Politisch nicht Korrektes

Hello World.

„Der Abstand zwischen den Einkommen aus Kapital und denen aus Erwerbsarbeit ist gestiegen. Einst selbstverständliche soziale Leistungen sind eingeschränkt worden, durch den Wegfall eines 13. Monatsgehaltes hier oder die Zuzahlung zu Arzneimitteln dort. Lebensverhältnisse haben sich dramatisch verändert, mit der Folge der Armut alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder.“ …

… schrieb Ernst Nolte vor Kurzem in der FAZ.

Gott sei Dank, kann ich da nur sagen. Gut, dass die sozialen Leistungen eingeschränkt wurden. „Warum das denn?“ fragen Sie? Das werde ich in den nächsten Wochen hier in diesem Blog entfalten.

Mein Sohn ist 15 Jahre alt, wird demnächst 16. Ich bin seit 16 Jahren alleinerziehend.

Zu dem Artikel von Ernst Nolte lautete meine FAZ Leser-Kommentar:

Alleinerziehend macht arm und unglücklich
Eine kurze, nicht politisch-korrekte Ausschmückung zum Thema Alleinerziehende und Armut: Die Ursache für die statistisch hohe Anzahl an armen Alleinerziehenden ist die Tatsache, dass diese Frauen alleinerziehend sind. Wir dürfen Alleinerziehende nicht mehr als Heldinnen des Alltags ehren. Sie haben entweder unverantwortliche Entscheidungen in ihrem Leben getroffen oder haben Pech in ihrem Leben gehabt (Mann hat sie verlassen oder ist gestorben). Sie leben ein Modell, mit dem sie sich selbst und ihren Kindern schaden. Sie sind als Alleinerziehende zu bedauern, nicht zu bewundern. Ihre Kinder haben keine Väter, was besonders die Entwicklung den Jungen erheblich erschwert. Sie zerreißen sich zwischen Job und Kind und könne dabei entweder beidem, Job und Kind, oder einem von beiden nicht gerecht werden. Sie sind unzufrieden, weil sie im Job weiter kommen können, hätten sie kein Kind oder weil sie sich mehr um ihr Kind kümmern könnten, hätten sie keinen Job. Sie geben außerdem dieses falsche Familienmodell und das eigene Rollenvorbild automatisch als Vorbild an ihre Kinder weiter.“

Mehr dazu … in diesem Blog.

😉

61 Antworten to “Politisch nicht Korrektes”

  1. Ariane Says:

    “Der Abstand zwischen den Einkommen aus Kapital und denen aus Erwerbsarbeit ist gestiegen. Einst selbstverständliche soziale Leistungen sind eingeschränkt worden, durch den Wegfall eines 13. Monatsgehaltes hier oder die Zuzahlung zu Arzneimitteln dort. Lebensverhältnisse haben sich dramatisch verändert, mit der Folge der Armut alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder.” …

    Und das findest du wirklich gut? Oder hast den Text, den kommentierst nicht gelesen? Es geht um Einkünfte aus Kapital, d.h. zu einem Teil Spekulation, wer viel Geld hat, bekommt dafür immer mehr, ohne zu arbeiten. Wer kein Geld hat und arbeitet, hat immer weniger Geld zur Verfügung. („Dank“ Finankrise werden sich die Kapitalerträge reduzieren – mal sehen, als stärker als das Einkommen aus Erwerbstätigkeit).
    Deine Meinung zu Familie (die ich jetzt nicht weiter kommentieren will) in Ehren, aber wenn du eine kranke Fehlentwicklung noch lobst, dann stockt mir der Atem.
    Ergänzung: Weshalb gerade Alleinerziehende Mütter betroffen? Weil diese häufig nicht 100% arbeiten. Wer eine 50% Stelle in einem Durchschnittsjob hat, kommt so über die Runden. Auch mit Kind, vielleicht knapp. Wenn der 13. Monatslohn aber weggefallen ist, bekommen das eben gerade die zu spüren, die knapp über die Runden kommen, weil sie ihn nicht für Luxusgeschenke, sondern für notwendige Anschaffungen oder wiederkehrende Kosten (Heizkostenabrechnung) verwendet haben. D.h. Alleinerziehende bekommen es nicht zu spüren, weil sie an sich alleinerziehend sind, sondern weil sie tendenziell wenig Geld haben und mit diesen Änderungen dann unter die Armutsgrenze rutschen.
    Dafür dürfen (bzw. durften) sich Spekulanten immer höherer Einkünfte erfreuen. Gut so, sagst du? Nein danke!

  2. alleinerziehende Says:

    Hallo Ariane,

    gut finde ich die Einschränkung der sozialen Leistungen, auch wenn das Alleinerziehende in die Armut treibt.
    Denn ich halte es nicht für sinnvoll, dass der Staat ein zum Scheitern verurteiltes Lebensmodell alimentiert. Frau ist nicht dazu gemacht, allein zu erziehen und gleichzeitig den Lebensunterhalt zu erarbeiten. Wenn dieses Modell künstlich durch den Staat aufrecht erhalten wird, merken das die Alleinerziehenden nie und rennen weiter in die falsche Richtung. Und die Kinder bezahlen. Leider erkennt man die Wahrheit oft erst, wenn es weh tut.

