Frau „Kinderkrippenausbau“ von der Leyen mit der Wirklichkeit konfrontiert

„Die Tagespost“ von heute bringt auf Seite 7 folgenden Artikel:

Fr. von der Leyen wird mit der Wirklichkeit konfrontiert

Die Wirklichkeit offenbarte sich auf einer Diskussionsveranstaltung

„Ministerin mit der Wirklichkeit konfrontiert“! Gemeint ist Familienministerin „Uschi“ von der Leyen, die sich in ihrem „Kampf gegen Kinderpornographie“ zwar nicht mit den Wirklichkeiten der Internettechnologie konfrontiert zeigte, nun aber umso mehr mit der Wirklichkeit einer Alleinerziehenden konfrontiert wurde. Und zwar während einer Diskussionsveranstaltung in der katholischen Akademie in Mülheim.

Dort konfrontierte eine alleinerziehende Mutter, die halbtags als Erzieherin arbeitet, Fr. von der Leyen mit folgender „sozialer Wirklichkeit“:

„Weil ich mich um mein Kind kümmern will, muss ich halbtags arbeiten. Aber damit ist für mich die Altersarmut vorprogrammiert. Wollen Sie das?“

?
„Wollen Sie das?“
Wieso „Sie„?
Wieso trägt der Steuerzahler via Fr. von der Leyen plötzlich die Verantwortung für dieses jämmerliche Lebensmodell? Wie kommt die alleinerziehende Fragestellerin darauf?

Eine kleine Analyse ihrer Aussage führt uns zur Antwort. Hier noch einmal verkürzt die Aussage der alleinerziehenden Fragestellerin:

„Weil ich … will (a), muss (b) ich …. Armut vorprogrammiert (c) … Wollen Sie (d) das“?

Korrekt liegt zunächst die Verantwortung bei der Fragerin, sie sagt: sie will (a). Gleich folgt daraus jedoch ein Zwang, denn nun muss sie (b). Dieser Müssens-Zwang lässt schon die Bedrohlichkeit der äußeren Umstände erahnen, von welchen sie sich wie von Betonmauern umstellt fühlt, ohne Ausweg, ohne Möglichkeiten, diese niederzureißen. Und tatsächlich: ihre Situation ist nun vorprogrammiert (c), die Verantwortung ist damit wie von Zauberhand von ihr selbst (a) auf einen Sachverhalt (c) verlagert worden. Doch damit nicht genug, denn das ist nur ein Kurzparkplatz für die Verantwortung! Mit der Frage „Wollen Sie das?“ landet die Verantwortung nämlich schwupps-hast-du-nicht-gesehen auf „Sie„, der Ministerin (d) und damit auf der „Gesellschaft“, sprich dem Steuerzahler.

In der Tat ist der Leser hier mit einer „sozialen Wirklichkeit“ konfrontiert: mit dem Paradebeispiel einer Mentalität, die Verantwortung für eigene Lebensfehler grundsätzlich der „Gesellschaft“ aufbürdet und für die eigenen Dummheiten Mitgefühl und Sympathie erwartet.

Das steht natürlich nicht im Artikel, der sich statt dessen beeilt zu sagen, dass Fr. von der Leyen „das“ selbstverständlich nicht will. Was soll sie auch sonst sagen, alles andere wäre politisch total inkorrekt. Soll Fr. von der Leyen etwa antworten:

„Nein, natürlich will ich das nicht, aber Sie selbst wollen das, sonst würden Sie so ein bescheuertes Lebensmodell doch gar nicht leben! Sonst hätten  Sie doch ganz andere Entscheidungen getroffen!

Niemand hat Sie dazu gezwungen, Erzieherin zu lernen. Niemand hat Sie dazu gezwungen, mit dem möglicherweise falschen Mann ins Bett zu steigen. Niemand zwingt Sie dazu, weiterhin als Single zu leben. Niemand zwingt Sie dazu, halbtags zu arbeiten (ich, Frau „Kinderkrippenausbau“  von der Leyen schon gar nicht). Nehmen Sie einen zusätzlichen Putzjob an, anstatt Ihre Zeit auf Diskussionsveranstaltungen zu verplempern und  uns die Ohren vollzuheulen. Lernen Sie aus Ihren Fehlern.

So unverblümt kann Fr. von der Leyen nicht antworten, wenn sie weiterhin Interesse an ihrem Job als Familienministerin hat. Wahrscheinlich denkt sie so etwas nicht einmal. Weil sie zwar mit der Wirklichkeit konfrontiert wird, sie aber doch nicht durchschaut.  Statt dessen überlegt sie, noch ein paar „Instrumente gegen Kinderarmut“ zu erfinden, die dann diejenigen bezahlen, die klügere Lebensentscheidungen getroffen haben, oder diejenigen, die nicht jammern, sondern einen Vollzeitjob und zwei Putzjobs haben und äußerst bescheiden leben, wie meine alleinerziehende serbische Bekannte mit ihrem 16-jähringen Sohn aus München.

15 Antworten to “Frau „Kinderkrippenausbau“ von der Leyen mit der Wirklichkeit konfrontiert”

  1. alleinerziehende Says:

    Vorauseilend möchte ich an dieser Stelle gleich auf eine ähnliche, sehr ausführliche Diskussion unter meinem ersten Blog-Eintrag „Politisch nicht Korrektes“ hinweisen 😉

  2. Lovrel Says:

    Hallo,

    ich bin 34 Jahre alt und leider auch alleinerziehend. Mein Sohn ist 2.
    Ich war 5 Jahre mit seinem Vater zusammen, wir beide wollten Kinder. Er machte mir einen Heiratsantrag, ich wurde schwanger. Wenig später verlies er mich wegen einer anderen. Sie hat vor einem Monat ein Kind von ihm bekommen…

    Zitat:
    „Niemand hat Sie dazu gezwungen, mit dem möglicherweise falschen Mann ins Bett zu steigen. Niemand zwingt Sie dazu, weiterhin als Single zu leben. “

    – Woher hätte ich wissen sollen, dass es der falsch Mann war?
    – Aber noch viel entscheidender, wie soll ich es schaffen mein Leben nicht als Single weiter zu führen??
    Dabei mangelt es nichtmal an potentiellen und geeigneten Partnern, doch wie kann ich mich bewusst verlieben? (denn unbewusst passiert es einfach nicht)
    Oder soll ich eine Vernunftehe eingehen?

