thema kommt?

    @Alleinerziehende: mich wunderts ziemlich sehr, daß du erst so spät auf ADS gekommen bist. Das wird doch rauf und runter gekaut in den verschiedensten Foren.

    Ich kenne Beispiele, wo ebenfalls eine äußerst positive Wirkung zu verzeichnen ist.

  30. alleinerziehende Says:

    @ Flash
    Ich hatte das Thema nie ernsthaft beachtet, weil ich dachte: mein Sohn hat sowas nicht. Meiner nicht. Außerdem hat ja Ritalin irgendwie auch einen schlechten Ruf, nach dem Motto: überehrgeizige Eltern dopen damit ihre Kinder.
    Vor allem aber war mein Sohn nie überaktiv, sondern ruhig und besonnen. Ganz und gar nicht das typische ADHS-Bild.
    Ich habe den Rat meiner Freundin, meine Sohn auf ADS testen zu lassen und Methylphenidat zu probieren auch nur deshalb so offen angenommen, weil ich sie als nüchterne, kritische Person kenne, die noch dazu in der Psychiatrie als Ärztin arbeitet und mir schon als Jugendliche immer ein Stück ‚weiser‘, weil besonnener, weniger aufgeregt, reifer als ich vorkam.

  31. Der Sohn Says:

    Ich mische mich mal eben ein – ich bin der Sohn der Blogbetreiberin.
    Bei weiteren Fragen: blog.createyourlife@yahoo.de

    @Alrik: Nein, bei mir ist das keine Faulheit. Du wirst es nie verstehen und musst es auch nicht. Oder glaubst du wirklich ich hätte keine guten Noten schreiben wollen und lernen probiert? Wenn du einem Blinden seinen Stock abnimmst kann er sich zwar immer noch irgendwie zurecht finden. Würde man dies aber benoten wäre er wohl bei ner 4 oder 5 gegenüber einem mit Stock.

    „…letzten 6000 Jahre…“ Ja, man ist schon immer mit der Dopaminausschüttung zurecht gekommen. Man ist auch immer mit HIV und Krebs zurecht gekommen. Genauso wie Legasthenie oder sonst was für Krankheiten. Man ist auch damit zurecht gekommen das in Afrika Kinder verhungern und sonst was.

    😀 ich musste dann doch gerade lachen als ich das mit den Lebensumständen gelesen habe.

    Zu deinem Beitrag mit den biochemischen Vorgängen. Mir fällt da ganz spontan ein Vergleich ein. Angenommen (ANGENOMMEN – ich möchte dich hier nicht angreifen oder sonst was) du hättest ein Potenzproblem, was übrigens einige haben, denkst du ernsthaft du würdest lernen das wieder hinzukriegen?

    Alrik, Alrik… Ritalin ist keine Droge. Nunja, natürlich kann man sie als eine verwenden aber das kannst du auch mit Hustenbonbons und die lutschst du ja wahrscheinlich auch bei Husten, oder? Und ja, das mit dem Bein ist ein guter Vergleich und kein hinkender.

    @Die Stimme aus dem Off: „ADSler fühlen sich „gesunden“
    Menschen haushoch….“ Da stimme ich dir vollkommen zu. Solltest du kein Ritalinuser sein bist du glaube ich der/die erste Person der ich bis jetzt „begegnet“ bin, die ADS versteht.

    Doch, auch 10mg hilft.

    😀 Ja, mit Ritalin schreibe ich wirklich extrem schön. Ich verstehe zwar bis heute nicht wieso das so ist.

    @Ariane: Hanf verblödet dich – Ritalin nicht. Hanf hat vermutlich mehr Nebenwirkungen als Ritalin.

    @Flash: Ich habe bis zu dem Zeitpunkt als meine Mutter mit dem Thema ADS kam nicht einmal gewusst was ADS überhaupt ist und das es Leute gibt die sich, wie ich, genauso wenig konzentrieren konnten. Stell dir vor du wächst mit einer Sehschwäche auf. (bei mir war das der Fall). Für mich war das normal, ich kannte den Unterschied zwischen „normalen“, scharfen sehen und unschärfe nicht da ich nie Erfahrung gemacht habe. Du weißt so lange eigentlich nicht wirklich was davon da es für dich normal ist, nichts ungewöhnliches – du kennst es nicht anders, bis du zum Optiker gehst.

  32. Dummerjan Says:

    Ich fnde es rätselhaft, dass man es für legitim erachtet Menschen mit Medikamenten an eine soziale Umgebung anzupassen, als umgekehrt.

  33. kopfschüttel Says:

    krass krass krass, wenn ich mit meinem Kind nicht mehr zurechtkomme und es in der Schule nicht die Leistung bringt die ich von ihm erwarte, dann setze ich es unter Drogen – egal was das für Konsequenzen im späteren Leben einmal haben wird. Das ist völlig legal und deshalb kann ich darüber auch einen Blog schreiben.