    Alleinerziehende bekommen deshalb Armut zu spüren, weil sie zuwenig verdienen (wie Du richtig schreibst) – weil sie eben alleinerziehend sind und deshalb lieber in Teilzeit arbeiten, zumindest aber durch die Zerrissenheit zwischen Kind und Job beruflich nicht richtig Gas geben können! Sie bekommen auf Grund ihrer beruflichen Situation, die wiederum durch ihr Alleinerziehendsein bedingt ist, weniger Geld, verstehst Du?

    Deine Meinung zur Kapitalanlage und Spekulation teile ich nicht – Geld, das in den Aktienmarkt fließt, arbeitet sehr wohl und es ist ein Segen, wenn viel Geld zur Verfügung steht für unsere Wirtschaft. Es steht jedem frei, sein Geld statt aufs Sparbuch in Aktien anzulegen – da ist nichts Unmoralisches oder Ungerechtes dran.

    Sorry, dass ich so lange mit dem Kommentar gebraucht habe, bin immer viel beschäftigt 😉

  3. Ariane Says:

    Liebe Alleinerziehende

    Über den Sinn und Unsinn der Spekulation könnte man lange streiten. Gerade die Finanzkrise hat wieder uns wieder mal eindrücklich gezeigt, wie kompliziert das System ist. Sicher braucht die Wirtschaft Geld. Wenn aber Renditen von über 8% gefordert werden, kann das nicht gut gehen. Das geschieht dann häufig auf dem Buckel derer, die hart arbeiten. Arbeitsplätze werden vernichtet, in Billiglohnländer verlagert, nur damit die Rendite stimmt. Wenn die geforderten 8% wirklich erreicht werden (war bis zur Finanzkrise auch der Fall), führt das zu einer noch ungerechteren Geldverteilung: Stell dir vor, jemand hat eine Million, bekommt davon jährlich 8,5%. Macht 85 000 Euro. Davon kann man sich ein schönes Leben leisten, nur von der Rendite. Ist das gerecht? Wenn im Gegensatz dazu jemand täglich frühmorgens in die Fabrik fährt, jährlich netto 10 000 Euro bekommt, immer mit der Angst im Nacken, in der Chefetage entscheidet mal jemand, man könne die Stelle streichen, Chinesen arbeiten billiger… Mit einer Unterschrift werden in einer Firma 100 Stellen gestrichen, ins Ausland verlagert, damit die Rendite sich um ein halbes Prozent erhöht. Am Ende springt dann wieder der Staat in die Bresche und finanziert Arbeitlose, bzw. Arbeitslosengeld II.

    Zum andern Thema: Du meinst, der Staat alimentiert das Modell der Alleinerziehenden. Auch ich tendiere dazu, falls ich mich mal für Kinder entscheide, das nur in einer Situation einer stabilen Partnerschaft zu tun, weil ich mir bewusst bin, wie aufwendig die Erziehung von Kindern ist und man froh ist, wenn diese und die Erwerbstätigkeit zwischen zwei Partnern geteilt ist. Nur ist das Leben nicht immer ideal. Frauen werden auch in unstabilen Partnerschaften schwanger, auch in Affären und ONS. Das ist eine Tatsache. Was soll den die Folge sein, wenn die Leistungen gekürzt werden? Wird dann eine Frau, die ungewollt schwanger wird, das Kind eigentlich gerne hätte, auch wenn der Mann nicht dazu steht, abtreiben? Selbst wenn sie aus persönlichen Gründen – auch wenn ich persönlich das anders sehe, aber so etwas ist individuell – einen Abbruch eigentlich nicht vertreten kann? Aus einer Notlage heraus, weil sie sonst vollends in die Armut abstürzen würde? Soll die Frau mit dem Mann eine Partnerschaft eingehen, selbst wenn er sich als unfähig dazu rausstellt, Säufer, Schläger? Nur weil es finanziell anders nicht zu machen ist? Ist das zum Wohl der Frau und der Kinder?

    Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Alleinerziehenden ihre Situation so gewählt haben, in der Überzeugung, sie wollen ein Kind, ohne Partner, der Staat springt ja ein. Meistens ist es eine Situation, die sich so ergibt. Eine ungewollte Schwangerschaft, welche die Frau nicht abbrechen will, ein Mann, der nachdem die Verliebtheit verflogen ist, sich als unmöglicher Partner rausstellt.