    Für mich sieht die Rechnung anders aus: Ich kann nur aus der Situation in der ich bin das beste machen und hoffen, dass ich dafür nicht auch noch finanziell benachteiligt werde, weil andere glauben ich hätte mir das alleinerziehend sein absichtlich ausgesucht weil ich es so toll finde.

    Würde mich sehr über eine Antwort freuen. 🙂

    LG,
    Lovrel

  3. Alleinerziehende Says:

    Hallo Lovrel,

    danke für Deinen Beitrag!
    Ich schreibe mir jetzt einfach von der Seele, was ich dazu denke. Danach gehe ich auch noch konkret auf Deine Fragen ein.

    Zunächst einmal ganz wichtig (aus meiner Sicht):
    Ich würde auf jeden Fall versuchen, möglichst bald eine feste Bindung (Ehe) mit einem Mann einzugehen. Wolke-7-Verliebtheit ist dazu nicht unbedingt notwendig, die vergeht ja sowieso nach einiger Zeit. Ich bin auch ziemlich sicher, dass man sich im Laufe seines Lebens immer wieder verliebt, auch wenn man bereits verheiratet ist. Ich hatte, bis vor wenigen Jahren ein Bild von „Liebe“ wie es uns die Hollywood-Filme vormachen. Liebe ist aber viel mehr. Ich glaube, man muss zwischen Liebe und Verliebtheit unterscheiden. Liebe kann man auch selbst erzeugen, wenn man daran arbeitet, glaube ich. Verliebtheit ist ein Gefühl, vielleicht auch eine tiefe spirituelle Einsicht, ein Geschenk Gottes, aber ein vergängliches. Man ist nicht darauf angewiesen, auf jede Verliebtheit damit zu reagieren, seinen Partner zu verlassen und mit der verliebten Person ein neues Paar zu bilden (wie das offensichtlich Dein charakterlich jämmerlicher Ex-Verlobter meint). Man kann Verliebtheit auch einfach genießen, ohne aktiv zu werden. Vergehen tut sie sowieso.

    Um Deines und Deines Kindes Wohl würde ich mich aktiv darum kümmern, einen passenden und fähigen Ehemann kennenzulernen. Du bist genau in dem richtigen Alter, Ihr könntet Deinem Sohn Geschwister schenken und Deinem Sohn einen Vater. Warte nicht! Die Jahre, bis Du in die 40ger kommst (wie ich, bin jetzt 41) vergehen rasend schnell, und dann ist es zu spät dazu! Mach Dir keine Illusionen!
    Du sicherst Dich auch selbst ab, wenn Du einen Ehemann findest. Alleinerziehende sind bei uns stark armutgefährdet, und ich verstehe heute auch, warum das so ist. Falls Du nicht in einer ungewöhnlich glücklichen Situation lebst (z.B. sehr aktive, sehr stark unterstützende, junge, fitte Eltern mit viel Zeit hast, sehr wohlhabendes Elternhaus, event. finanziell bereits ausgesorgt hast) kommst Du mit Kind beruflich nicht sehr weit, Du wirst keine gute Altersvorsorge treiben können und sehr wahrscheinlich keine Karriere machen können – weil Du es kräftemäßig und organisatorisch nicht schaffst. Du wirst wie eine Ratte im Laufrad arbeiten und Dich um Dein Kind kümmern und den Haushalt machen … wenn Du Pech hast, und bei einem Sohn ist die Wahrscheinlichkeit wegen des fehlenden Vaters höher als bei einer Tochter, wirst Du sehr unter der Pubertätszeit Deines Sohnes leiden und Probleme mit ihm bekommen. Tschüss Karriere. Am Ende bleibt Dir bestenfalls eine bescheidene Rente, wenn es die bis wir mal alt sind, überhaupt noch gibt (Demografische Entwicklung).

    Knallharte Wahrheit: Wenn Du erstmal in die 40ger kommst, bist Du nicht mehr so attraktiv auf dem Heiratsmarkt. Das liegt dann nicht unbedingt nur an Deinem Äußeren (die Tendenz zu Falten und Gewichtszunahme mit 40 schon deutlich sichtbar ist, sage ich Dir aus eigener Erfahrung, wenn man nicht mit Einsatz dagegen arbeitet (Ernährung, Sport), aber wie willst du dann mit Ende 30 diesen Einsatz bringen, wenn Du einen pubertierenden Sohn und eine Vollzeitstelle hast? Die meisten guten, fähigen Männer sind bis dahin schon ‚vergeben’. Die anderen suchen eine jüngere Frau, um noch einen Familie gründen zu können. Warte nicht 😉

    Wie aber einen geeigneten Mann kennenlernen?
    Ich würde nicht warten, bis Dir einer zufällig über den Weg läuft. Wenn Du wirklich den sehnlichen Wunsch entwickelst, Dich fest binden zu wollen an einen Mann, mit dem Du eine gemeinsame Zukunft aufbauen kannst, dann wirst Du sehr wahrscheinlich erfolgreich sein, wenn Du über eine seriöse Partneragentur und/oder über Anzeigen in seriösen Zeitungen nach einem Partner suchst. Wenn Du Dich in die Vorstellung verliebst, eine gemeinsame Zukunft bauen zu wollen, kann es sogar passieren, dass Du Dich auf diesem Weg bis über beide Ohren verliebst. Muss aber nicht sein. Vielleicht weißt Du dann nur einfach bei einem Mann: ja, der ist es. Mit dem will ich gemeinsam leben. Liebe hat viele Facetten.