  34. Der Sohn Says:

    @Kopfschüttel & Dummerjan: Wenn du ein Sohn hättest mit einem gelähmten Bein und es ein Medikament geben würde das es während der Wirkung wieder bewegungsfähig macht – würdest du es ihm geben wenn es keine Nebenwirkungen hätte und er das wollte?
    Doch, man kann es sehr gut vergleichen 😉

  35. kopfschüttel Says:

    http://www.praxis-frisch.de/adhs-training-und-beratung/ritalin

  36. alleinerziehende Says:

    @kopfschüttel
    Sie meinen es sehr gut, das ist mir klar. Aber Ihr Text und Ihr Anliegen verursacht nur noch mehr Leid in dieser Welt. Sie schrecken Eltern davon ab, ihrem Kind effektiv zu helfen weil Sie das Medikament Ritalin verteufeln und damit den Eltern ein schlechtes Gewissen einreden mit Ihren pseudowissenschaftlichen Behauptungen. Ich finde das unverantwortlich. Sie sollten sich mit dem Thema erst einmal gründlich und sachlich-wissenschaftlich auseinandersetzen, z.B. mit Ärzten sprechen, die sich auf das Thema ADHS spezialisiert haben.

  37. Elena Says:

    Hallo ,
    ich bin selber arbeitende Alleinerziehende Mutter a zwei Kinder – keine einfachen Kinder , aber wer/was ist schon einfach…
    Mein Sohn ist mittlerweile 13 jahre alt und Gymnasiast in ein Münchener Gymnasium. Die von dir beschriebene Verhältnisse kenne ich leider zu gut .
    Dazu kommt das mein Sohnemann eine viel , viel zu niedrige Frustationsgrenze hatte und manchmal noch hat,in alle Bereiche .
    Als mein Sohnemann die dritte Klasse noch besuchte , wurde bei ihn eine nichtvorübergehende Legastenie UND ADHS festgestellt . Sein Vater hat es auch .
    Jedoch- da ich gegen Retalin bin , habe ich mir andere Wege ausgedacht.
    Somit , habe ich Ihn in damals sofort im ein Hockeyvereins angemeldet wo er immer noch 3 mal / Woche trainiert und am WE Hockeyspiele hat.
    Zusätzlich dazu , 2mal/ Woche an die Isar joggen gehen ( ich radle dann mit 😦
    10 stunden Schlaf sind seitdem Pflicht .
    Fernsehen gibt es nur am WE , wenns unter der Woche sein muss/ musste , dann ARTE oder Animal Planet nach den Hausaufgaben.
    Haushalt mit organisieren bzw. Verantwortung übernehmen .
    Computer , PCs Spiele , etc., maximal 2 Stunden am WE als Belohnung .
    Er musste mir jeden Abend 15-20 min. Lesen , dann ich ihm..
    Ich habe Spielabende eingeführt ..
    Vitamin D über den Winter …
    Nicht nur seine Grenzen sondern auch meine sind dadurch enger geworden .
    USW.
    Und siehe da , er hat es mit 1,66 ins Gymi geschafft ( obwohl der Arzt meinte “ unter diese Vorausetzungen , niemals !“) , ist Klassensprecher ,hat sich zu eine Leseratte entwickelt , joggt gerne bis zu 7 km.und hört Musik dabei , hat jede Menge Spaß am Hockey , und liebt mich immer noch;-) .
    Klar , es ist arg anstrengen ,man muss als Mutter viel , viel erklären , sich oft wiederholen , manchmal / oft schimpfen dabei – ab und zu selber sein Wut kontrollieren , jedoch – mei , wir wollten sie haben 🙂 . Zum Glück !
    Und meinen 10 Jährige Tochter ( ADHS , bekommt auch kein Ritalin )schadets das Ganze und in der Form auch nicht. Obwohl sie extrem Meinungsstark und manchmal “ beratungsresistent“ ist – ich habe das Sagen . Sie spielt Hockey, halbe Stunde täglich Spazieren ist Pflicht ,Malt in jeder freie Minute und geht ab Sept. zum Gymnasium . Als Belohnung , kriegt sie das was sie sich arg wünscht : Gittarenunterricht .
    Ergo : Kinder ( ich denke nicht nur meine ) brauchen viel Bewegung und strenge Grenzen..meiner Meinung nach.
    Ganz liebe Grüße und viel Glück ,
    Elena

  38. Eine neue Perspektive? – Wie es weiterging! | Das Anti-Alleinerziehenden-Blog Says:

    […] uns und ist gleichzeitig eine Antwort auf Elena’s Diskussionsbeitrag unter dem Blogeintrag „Eine neue Perspektive“ (am besten diesen Blogeintrag zuerst einmal […]

  39. alleinerziehende Says:

    Hallo Elena, danke für Deinen tollen Beitrag! Ich habe ja schon lange keinen neuen Blogeintrag verfasst und Deinen Beitrag gleich einmal zum Anlass genommen, dieses Blog upzudaten 🙂 Meine Antwort findest du also im neuen Blogeintrag „Eine neue Perspektive? – Wie es weiterging!“
    Liebe Grüße!

  40. alleinerziehende Says:

    heute ein guter Artikel zum Thema in der FAZ:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/familie/debatte-um-adhs-und-ritalin-alles-nur-einbildung-13321111-p3.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

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