  4. alleinerziehende Says:

    Liebe Ariane,

    vielen Dank für den langen Kommentar!
    Wir haben ein anderes Verständnis von Wirtschaft und wie sie funktioniert – obwohl das ein interessantes Thema ist, über das ich an anderen Stellen gerne heiß diskutiere, würde ich das gerne hier in diesem Blog ausklammern, daher gehe ich nicht näher darauf ein und hoffen, dass Du darüber nicht böse bist (weil Du so viel dazu geschrieben hast). Nur ganz kurz: ja, ich finde es gerecht, wenn jemand 85.000 Euro Rendite im Jahr macht durch Aktienspekulationen, denn das kann auch anderherum laufen: er kann auch 85.000 Euro oder mehr Verlust machen, das Risiko nimmt er in Kauf. Diese ganze Neid-Debatte bei uns halte ich für totalen Unfug, der auf einem fundamentalen Missverständnis beruht, nämlich auf Unkenntnis, wie Wirtschaft funktioniert, wie Arbeitsplätze und Wohlstand entstehen (nicht nur bei uns, sondern auch in (noch!-)Billiglohnländern).

    Nun zum zweiten Teil:

    Du schreibst: „Frauen werden auch in unstabilen Partnerschaften schwanger, auch in Affären und ONS“ und genau da sehe ich den Schlüssel.
    Frauen dürfen nicht in unstablien Partnerschaften schwanger werden, auch nicht in Affären und One Night Stands. Keiner zwingt mich dazu, eine Affäre oder einen ONS zu haben. Wenn Frauen in solchen Verhältnissen schwanger werden – selbst schuld. Dann müssen sie es auch ausbaden. Ich habe mein Kind in genau so einer unstabilen Beziehung (Affäre) bekommen – wollte aus ethischen Gründen nicht abtreiben (=die einzige mögliche, ethisch richtige Entscheidung).

    Ich bin im Laufe der Jahre stark zum Nachdenken über mein eigenes Denken und Einstellungen gekommen, die ich damals hatte, als es passierte. Darüber werde ich sicher im Laufe der nächsten Zeit hier im Blog noch mehr schreiben. Jetzt nur die Abkürzung: ich bin davon überzeugt, je mehr wir solchen Frauen unter die Arme greifen mit Sozialleistungen, Kinderkrippenplätzen etc., desto ’normaler‘ wird es, dass frau halt ungewollt mal schwanger werden kann, desto größer wird auch die Erwartungshaltung der Frauen, dass dies ja problemlos heutzutage machbar ist, und auch die Erwartungshaltung an Arbeitgeber und den Steuerzahler usw…

    Sieh mal, Du selbst stellst es ja gar nicht in Frage, dass Kinder außerhalb einer festen, stabilen Beziehung (Ehe) entstehen und siehst darin kein größeres moralisches Problem. Habe ich damals auch nicht gesehen. Es war halt passiert – Schuldgefühle hatte ich damals überhaupt keine. Das kam erst viel, viel später, als ich merkte, was für ein Wrack eine sogenannte „Einelternfamilie“ ist und wie wichtig ein Vater im Leben eines Jungen ist. Ich habe angefangen zu begreifen, was „Ehe“ eigentlich bedeutet und was für ein falsches Bild von Beziehung, Kinderkriegen, Ehe, Kindererziehung und – ja sogar dem Menschen an sich – ich hatte. Brainwashed by Femininsm & Gender Mainstreaming.

    Wer ungewollt schwanger wird, ist selbst Schuld. Das sollten wir nicht fördern.

    Fördern sollten wir statt dessen: ein Bewusstsein, wie wichtig ein stabiles Elternhaus für Kinder ist, und daher was für einen Wert eine Ehe hat. Wir sollten das Bewusstsein stärken, dass es außerhalb von Ehe besser keine Kinder geben sollte. Dass es wichtig ist, den richtigen Partner zu finden – nicht hinter jedem Hallodri verbirgt sich ein Prinz, der nur wachgeküsst werden will (wie ich es damals von meinem Taxifahrer-Freund dachte). Das Alleinerziehend die ultimative Ausahmesituation ist, eine Notlage, aus der sich frau am besten hilft, indem sie einen Mann findet und eine Familie oder Patchworkfamilie gründet. Dass Kinder Väter UND Mütter brauchen, und dass es ein Märchen ist, dass angeblich die Qualität und nicht die Quantität der gemeinsamen Zeit wichtig für das Kind ist (beides ist wichtig). Fördern sollten wir die Möglichkeit, ein ungewollt entstandenes Kind zur Adoption an eine Familie zu geben, die auf ein solches Kind sehnsüchtig wartet und ihm eine ganze Familie bieten kann … Usw….

  5. Ariane Says:

    Ok, das mit der Wirtschaft wäre zu ausführlich. Lassen wir das Thema.

    Du meinst, niemand ist gezwungen, ONS oder Affären zu haben. Es ist aber die gesellschaftliche Realität. Selbst in Zeiten, in denen ein uneheliches Kind die absolute Katastrophe war, gab es das. Affären und daraus entstandene Schwangerschaften. Da du aus ethischen Gründen nicht abtreiben wolltest, nehme ich mal an, dass du generell dem Thema negativ gegenüber eingestellt bist, d.h. Abtreibungen sollen vermieden werden, oder? Was ist dann die andere Lösung? Sollte mehr verhütet werden (du schreibst ja, du hättest schon einen Termin beim Frauenarzt für die Pille gehabt), um so etwas zu vermeiden, oder sollten Frauen generell sich nicht auf ONS und Affären einlassen? Wenn ja, wie sollte das gefördert werden?