    Du schreibst:
    „Ich kann nur aus der Situation in der ich bin das beste machen und hoffen, dass ich dafür nicht auch noch finanziell benachteiligt werde“

    Dazu sage ich:
    1. Du wirst nicht finanziell benachteiligt, sondern Du benachteiligst Dich selbst finanziell, wenn Du als Alleinerziehende lebst. Du wählst Dein Lebensmodell, nicht ich oder andere Steuerzahler oder potentielle Chefs.
    2. Das beste was Du aus der jetzigen Situation machen kannst ist, nicht alleine zu bleiben sondern zu heiraten, das ist das beste für Dich und für Deinen Sohn.
    Event. sogar noch weitere Kinder zu bekommen, das klassische Familienmodell leben, wenn Du das mit Dir vereinbaren kannst, wahrscheinlich bist Du genauso verblendet von dem ganzen Feminismus-Quatsch (Hausfrau = Blödchen, starke Frau = Karrierefrau mit 5 Kindern und vielen Hobbies, schlank und sportlich, toller Haushalt, viele Freunde) wie ich es war.

    Du schreibst:
    „Woher hätte ich wissen sollen, dass es nicht der Richtige ist?“
    Stimmt, das kann man vorher nie wissen. Es gibt im Leben keine Garantien. Du bist auf die Nase gefallen. Immerhin weißt Du jetzt, dass es garantiert nicht der Richtige war, denn ein Mann, der eine schwangere Frau verlässt hat einen schwachen Charakter, insofern sei froh, dass Du ihn los bist und bemitleide die Frau, die ihn jetzt hat. Such’ Dir einen besseren.
    Selbst wenn Du heiratest, kann es der falsche sein. Wie gesagt, es gibt keine Garantien. Aber es gibt vielleicht ein paar äußere Kriterien, die die Wahrscheinlichkeit des Gutgehens erhöhen. Eine Bekannte von mir ist Anfang 40, kinderlos und ist jetzt mit einem ca. 50-jährigen Mann zusammengezogen, der von 4 verschiedenen Frauen 4 Kinder hat. Ich gehe jede Wette ein, dass diese Beziehung ein dramatisches, unglückliches Ende nimmt. Ich sage Dir: mit so einem Mann würde ich mich niemals (mehr) einlassen.

    „Ich war 5 Jahre mit seinem Vater zusammen, wir beide wollten Kinder. Er machte mir einen Heiratsantrag, ich wurde schwanger“
    Jetzt etwas Krasses, was ich darüber denke.
    Die katholische Kirche hat doch Recht, wenn sie außerehelichen Geschlechtsverkehr verbietet. Anstatt dumm und veraltete, überkommene Moralvorstellungen zu vertreten (wie ich das früher gesehen habe), weiß sie als eine der letzten Bastionen in unserer Gesellschaft, dass das Kinderkriegen eine ernsthafte Sache für Mutter, Vater und Kind ist mit ungeheuerer Tragweite.
    Es wäre also klug gewesen, einen Mann erst zu heiraten und dann ein Kind von ihm zu bekommen. Vielleicht hätte er Dich dann auch verlassen. Vielleicht aber auch nicht. Ich denke, durch eine Heirat, möglichst noch mit beiderseits ernst gemeintem religiösen Hintergrund und Idealen ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann die Frau mit Kind verlässt, sehr viel geringer. Denn so ein Mann hat trotz Hormonen, Verliebtheiten, schönen, netten Frauen um sich herum auch Ideale, die diese Welt mit all den Reizen transzendieren, für die er kämpft – also nicht nur für sein eigenes kleines Lebensglück, sondern auch für etwas Höheres, für einen guten Charakter, für Verantwortung, für Verantwortung vor Frau, Kind – und vor Gott.

    Es gibt übrigens Statistiken in den USA, die besagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung sinkt (!), wenn das Paar erst nach der Heirat zusammenlebt (und Geschlechtsverkehr hat), als wenn es davor schon über einen längeren Zeitraum zusammengelebt hat. Interessant, nicht wahr?
    Das liegt, glaube ich, an den Wertvorstellungen. Was bedeutet Ehe, Familie, Kinder?

    Du schreibst:
    „(…) weil andere glauben ich hätte mir das alleinerziehend sein absichtlich ausgesucht weil ich es so toll finde.“

    Ich bin der Meinung: wenn Du alleinerziehend bleibst, suchst Du Dir das sehr wohl als Lebensmodell aus, auch wenn Du es nicht „toll“ findest. Du triffst aber eine Werte- und Prioritäten-Entscheidung. Du bist nicht Opfer Deiner Umstände sondern kannst aktiv Deine Situation ändern. Du musst selbst entscheiden, welche Werte und Prioritäten Dir ein Deinem Leben wichtiger sind. Aber anschließend nicht klagen und andere dafür verantwortlich machen (Arbeitgeber, Steuerzahler).

    Liebe Grüße! Von: „Antialleinerziehende“

  4. Lovrel Says:

    Hallo,
    danke für Deine lange Antwort. In einigen Punkten stimme ich Dir zu in anderen nicht und viele Deiner Vorschläge sind auf mich leider nicht anwendbar, weil ich bin wie ich bin.

    Aber das muss ich erklären.
    Ich bin nicht so fest wie Du davon überzeugt, dass ich unbedingt einen Mann suchen muss, dennoch ist es eigentlich mein Ziel, nicht vordergründig wegen meines Sohnes oder des Geldes, sondern eher wegen mir.

    Was Du zum Thema Verliebtheit und Liebe schreibst, das sehe ich exakt genau so. Doch gibt es da folgendes Problem: Ich könnte niemals mit einem Mann intim werden, in den ich nicht verliebt bin. Ich würde mir vorkommen wie eine Prostituierte.

    Auch eine Ehe einzugehen mit einem Mann in den ich nicht verliebt bin; Es wäre eine Lüge. Selbst wenn ich diesen Mann liebe, da ich dann nach der Hochzeit seine Erwartungen gar nicht erfüllen kann.

    Da gibt es z.B. einen der ein sehr sehr guter Freund ist. Wir verstehen uns super, können über alles reden sind einfach perfekt auf einer Wellenlänge jedoch ist das von meiner Seite aus absolut platonisch. Ich könnte niemals mit ihm irgendwelche Intimitäten austauschen weil er mich auf dieser Ebene so gar nicht anzieht.

    Über Singlebörsen, Hobbys etc. habe ich viele Männer kennen gelernt. Tolle Männer, verantwortungsbewusste Männer mit Familiensinn usw. aber in keinen von ihnen habe ich mich verliebt. Ein bisschen habe ich die Hoffnung verloren mich jemals wieder zu verlieben.