    Adoption: Stimme zu, das sollte erleichtert werden, auch die gesellschaftliche Akzeptanz dafür. Wer es tun will, der sollen keine zusätzlichen Steine in den Weg gelegt werden.

    Vielleicht sollte ich auf meine persönliche Situation zurückkommen. Ich selbst wurde in einer ungünstigen Situation schwanger. D.h. ich hätte Studium UND Kind gleichzeitig packen müssen. Der Mann wäre auch keine feste Stütze gewesen, also entweder alleinerziehend, oder eine Partnerschaft eingehen, die keine Zukunft hat. Gerade auch aus diesen Gründen habe ich mich für einen Abbruch der Schwangerschaft entschieden, weil für mich persönlich die Gründung einer Familie erst in Frage kommt wenn
    – die finanzielle Situation stimmt
    – es eine feste und sichere Partnerschaft gibt.
    Ich würde mich nie auf ein Abenteuer Ausbildung und Alleinerziehend einlassen.
    Nur, den Weg den ich gewählt habe, wirst aus ethischen Gründen wohl verurteilen. Also am Ende ein Widerspruch: Abbruch einer Schwangerschaft ist für dich wohl keine Lösung, Unterstützung für Alleinerziehende dagegen auch schlecht. Und für viele Frauen geht es einfach um diese zwei Alternativen. Wir können natürlich philosophieren über eine Gesellschaft, in der Frauen nur in stabilen Partnerschaften schwanger werden – die Realität ist aber anders.

    Da sehe ich gerade in deiner persönlichen Situation einen Widerspruch – ich nehme mal an, da deine Geschichte offen darlegst, darf ich daruaf aufmerksam machen und fühlst dich nicht angegriffen.

    Du meinst, in deiner Situation, eingetretene Schwangerschaft, sei die einzige ethisch richtige Entscheidung gewesen, das Kind zu bekommen. Du sagst aber auch, Alleinerziehend sei zu vermeiden. Es entsteht ein Spannungsfeld. Du hast diese Situation „fabriziert“, mit der Folge des Alleinerziehend-Seins. Weil du das Kind bekommen hast, hast du in den über 15 Jahren seitdem vermieden, wieder schwanger zu werden, d.h. mit welchen Mitteln auch immer, die Entstehung von einer weiteren Schwangerschaft verhindert.
    Nehmen wir an, die Alternative wäre gewesen, die Schwangerschaft abzubrechen und sich auf den Beruf zu konzentrieren. Später, 2, 5 oder 10 Jahre, hättest einen netten Partner gefunden, mit ihm die Entscheidung getroffen, eine Familie zu gründen, 2,3 Kinder bekommen und wärst als Hausfrau und Mutter zu Hause geblieben. Also eigentlich der Idealfall wie ihn postulierst.

    Du stellst aber beide Auswege als ein Übel dar. Welches Übel sollte aber eine Frau in der Situation wählen, das Übel der alleinerziehenden und berufstätigen Mutter, oder das Übel des Abbruchs einer Schwangerschaft, um diese Situation zu vermeiden? Behandeln wir mal das Thema Adoptionsfreigabe nicht, weil so etwas nicht gesellschaftlich akzeptiert ist, also in den wenigsten Fällen einen Ausweg darstellt.

  6. alleinerziehende Says:

    Hallo Ariane,

    ja, beide Auswege sind Übel und welchen Weg man wählt – das ist eine ethische Abwägung. Da ich (wie Du vermutest) Abtreibung absolut ablehne (aus ethischen Gründen), kommt diese Alternative in meinen Augen gar nicht in Frage. Es bleibt also, das Kind zu bekommen. Nun gibt es aber weitere Alternativen:
    – die Adoptionsfreigabe (halte ich für eine sehr gute Alternative und ethisch zu 100% vertretbar)
    – allein erziehen + berufstätig sein 😦 meist schlecht für die Mutter, schlecht fürs Kind
    – eine neue Familie gründen, heiraten, weitere Kinder bekommen

    Dein Argument „Das ist aber gesellschaftliche Realität“ – dieses Argument zieht nicht, denn wir sind die Gesellschaft, d.h. der Einzelne ist frei, sein Leben zu gestalten und richtige und falsche Entscheidungen zu treffen. Um richtige Entscheidungen zu treffen, muss es aber erst mal die Möglichkeit geben, zu erkennen, was richtig und was falsch ist.
    Und wenn man falsche Entscheidungen getroffen hat, muss man auch die Möglichkeit bekommen, das baldmöglichst zu erkennen. Wenn man da Hilfe von allen Seiten bekommt, erkennt man es nicht!

    Ich sage Dir ganz ehrlich und dafür schäme ich mich heute echt: ich habe ca. 1,5 Jahre am Anfang Sozialhilfe bezogen und davon gelebt! Und ich fand das damals absolut normal, als hätte ich ein Recht darauf, als hätte ich Ansprüche, weil ich alleinerziehend bin! Ich fand mich sogar irgendwie heroisch, dass ich das alles alleine durchziehe, und dann später, wie ich gekämpft habe, während meiner Ausbildung, fanden alle toll, und ich auch! Ist aber Quatsch, denn das Kind bezahlt diesen sogenannten Einelternfamilien-Unsinn.
    Ich glaube, wenn ich damals so richtig sitzengelassen worde wäre, vom Staat, von meinen Eltern, wenn meine Freunde mir gesagt hätten: hey, Du schadest Dir, Du schadest vor allem Deinem Kind, such‘ Dir einen Mann, gründe eine Familie! Dann hätte ich schneller gemerkt, dass ich auf dem Holzweg war. Aber alle waren nur voller Akzeptanz und Bewunderung und das Sozialamt hat gezahlt und ich dachte, ich verhalte mich heroisch und richtig und habe ein Recht drauf und der Kindsvater ist schuld, der mich sitzen gelassen hat!

    Aber ich war selbst schuld! Ich hatte mich mit dem falschen Mann eingelassen (1. Fehler), mit einem Chaoten, den ich für einen verzauberten Prinzen hielt, ich hatte mit ihm ohne ausreichend zu verhüten geschlafen (2. Fehler), ich hatte mich zu einem in sich falschen Lebensweg entschieden (3. Fehler), ich habe auch später in dieser Hinsicht falsche Entscheidungen getroffen (keinen Ehemann gesucht, sondern Abenteuerbeziehungen – 4., 5., 6…. Fehler), ich hatte ein falsches Bild von dem, was ein Kind wirklich braucht (brainwashed by feminism&GenderMainstreaming) (111. Fehler) … usw….

    Und das war so, weil ich es nicht besser wusste. Weil ich in der Schule von Lehrer/innen erzogen wurde, die selbst bis in die Knochen feministisch waren. Weil meine Eltern dazu keine Meinung hatten bzw. selbst diesen Quatsch glaubten. Meine Mutter sagte mir z.B: als ich ihr sagte, als ich schwanger war mich mein Freund verlassen hatte: na ja,, das sei ja heutzutage überhaupt kein Problem mehr. Aller Freunde waren voller Interesse, Bewunderung („Du, das finde ich aber ECHT mutig, dass Du das durchziehst) und vielleicht auch Mitleid, aber keiner sagte mir, dass das was ich mache einfach total falsch ist, dass ich von falschen Voraussetzungen ausgehe.

    Deshalb schreibe ich auch dieses Blog. Alle sind total brainwashed und political correct. Keiner sagt, wie es wirklich ist. Deshalb sage ich es. Weil ich das selbst alles erlebt habe, kann ich das auch glaubwürdig tun. Die meisten Alleinerziehenden belügen sich ja doch selbst, wer gesteht sich schon gerne Schuld ein.

  7. alleinerziehende Says:

    Und nochwas: die meisten meiner Freunde damals, das waren Theologie-Studenten! Meine Kommolitonen. Theologie! Da hat keiner gesagt: hey, Du kannst nicht einfach mit einem Mann rummachen, mit ihm schlafen ohne Ehe oder wenigstens ohne wirklich feste vorheheliche Beziehung – KEINER! T h e o l o g e n!!! (Evangelisch-lutherische. Bei den Katholiken wäre das vielleicht anders gewesen).

    Das ist der Untergang des Abendlandes.
    Deshalb schreibe ich dieses Blog.

  8. Ariane Says:

    Man kann versuchen an gesellschaftlichen Veränderungen zu arbeiten, kurz- und mittelfristig jedenfalls wird es nichts bringen.
    Es gibt nun einmal diese ungewollten Schwangerschaften in ungünstigen Situationen. Und darauf will ich eigentlich hinaus, da du Abtreibung völlig ablehnst und andere Auswege, wenn sie auch eher schlecht sind, favorisierst.
    Nehmen wir jetzt aber an, die Leistungen, insbesondere für Alleinerziehende werden gekürzt. Nach dieser Kürzung werden innerhalb eines beliebigen Zeitpunktes 1000 Frauen ungewollt schwanger, ohne festen Partner, davon
    a) entscheiden sich 300 für das Kind, die auch ohne die Kürzung der Leistungen sich dafür entschieden hätten
    -b)treiben 200 ab, die auch ohne Kürzung der Leistungen abgetrieben hätten
    c) suchen sich 300 einen Partner, egal ob Erzeuger oder einen andern, die sonst das Kind allein erzogen hätten, weil sie es finanziell sonst nicht gestemmt hätten, das Kind alleine zu erziehen
    -d) 200 treiben ab, die nicht abgetrieben hätten, wären die Kürzungen nicht gemacht worden – sehen aber keinen anderen Ausweg.

    a) und b) sind irrelevant. Lösung c) ist das, was du favorisieren würdest. d) verurteilst du auf jeden Fall. c) ist zwar um 50% höher als d), aber d) ist für dich die absolute Nicht-Lösung.
    Ist die Kürzung von Sozialleistungen bei dieser Wirkung also vertretbar, wenn es dazu führt, dass die Zahl der Abtreibungen ansteigt? Eben als Folge dieser Kürzungen? Haben die Kürzungen ihre Wirkungen getan? Oder sind sie nur bei einem andern Zahlenverhältnis vertretbar, nämlich wenn c) 450, d) nur 50?