    Zum Thema Armut:
    In Deutschland ist zum Glück niemand wirklich arm. Wir empfinden es nur so, weil wir sehen was andere haben. Aber niemand muss hungern oder frieren.

    Ich sehe es z.B. wenn das Wohl des Kindes es erfordert keinerlei moralische Verwerflichkeit darin Harz4 zu beantragen um die Zeit zu haben sich um das Kind zu kümmern. (Ob mich nun ein Mann versorgt oder die Allgemeinheit macht für mich keinen Unterschied.)

    Und das was reich macht ist nicht Geld, Statussymbole, Selbstverwirklichung, Karriere…etc.
    Es sind unsere Kinder die uns reich machen. Sie sind das wertvollste was uns (von Gott?) anvertraut wurde. Ihre Liebe und noch viel mehr unsere Liebe zu ihnen ist das unglaublichste Geschenk was ich in meinem Leben je erhalten habe.

    Es ist anstrengend, es ist nervenaufreibend aber auch die Antwort auf die Fragen nach dem Sinn die vor der Ankunft des Kindes ewig präsent und brennend war.

    Ich denke anders als Du, dass man ein Kind auch ohne Vater groß ziehen kann. Wobei in meinem Fall der Vater sogar präsent ist. Er holt den Kleinen jedes 2. WE ab und kümmert sich um ihn.

    Ich denke Du überträgst Deine Erfahrungen viel zu undifferentziert auf alle anderen.
    Und für Dich liegt die Ursache der Probleme Deines Sohnes viel zu eindeutig fest.
    Was wenn es doch ADS und die Gene sind und nicht der fehlende Vater?
    Es gibt auch viele Kinder die ähnliche Probleme haben und aus Familien mit Vater kommen.

    Und dann noch kurz zu den konservativen Werten bezgl. heiraten usw.
    Wenn wir erst geheiratet hätten ehe wir unseren Sohn gezeugt hätten, dann hätte er mich genauso verlassen. Es hätte sich nur viel länger hingezogen und wäre mit noch mehr Schuldgefühlen seinerseits und Schmerz meinerseits verbunden gewesen. Die Phase des: „Es trotzdem weiter Versuchens“ wäre länger und viel schlimmer gewesen. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir nicht verheiratet waren und dass er das ganze so konsequent und schnell beendet hat.

    Zitat:
    Du wirst nicht finanziell benachteiligt, sondern Du benachteiligst Dich selbst finanziell, wenn Du als Alleinerziehende lebst. Du wählst Dein Lebensmodell, nicht ich oder andere Steuerzahler oder potentielle Chefs.

    Doch ich werde finanziell benachteiligt: Betrachte die Vorteile von Steuerklasse 3 gegenüber Steuerklasse 2.

    Ich finde es moralisch sehr bedenklich Werte wie Ehe, Treue und Familie(im herkömmlichen Sinn) mit Finanziellen Vorteilen zu bewerten.
    Und Menschen die zwar vielleicht ebenso jene Werte anstreben, es aber aus den verschiedensten Gründen (z.B. wie in meinem Fall) eben nicht realisieren können finanziell zu benachteiligen, damit sie dazu gedrängt werden diesen Werten folgen zu müssen.
    Meiner Meinung nach krankt unsere Gesellschaft ja gerade daran, dass alles nach finanziellen Mitteln bemessen wird.
    z.B. Selbstwert: Mache ich Karriere, Verdiene ich viel Geld bin ich viel Wert.
    Und leider werden inzwischen auch schon moralische Wertvorstellungen mit finanziellen Mitteln bewertet:
    Geben wir den Alleinstehenden und Alleinerziehenden weniger Geld damit sie gefälligst heiraten!
    Mit Geld soll einem die Ehe schmackhaft gemacht werden.

    LG,
    Lovrel

  5. Alleinerziehende Says:

    Sorry, ich fahre morgen in den Urlaub und schaffe es zeitlich nicht, so lange Diskussionen hier zu führen, daher nur ganz schnell ein paar Stichworte:

    Erstens weiß ich nicht genau, was Du mit Verliebtheit eigentlich meinst. Ich denke, das anfängliche Hochgefühl der Verliebtheit schwindet sowieso mit der Zeit, also fühlst Du Dich dann prostituiert, nur weil Du trotzdem mit Deinem Freund oder Ehemann intim bist? Wie gesagt, ich glaube, Liebe hat viele Facetten.
    Wenn Du Dich aber unfähig zu lieben fühlst, musst Du herausfinden, woran das liegt. Es könnte mit der Verletzung zusammenhängen, die Dein Ex verursacht hat, indem er Dich und Deinen Sohn im Stich gelassen hat. Mit Kind gehen solche Sachen sehr tief. Ich glaube, sowas ist viel ernster, als Dein Ex es sich in diesem Leben jemals vorstellen kann.

    Dann über Geld, Karriere etc. … sorry, da halte ich Deine Einstellung für reichlich naiv „Es sind unsere Kinder, die uns reich machen“. Du kannst nicht das eine gegen das andere ausspielen. Ohne Geld und Sicherheit warten eine Menge großer Sorgen und Nöte auf Dich, deshalb ist Geld und Sicherheit sehr wichtig. Geld spielt eine sehr große Rolle, denn ich sehe Geld nicht als stinkenden Mammon, sondern als Freiheit und eine Art Macht, sich zu bewegen, verändern zu können (gilt ebenso fürs Kind), es ist DER Schlüssel zur Selbstbestimmung (anstelle von Fremdbestimmung).

    Bzgl. Probleme von Alleinerziehenden mit Söhnen: ich bin nicht die einzige, die z.B. über den Männermangel im Erziehungswesen (Schule, Hort etc.) klagen, hör Dich mal um, auch in Rundfunk und Fernsehen! Jeder Einzelfall ist anders, aber der große allgemeine Trend ist, dass Kinder, und insbesondere Söhne Väter brauchen.
    Ich sage hier in meinem Blog, wie es ist.
    Du musst es mir ja nicht glauben.