    Darf ich in diesem Bereich noch weitere Fragen stellen, bzw. hast Lust sie zu beantworten?
    1. Wo endet für dich Verhütung, wo beginnt Abtreibung? Nur weil du schreibst, es war ein Fehler mit dem Mann ohne Verhütung zu schlafen. Gerade wegen der kontrovers diskutierten nidationshemmenden Wirkung der Pille habe ich häufig Mühe, klare Grenzen zwischen Verhütung und Abtreibung zu ziehen.
    2. Ist mir eingefallen, weil vielleicht glaubst Wirkung d) könne man evtl. mit einer Gesetzesänderung vermeiden: Für welche gesetzliche Regelung bezüglich Abtreibung sprichst du dich aus? Verbot? Oder doch erlaubt, nur ist diese Lösung für dich individuell keine Lösung, würdest die Entscheidung aber den betroffenen Frauen überlassen?

  9. Ariane Says:

    @ Theologen-Freunde
    Die Inkonsequenz der Theologen nervt mich. Auch wenn ich anderer Meinung bin, glaube ich, wer den Weg gewählt hat, soll auch dazu stehen. Habe viel weniger Mühe mit Menschen, die konsequent ihre Ansichten leben und vertreten, als diese Weichspül-Theologen (gibt es auch bei Katholiken), mit ihrem „heute ist es anders“, „so streng kann man es nicht sehen“, „vielleicht hat der Papst da doch kein Recht“, etc.

  10. alleinerziehende Says:

    Hallo Ariane,

    zum Teil 1 Deines Beitrags:

    Ich denke, es ist keineswegs erwiesen, dass tatsächlich mehr Frauen abtreiben würden, wenn es weniger oder keine Sozialleistungen gäbe.

    Aber selbst wenn es so wäre, wie Du schreibst: die Anzahl der abtreibenden Frauen würde ansteigen – so würde das nur über einen relativ kurzen Zeitraum der Fall sein, und dann würden insgesamt weniger Frauen ungewollt schwanger werden. Denn dann gäbe es kein soziales Netz, in das sie fallen könnten. Mit welchem Partner ich sexuell wie weit gehe, wäre dann eine Überlegung, die sofort eine solche Tragweite hätte, dass sie sehr viel besser reflektiert würde. Stimmen, die warnen, z.B. von konservativen Christen, würden vielleicht wieder gehört werden und nicht als ’spinnert‘ oder altbacken abgetan werden.

    Heute hingegen ist Abtreibung beinahe ’normal‘ – ich glaube, ich kenne kaum eine Frau (die ich näher kenne), die nicht abgetrieben hat.

    Das Ganze ist so ähnlich wie: würden wir für einfachen Diebstahl (im Kaufhaus o.ä.) die Todesstrafe einführen, so würde nach den ersten Hinrichtungen die Zahl der Diebstähle um vermutlich 95% zurückgehen. (Ich bin trotzdem nicht für die Todesstrafe bei Diebstahl 😉

    An Deinem Widerspruch ist auch ein logischer Fehler: wenn andere Frauen abtreiben, bin nicht ich Schuld, auch nicht, wenn ich für die Kürzung von Sozialleistungen bin. Sie sind selbst schwanger geworden, haben eine ethische Abwägung gemacht und haben sich selbst entschieden. Ich ‚treibe‘ sie nicht in die Abtreibung durch schlechtere soziale Umstände. Sie haben sich selbst in diese Situation getrieben – offenen Auges. Und es gibt Alternativen, die Entscheidung ist ja eben nicht: Abtreibung oder Alleinerziehen.

    Dann zu Deinen beiden Fragen:

    zu 1) Verhütung ist vor der Verschmelzung von Ei und Samen und Abtreibung nachher. Ein Graubereich ist in meinen Augen, wenn sich Ei und Samen bereits vereint haben, aber in der Gebärmutter noch nicht eingenistet haben. Wo genau das Leben anfängt, kann ich nicht sagen. Klar ist denke ich allen, dass ein Kind, das durch Geburt das Licht der Welt erblickt hat, nicht umgebracht werden darf, auch nicht unmittelbar nach der Geburt. Es genießt dann die vollen Menschenrechte. Wie ist es aber unmittelbar vor der Geburt? Wie ist es 4 Wochen vor der Geburt? 4 Monate? Wo ist die Grenze? Wer darf das bestimmen?

    Zu 2) sehr schwierige Frage, aber doch wohl eher für Verbot plus gleichzeitigem Forcieren (nicht Zwang) von Alternativen (Adoption). Diese wird von Frauen ja nur aus egoistischen Motiven abgelehnt („Ich könnte es nicht ertragen, wenn ich wüsste, irgendwo auf dieser Welt läuft ein leibliches Kind von mir“) und aus einer Art Größenwahn heraus, nur sie, die leiblichen Mütter wüssten, was gut für ihr Kind sei, alle anderen seien diesbzgl. minderbegabt (weil genetisch nicht verwandt, fast eine Art Rassendenken).