    Ich glaube auch, dass Du froh sein kannst, dass Dein Ex weg ist – es ist ja offensichtlich, dass er charakterschwach ist und je früher man sowas merkt, desto besser. Freilich, wenn ein Kind da ist, ist es leider schon zu spät. Gab es denn VORHER keine Anzeichen, dass er ein wankelmütiger Weichling ist (ich sag das jetzt mal so unverblümt krass)?
    Beim Vater meines Sohnes gab es vorher viele Anzeichen, aber ich war zu doof (naiv) um diese richtig zu lesen. Er war z.B. geschieden und hatte von einer weiteren Frau bereits ein Kind, für das er Unterhalt zahlte. Schon verdächtig. Er war 33 und Taxifahrer, hatte es also beruflich zu nichts gebracht, auch sehr verdächtig, verzockte manchmal sein Tageseinkommen beim Pokern mit seinen Taxifahrerkollegen. Das spricht nicht gerade für Charakterstärke und Verantwortungsbewusstsein. Aber ich war viel zu romantisch und naiv, um die Zeichen richtig zu deuten.

    Drum prüfe wer sich ewig bindet … Kinderkriegen ist eine ernste Sache, denn mit das Kinderkriegen ist ja nur der Anfang …

    Mit dem Heiraten gebe ich Dir Recht, allerdings muss man das Pferd nicht von hinten aufzäumen. D.h. nicht die Ehe an sich ist ein Garant fürs Gutgehen, sondern die Einstellung zu diesem Thema davor. D.h., würdest Du Dich z.B. in einen konservativen Christen verlieben, für den die Ehe ein sehr hoher Wert an sich ist, der seine Ziele als Ehemann darin sieht, eine glückliche Ehe zu führen, Verantwortung für Frau und Kinder zu tragen und charakterstarke Kinder zu erziehen und sich bei alldem auch noch vor Gott im Angesicht der Ewigkeit verantwortlich fühlt, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe gut geht, sehr viel höher.
    Aber da Du wahrscheinlich selbst diese Werte nicht teilst, wirst Du auch nicht nach solch einem Mann suchen …

    Dass Du nicht in Steuerklasse 3 bist, liegt daran, dass Du nicht verheiratet bist. Es benachteiligt Dich in keiner Weise, denn Du kannst jederzeit heiraten und kommst dann ebenfalls in Steuerklasse 3, vorausgesetzt, Dein Mann ist nicht schon in dieser Klasse.

    Es ist moralisch keineswegs bedenklich, dass die Ehe gegenüber Alleinerziehenden und sonstigen nicht-eingetragenen Partnerschaften steuerlich begünstigt wird. Denn die Gesellschaft hat ein Interesse an der Förderung insbesondere der Ehe als Keimzelle der Gesellschaft. Sie kann kein Interesse an der Förderungen von mangelhaften, schädlichen Lebensmodellen haben, wie das von Alleinerziehenden.

    Es ist nicht so, dass die Gesellschaft gute Werte wie Liebe und Treue „bezahlt“, das ist ein Missverständnis. Ob Du persönlich diese Werte hochhältst, ist ausschließlich Deine Sache, das geht den Steuerzahler nichts an. Es geht den Steuerzahler aber etwas an, dass und was für einen Nachwuchs unsere Gesellschaft hat, und dieser wird v.a. garantiert durch Familien und nicht durch Alleinerziehende. Alleinerziehen ist mehr eine Art Notmodell, ein Mangelmodell. Das wird aber bei uns keineswegs so offen gesagt (nur hier im Blog 😉 weil es politisch total unkorrekt ist, darum hat es auch so lange gedauert, bis ich das kapiert habe, durch meine eigenen Erfahrungen und mein eigenes Scheitern. Neben der Political Correctness gibt es auch Interessengruppen in unserer Gesellschaft, die ein starkes Interesse daran haben, zu propagieren, dass Mütter bzw. Väter ersetzbar sind und dass Kinder keinesfalls Vater und Mutter brauchen, das sind die Schwulen- und Lesbenverbände, die für eine Adoption von nichtleiblichen Kindern in eingetragene Partnerschaften kämpfen und für die Akzeptanz von sog. „Regenbogenfamilien“. Ist aber ein anderes Thema, darüber schreibe ich auch noch mal ausführlich einen Blog-Eintrag.

    Nochmal zum Thema Geld: „verdiene ich viel Geld bin ich viel wert“ – wenn Du so denkst, bist Du selbst schuld! Ich denke nicht so. Aber ich denke durchaus, dass ein Mann (oder auch eine Frau), der viel Geld verdient, sehr wahrscheinlich einige positive Eigenschaften hat wie Durchhaltevermögen, Geduld, Ehrgeiz, Durchsetzungskraft, Verantwortungsbewusstsein, Selbstdisziplin usw. Im Gegensatz zu meinem Taxifahrer von damals. Das gleiche denke ich über eine Frau (oder einen Mann), die nicht arbeitet, sondern drei tolle, gut erzogene Kinder hat usw. Ich denke das auch über die Alleinerziehende, die viel arbeitet aber wenig verdient. Usw.

    Aber ein wenig hast Du auch Recht: die Frage, was wir steuerlich begünstigen oder nicht, und was wir erlauben oder nicht, hat auch mit dem grundsätzlichen Menschenbild zu tun. Wenn wir z.B. das Menschenbild haben, dass Mann und Frau im Wesen gleich sind (d.h. nur soziologisch erklärbare und eigentlich überkomme Rollenverteilungen haben), dass Kinder daher nicht Vater und Mutter brauchen, dass Kinder genauso gut in einer Art sozialistischen Massenerziehung in Krippe, Ganztagskindergarten und Hort wie zu Hause erzogen werden, dann ist es tatsächlich ungerecht und falsch, die Ehe steuerlich zu begünstigen, (dann ist auch alles falsch, was ich in diesem Blog schreibe.)
    Dieses Weltbild teile ich jedoch ganz und gar nicht.
    Man muss sich auch klarmachen, dass unsere Gesellschaft nicht auf einem solchen Weltbild aufgebaut wurde. Tatsächlich gründen wir auf einem biblisch-christlichen Menschen- und Weltbild!

    Ist jetzt doch länger geworden! 😉 Jetzt aber ab in den Urlaub…

  6. Lovrel Says:

    Hallo, hoffe Du hattest einen schönen erholsamen Urlaub. 🙂
    Vielen Dank für die Antwort. Da muss ich doch nochma antworten 🙂

    Wenn ich einmal verliebt war, dann ist die nötige Vertrautheit da und dann geht es. Aber wenn ich jemanden nur liebe, dann ist er wie ein guter Freund für mich und das reicht einfach nicht aus um mit ihm körperlich was anzufangen.

    Bei meinem Ex und Vater meines Sohnes war es sogar so, dass ich mich immer wieder neu in ihn verliebt habe, auch nachdem die erste Verliebtheit abgeklungen war. Habe sowas selber nicht für möglich gehlaten, aber war so. 🙂

    Ich fühle mich nicht unfähig zu lieben, ich verliebe mich nur einfach nicht. Vielleicht habe ich seither noch nicht den richtigen getroffen? Vielleicht bin ich schon zu alt für solche Gefühle? Ich weiß es nicht.
    Es ist auch nicht so, dass ich Angst davor habe wieder verletzt zu werden, habe mich das selber oft gefragt. Sonderbarer Weise ist meine Angst den anderen zu verletzen viel größer als die Angst selber verletzt zu werden.
    Ich fühle mich jedes Mal richtig schlecht wenn mich jemand mehr liebt, als ich zurückgeben kann.

    Zitat „Ohne Geld und Sicherheit warten eine Menge großer Sorgen und Nöte auf Dich, deshalb ist Geld und Sicherheit sehr wichtig. Geld spielt eine sehr große Rolle, denn ich sehe Geld nicht als stinkenden Mammon, sondern als Freiheit und eine Art Macht, sich zu bewegen, verändern zu können (gilt ebenso fürs Kind), es ist DER Schlüssel zur Selbstbestimmung (anstelle von Fremdbestimmung).“

    Wenn ich kein eigenes Einkommen habe, so kann ich doch Harz4 beantragen. In Deutschland muss niemand hungern oder frieren und ist sogar Krankenversichert.
    Ich habe mein momentanes Nettogehalt mal in einen Harz4 Rechner eingegeben. Heraus kam, dass ich noch 80 Euro ergänzendes Harz4 beantragen könnte. Trotzdem komme ich mit dem Geld prima aus, habe sogar oft noch etwas über. (Ok die Oma deckt mich des öfterern mit Kindersachen ein weil sie einfach so gern einkaufen geht..) aber trotzdem. Manchmal frage ich mich wo die anderen Leute alle ihr Geld lassen.

    Das Leben hat so viel mehr zu bieten als man mit Geld kaufen kann. Gerade ohne Geld ist es eine besondere Herausforderung. Neulich hatte ich einen wundervollen Tag mit meinem Sohn. Wir sind von der Kita aus zur U-Bahnstation gegangen, dann erst oberirdisch und schließlich durch den laaaaaaaangen Tunnel bis zum Hauptbahnhof gefahren, wo wir uns die Eisenbahn und den Busbahnhof angeschaut haben. Total spannend für einen 2-jährigen und mit meinem Studententicket völlig kostenlos. Vielleicht ist das anders wenn er älter its? Allerdings wenn ich so an meine Jugend zurückdenke: Wir sind durch die Wälder gestiffen und haben heimliche Lagerfeuer gemacht. Taschengeld hatte ich sehr sehr wenig.
    Im Urlaub könnte man einfach Deutschland erkunden, mit Rucksack und Zelt. 🙂 kann man sich sicher sogar mit Harz4 leisten. 🙂

    Wo siehst Du da Sorgen und Nöte? Ich sehe da nur Herausforderungen. 🙂 Welche Freiheiten fehlen mir?? In wie fern kann ich mich nicht verändern ohne Geld??

    Ich kann schwer beurteilen inwiefern ein Sohn, oder auch eine Tochter einen Vater braucht. Ich habe ja einen Vater. Vielfach habe ich aber auch gehört, dass eine männliche Bezugsperson ausreichen würde. Was meinen Sohn angeht habe ich da wenig Sorgen. Er hat seinen Vater ja an 2 von 14 Tagen, zudem zwei tolle Opas und ich habe eine Reihe männlicher Freunde.

    Zitat: „Gab es denn VORHER keine Anzeichen, dass er ein wankelmütiger Weichling ist“
    Nein, gab es nicht. Seine Eltern sind seit weisichnicht wievielen Jahren verheiratet. Er selber ist Diplommathematiker, genau wie ich, wir haben zusammen studiert. Und seine Promotion hat er erst nach der Geburt unseres Sohnes abgebrochen, allerdings um arbeiten zu gehen, damit er Unterhalt für seinen Sohn zahlen kann. (so hat er es jedenfalls begründet^^)

    Ok, ich war seine erste Freundin aber ich hatte auch immer gedacht, wenn dann würde ich IHN verlassen…daher habe ich auch 5 Jahre gebraucht und die Erfahrung, dass ich mich sogar wieder neu in jemanden verlieben kann ehe ich mich dazu durchgerungen hatte ihn zu heiraten und Kinder mit ihm zu haben. Zu ersterem kam es dann ja (zum Glück) doch nicht.

    Zitat: „würdest Du Dich z.B. in einen konservativen Christen verlieben, für den die Ehe ein sehr hoher Wert an sich ist, der seine Ziele als Ehemann darin sieht, eine glückliche Ehe zu führen, Verantwortung für Frau und Kinder zu tragen und charakterstarke Kinder zu erziehen und sich bei alldem auch noch vor Gott im Angesicht der Ewigkeit verantwortlich fühlt, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die Ehe gut geht, sehr viel höher.“

    Das denke ich nicht. Stell Dir vor es wäre so und dieser Mann würde sich, so wie mein Ex in eine andere verlieben? Dann würde dieser Mann in einen riesen Konflikt mit seinen Moralvorstellungen kommen. Mein Ex war konsequent, er hat trotz allen Umständen die Beziehung zu mir beendet (hat mich noch nichtmal betrogen im herkömmlichen Sinne). Der Mann den Du beschreibst würde sich quälen, versuchen mich weiterhin zu lieben, versuchen die neue Liebe zu vergessen. Es wäre die Hölle zunächst für ihn, dann aber auch für mich und die Kinder.