  11. Kerstin Says:

    Ich beobachte die Diskussion hier mit Spannung, will eigentlich auch nicht in Euren Privatdiskurs dazwischenfunken. Ich halte Arianes Einwände für sehr spannend, die jetzt aber unbefriedigend beantwortet worden sind.
    Du nennst es einen Graubreich bei der Abtreibungsfrage, wenn ein Mittel ach Verschmelzung von Samen- und Eizelle wirkt. Hat das Konsequenzen auf deinen Lebenswandel? Wie du ja angeblich schreibst, gehörte es zu deinem Plan, beim Gyn die Pille zu holen. Die wirkt ja eben auch in diesem Graubereich. Wie hast denn die ganzen Jahre durch verhütet? Nein, das ist keine intime Frage, sondern maßgebend für den Diskurs. Abtreibung nein, potentielle Frühabtreibung mit der Pille (Nidationshemmung und Tubenfaktor) ja?

    Du forderst ein Abtreibungsverbot bei gleichzeitigem Kürzen der Hilfen für Alleinerziehende. Ausgehend vom eigentlich Text geht es nur um erteres, Kürzung von Sozialhilfe, Abtreibungsregelung bleibt weiter unberührt. Das führt zwangsläufig zu mehr Abtreibungen.
    Würde man diese Kürzung mit einem Abtreibungsverbot kombinieren, kämen noch mehr Frauen in Notlagen. Es gäbe viele und gefährliche illegale Abtreibungen. Die Frau hätte die Wahl zwischen eine Partnerschaft, das würde Machtzuwachs für die Männer bedeuten, weil Frauen von ihnen abhängig sind oder einer illegalen Abtreibung. Das hatten wir schon einmal. Vielleicht solltest mal Berichte über verstümmelte Frauen lesen und solche die nach einer verpfuschten Abtreibung gestorben sind.

    Weshalb kommen denn die Männer nicht zum Zug in deinen Ausführungen? Sollte man, wenn man deine Forderungen konsequent umsetzt, nicht aus die Männer zur Verantwortung ziehen? Zwang zu einer Partnerschaft, wenn sie eine Frau geschwängert haben?

  12. alleinerziehende Says:

    Hallo Kerstin! Willkommen!

    Als erstes zu den Männern – guter Punkt. Ja, ich denke, Männer stehen vor genau der gleichen Entscheidung. Wenn sich die Frau gegen das Kind entscheidet – könnte sich der Mann immer noch dafür entscheiden und das Kind erziehen oder mit ihm eine neue Frau suchen und eine Familie gründen.

    Dass ich Männer hier nicht so erwähne, hängt mit meinen subjektiven, persönlichen Erfahrungen mit Männern zusammen. Ich habe sie in meinem Leben bisher meist so erlebt, dass sie sich vor Verantwortung drücken. Helden habe ich bisher meist nur aus der Ferne gesehen (zu Helden zähle ich aber auch Familienväter, die treu sind und zu ihren Kindern und ihrer Frau stehen). Und eine einschneidende Enttäuschung war natürlich meine Desillusionierung durch den Vater meines Kindes, der von Anfang an jeglichen Umgang mit seinem Sohn ablehnte, ja nicht einmal das (das wäre ja noch irgendwie mutig-entschlossen gewesen) – er wich dem aus, das aber konsequent. Deshalb bin ich, was die Männer betrifft, etwas zurückhaltend in meine Äußerungen.

    Verhütung: später hatte ich eine Hormonspirale, und ich habe Gummis verwendet. Ich habe die Pille nicht vertragen.
    Mit meinem persönlichen Gewissen könnte ich aber die Verhütung mit Pille wohl vereinbaren (ich bin nicht sicher), auch wenn das in diesen Graubereich fällt (ich habe mich mit dieser Frage bzgl. Pille noch nie auseinandergesetzt :-/ ) – eine Abtreibung wird aber in einem Stadium vorgenommen, wo es sich unumkehrbar und unverkennbar um einen wachsenden Menschen handelt.

    Ich habe jetzt mehrere Jahren lang keine Beziehung mehr gehabt und würde aus heutiger Sicht nicht mehr leichtfertig mit jedem Mann, in den ich mich verliebe, ins Bett steigen, egal ob mit oder ohne Pille/Spirale/Gummi – nicht ohne Aussicht auf mehr, auf eine feste Partnerschaft und Ehe.

    Im Grunde genommen fängt das Elend an beim vorehelichen Geschlechtsverkehr, da hat die Kirche wohl doch Recht.

    Und dem Rest Deiner Argumentation kann ich nicht folgen: dass Frauen die Wahl hätten zwischen Partnerschaft oder illegaler Abtreibung – falsch, denn: die Frauen haben zuerst einmal die freie Wahl, eine Schwangerschaft selbstverschuldet zu riskieren. Wenn sie das tun, müssen sie die Folgen tragen (und die Männer ebenso, die ich auf Grund meiner Alleinerziehenden-Perspektive in meinen Überlegungen zugegeben hier etwas vernachlässige).