    Ich weiß das, weil ich es selber erlebt habe. Ich war mit meinem ersten Freund zusammen als ich mich in den Vater meines Sohnes verliebte. Für mich brach eine Welt zusammen. Wie könnte ich meinen Freund wegen eines anderen verlassen? Ich bin an dem Versuch bei meinem ersten Freund zu bleiben und den in den ich verliebt war nicht mehr zu sehen fast kaputt gegangen. Bin sogar krank geworden dadurch, bis ich schließlich die Beziehung beendet habe. Das war die einzige Lösung, so wenig ich das auch akzeptieren wollte.

    Von daher kann ich meinen Ex verstehen, auch wenn ich tierisch darunter gelitten habe schwanger sitzen gelassen und gegen eine andere ausgetauscht zu werden.

    Zitat:“denn Du kannst jederzeit heiraten “
    das mag stimmen, aber es ist für mich moralisch nicht vertretbar ein Versprechen zu geben, von dem ich nicht weiß ob ich es halten kann. Somit kann ich mir also eine finanzielle Belohnung abholen … für Unaufrichtigkeit….

    Mit den Alleinerziehenden werden zwangsläufig auch die Kinder finanziell benachteiligt und die können am aller wenigsten dafür.
    Es ist einfach ungerecht.

    Woher nimmst Du die Überzeugung, dass die Lebensform Alleinerziehend schädlich ist für Kinder?
    Du siehst dort nur Deinen Fall, die Tatsache, dass Dein Sohn Schwierigkeiten hat und gibst Deiner Lebenssituation und damit Dir die Schuld. … Warum?
    Es kann doch so viele andere Ursachen geben.
    Ich würde die Ursachen in dem ADS und evtl. den Genen sehen, vielleicht auch nochmal das Verhältnis von Deinem Sohn und Dir hinterfragen. … aber es gibt durchaus auch Alleinerziehende deren Kinder es zu etwas bringen. Genauso wie es Kinder aus heilen Familien gibt die im Leben versagen.

    Zudem: Dein Sohn ist gerade in der Pubatät. Das ist immer eine schwierige Phase. Wer weiß was er später noch aus sich macht, zu was er es bringt? Vielleicht musst Du ihm mehr vertrauen, damit er lernen kann selber mehr Vertrauen in sich zu haben?

    Was die Regenbogenfamilien angeht so stehe ich hier eindeutig auf der Seite der Homosexuellen. Klar sollen sie Kinder haben können und auch welche adoptieren können. Warum denn nicht?
    Wichtig für ein Kind ist in erster Linie, dass es von seinen Eltern geliebt wird. Welchen Geschlechts diese Eltern sind ist dabei zweitrangig.

    Bleibt nur die Frage nach der Bezugsperson jedes Geschlechts bestehen.

    Dabei denke ich jedoch nicht, dass Männer und Frauen gleich sind. Das das nicht so ist, sehe ich an meinem Sohn, der sich total für Autos und Bagger interessiert ohne, dass ich ihn irgendwie Beeinflusst habe. Es ist ja auch wissenschaftlich bewiesen, dass es Fähigkeiten gibt die eher von Frauen beherrschert werden, sowie es andere Fähigkeiten gibt die eher Männern liegen.
    Dabei sind jedoch auch alle Facetten von Abweichungen möglich.
    Siehe mich, die ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat und Mathematik studiert hat.

    Ich kann nicht beurteilen ob ein Kind eine Bezugsperson aus jedem Geschlecht braucht und wie eng diese Bezugsperon mit dem Kind verbunden sein muss. Wissenschaftliche Studien dazu würden mich interessieren. Sollte dabei rauskommen, dass solch eine Bezugsperson von Nöten ist, dann sollten sich die Eltern sowie die Gesellschaft darum bemühen, dass die Kinder diese erhalten.
    Wie wäre es mit einer Männerquote bei Kindergärtnern und Lehrern..etc.

    So ich muss jetzt auch aufhören zu tippen, fahre auch morgen in den Urlaub. 🙂

    LG,
    Lovrel

  7. Lovrel Says:

    P.S
    Kennst Du das Forum http://www.allein-erziehend.net
    Da gibt es ganz viele von uns.^^ Dort kann man auch gut diskutieren.

  8. Flash Says:

    Ich finde diese Unterhaltung zutiefst erhebend (einerseits) und zutiefst bestürzend (andererseits).

    Wo sind wir nur hingekommen, daß es uns nicht mehr gelingt, den Wunsch nach Eltern- und Familiendasein umzusetzen? Ich erkenne hier so viel erntshaftes Bemühen, ja verzweifeltes bemühen, und trotzdem scheitert es.

    Meine Hochachtung der Bloginhaberin, die so schonungslos die Dinge beim Namen nennt, obwohl sie selbst mitbetroffen ist. Es gibt selten Menschen, die zu so viel Selbsterkenntnis fähig sind.

    (Komme von Zettels Raum hierher).

  9. Alleinerziehende Says:

    @ Flash
    Vielen Dank 🙂

    Zettel’s Raum ist mein Lieblingsblog. Es ist einfach das beste Blog mit den niveauvollsten Lesern, das ich kenne. Leider komme ich viel zu wenig dazu, dort zu lesen und in Zettels kleinem Zimmer mitzudiskutieren …

  10. Maren Says:

    Ich finde diese Unterhaltung zutiefst bestürzend. Eine Frau, die alleinerziehend ist, sollte unter jeden Umständen sofort wieder heiraten, damit das Kind nicht leidet?
    Sorry, aber das ist der grösste Mist, den ich je gehört habe.
    Weisst du wie das ist, wenn man Mama jahrelang für sich hatte, und einem nun ein Fremder vor die Nase gesetzt wird? Vor allem, wenn noch Loyalität zum leiblichen Vater besteht, egal ob nach einer Scheidung oder, schlimmer, einem Todesfall. Wenn dieser Fremde dich und deine Geschwister nach Strich und Faden schikaniert, während die Mutter verzweifelt versucht allem gerecht zu werden und sich immer weiter erniedrigt? Und das alles nur für finanzielle Sicherheit? Ich bin froh, dass meine Mutter nie von diesem Mann abhängig war!
    Natürlich sobald irgendein Mann in der Familie ist, sind alle glücklich…
    Mal ganz davon abgesehen, dass alleinerziehende Mütter solche Männermagneten sind.
    Warum bist du eigentlich nicht verheiratet?

  11. Anita Says:

    Hallo,

    also ich bin hier durch Zufall drauf gestoßen und muss mich der Meinung von Maren einfach anschließen. Es ist erschreckend was hier und wie es diskutiert wird. Himmel, alleinerziehend zu sein ist doch keine Seuche oder Krankheit. Es ist natürlich ein Lebens-/Familienmodell wie schon so oft oben benannt, aber doch keins, bei dem man mit dem „scharlachroten Buchstaben“ gekennzeichnet werden muss.
    Bitte versteht mich nicht falsch. In allem was ihr schreibt ist auf jeden Fall ein Körnchen Wahrheit. Ich kann die Nächte nicht mehr zählen, in denen ich grübelnd und verzweifelt wach liege, weil einfach schon wieder kein Geld mehr da ist. Ich nicht dazu komme, meine Kontoauszüge ständig im Blick zu haben und deshalb mir dann mal eine Ausgabe (Fehlbuchung Strom) entgangen ist und ich am 10. des Monats plötzlich nur noch mit 100 Euro da stehe. Ich habe leider nicht das Glück von Geld im Hintergrund geschweige denn auf Unterstützung vom Vater meines Kindes zu rechnen. Vom Staat bekomme ich auch nichts, obwohl das Geld vorne und hinten nicht reicht, aber diesen Anspruch habe ich auch nicht. Klar wünschte ich mir manchmal Hilfe, aber da wäre mir in anderer Hinsicht besser geholfen (Möglichkeit, an eine günstigere Wohnung zu kommen, Fahrgemeinschaften zum Job, die nicht so teuer sind, günstige Ferienbetreuungen, wo mein Kind wirklich gut aufgehoben ist und nicht nur verwahrt) und das mit Verlaub brauchen teilweise auch Paare, von daher fällt das sehr wohl in die Zuständigkeit des Staates. Ich zahle auch gut steuern, habe noch Hilfe vom Amt bekommen, ausser den Unterhaltsvorschuß für mein Kind. Es ist einfach zu reden, such dir einen Mann, egal wie, Akzeptanz und Freundschaft reicht aus, wird vielleicht zu Liebe. Aber laufen wir dann nicht wieder in die Falle, evtl. einen Fehler zu machen? Vielleicht möchte sich der Mann damit einfach nicht zufrieden geben. Aber jedem das seine.
    Hier wurden sehr viele, sehr verzweifelte Ansichten gewahr, dann wieder sehr naive.
    Sie wachsen, sie werden groß, wir sind keine Übermenschen. Wir tragen die Verantwortung und müssen damit leben. Und einfach versuchen auf die eine oder andere Weise unsere Sache gut zu machen.
    Ich hoffe, ich hab hier jetzt niemanden vor den Kopf gestoßen, aber da hier so viel Ehrlichkeit gewünscht wird, denke ich, ist das auch in Ordnung

  12. alleinerziehende Says:

    @ Anita
    Hallo Anita,
    so hart es klingt, aber mit dieser Einstellung bist du in meinem Augen auf dem besten Weg in die Altersarmut. Wie so viele Alleinerziehende. Die sind übrigens die am meisten von Armut bedrohte Gruppe. Wenn Du nicht einmal eine fehlgebuchte Stromrechnung finanziell verkraften kannst, wie willst du für Dein Alter vorsorgen?
    Hart, aber es ist die Realität.

    „das fällt in die Zuständigkeit des Staates“ schreibst Du – damit sagst Du: ‚das müssen meine Mitbürger mir finanzieren‘, ‚ich habe ein Recht darauf, dass die einen Teil ihrer Lebenszeit im Büro oder auf der Baustelle verbringen, um das von mir selbst gewählte Lebensmodell finanziell zu unterstützen‘.
    Du hast aber kein Recht auf die Lebenszeit und Leistung von anderen Menschen. Die werden vom Staat gezwungen, dich zu unterstützen. Du solltest enormen Respekt vor der Leistung anderer haben und dankbar für deren Leistung sein, anstatt zu meinen, du habest ein Recht darauf.

  13. Lovrel Says:

    Schade, dass die Erziehung von Kindern mal wieder nicht als Leistung gesehen wird.

    Wenn Alleinerziehende kein Recht auf Unterstützung vom Staat haben, warum haben dann Kinderlose ein Recht auf Unterstützung von Kindern anderer?

    Und wenn schon Alleinerziehende kein Recht auf Unterstützung haben, weil sie ja nichts leisten, was ist dann mit Kranken, Behinderten, Alten, und allen anderen Hilfsbedürftigen die „nichts“ leisten?

  14. kopfschüttel Says:

    Für mich steht erst einmal das Wohl meines Kindes im Vordergrund und dann, vor und nach diesen vielleicht 20 Jahren habe ich genügend Zeit meinen Verdienst wieder in den Vordergrund zu rücken.

    In meinen Augen bist Du arm und nicht die Frauen die wegen 15 Jahren Kürzertretens vielleicht im Rentenalter 100 Euro weniger haben werden als andere.

    Je mehr ich in Deinem Blog lese desto mehr schaudert es mich. Einfach schrecklich. Wohin soll das führen wenn man nur noch auf das Geld schaut und nicht auf die Seelen von Menschen. Einfach krank sowas!

  15. Malena Says:

    …ja, genau, ich kann jederzeit heiraten… Ein schlechter Witz in meinen Augen, denn dazu bräuchte ich erstmal jemanden, der auch mich heiraten will. Und ich schaffe es seit 20 Jahren nicht, überhaupt mal einen Mann für mich zu interessieren. Hat sich was mit selbstgewähltem Lebensmodell…

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