  13. Kerstin Says:

    Naja, was den genannten Graubereich angeht, ist die Hormonspirale wohl noch hefitiger als die Pille. Die Forschung ist sich aber uneins. Die Grenze Abtreibung/Verhütung ist mit dem Zeitpunkt der Nidation gesetzlich sehr willkürlich gewählt und wird ja von der Kirche auch so nicht akzeptiert. Ob ein Embryo vor oder nach der Einnistung zerstört wird, ist für mich irrelevant, weil in diesem Fall die Grundsatzfrage eine Rolle spielt, ob dieses Wesen ein Lebensrecht hat, bzw. dieses Lebensrecht stärker zu gewichten ist, als die Entscheidung der Frau über ihren Körper.

    Du schreibst ja selbst über deine eher negativen Erfahrungen mit Männern. Das ist eben der Grund, weshalb es alleinerziehende Frauen gibt und Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen, weil sie mit dem betroffenen mann kein Kind, geschweige denn Partnerschaft, haben wollen/können.

    In deiner idealen Welt würde es also nicht zu unerwünschten Schwangerschaften kommen, weil Frauen nicht einfach mit jedem so ins Bett steigen. Sicher hat die moderne Zeit zu einem freizügigeren Umgang geführt, aber außerehelichen Verkehr hat es schon immer gegeben. Man kann die Triebe und die Lust nicht einfach abschalten. Dafür sollte die Menschheit dankbar sein. Hätten Menschen nur dann Kinder gezeugt, wenn die Partnerschaft wirklich steht, wären wir schon längst ausgestorben.

    Du sagst, du seist jetzt zurückhaltend mit Männern geworden. Aber mal Hand aufs Herz, wird man nicht per se im Alter ein wenig ruhiger? Mit wie vielen Männern warst schon in der Kiste? Vor der Geburt deines Kindes und danach?
    –> Ich verlange keine Antwort
    Hast dir da wirklich Gedanken gemacht, es sei nicht so gut? Oder waren es eher Lust und Triebe, die dazu geführt haben? Verstehst du was ich meine? So wie wohl du gehandelt hast, so lebt die Mehrzahl der jungen Frauen. Wie will man das so etwas wie Treue vermitteln? Gerade losgelöst von der Religion, die eine immer geringere Rolle spielt?
    Hätte jemand dir mit 20 gesagt, du sollst gefälligst nicht enfach so mit Männern ins Bett gehen, hättest wirklich zugehört? Hätte dir jemand mit 30 gesagt, du sollst doch einen Vater für dein Kind suchen, und nicht einfach so mit einem Mann in die Kiste steigen, hättest da zugehört?
    Genauso wie man dich damals hätte ändern können, so wenig wird die heutige Generation der gebärfähigen Frauen zuhören.

  14. alleinerziehende Says:

    Hallo Kerstin,

    das sehe ich anders. Ich blicke da mal auf die USA, wo es eine große Bewegung konservativer evangelikaler Christen gibt, die sehr wohl versuchen, diese Werte (vorheheliche Enthaltsamkeit etc) zu leben und an ihre Kinder zu vermitteln. In diesen Gruppen gibt es auch ungewollte Schwangerschaften, aber sicher weniger, und sicher sehr viel weniger Abtreibungen.

    Du hast recht – das Prinzip „eine gegen alle“ funktioniert nicht, und hätte mir damals eine einzige Person gesagt: he, enthalte Dich vor der Ehe! hätte ich gedacht, bei dem piepts ja wohl nicht richtig 😉

    Aber wenn sich mehrere zusammentun, z.B. in einer Gemeinde, könnte das schon besser funktionierne. Wenn dort eine Jugendkultur gelebt wird, die das als echte Tugend findet, zumindest als Ideal, dem man nachstreben kann (was zumindest zu vielen Überlegungen und zum bedachtsamen Umgang miteinander führen wird), und nicht als Außenseiter. Eine Jugendkultur, in der Promiskuität jemanden zum Außenseiter abwertet. In der man sich als Jugendlicher solche Gedanken machen darf und solche Ideale leben kann, und trotzdem Freunde haben kann, und sich in Mädchen/Jungs verlieben kann, die das nicht dumm und peinlich finden.

    Siehst Du, ich sehe es genau anders herum wie Du. Ich denke, unsere Kultur hier diesbezüglich, also auch die Ideale, die ich damals hatte, mein ganzes Weltbild, ist ein Riesenschritt rückwärts – nicht in ein aufgeklärteres Zeitalter nach vorne sondern in einen großen Schritt zurück in die Barbarei, denn:

    Gefühle und Triebe und Lust kann man nicht abschalten, aber man kann damit umgehen – man kann und muss sie steuern. Man muss Herr über seine Triebe werden. Dies ist das Prinzip unserer gesamten Zivilisation.

    Indem wir hier in Europa das Lustprinzip herrschen lassen, geben wir ein Teil davon auf. Und es entsteht großes Leid. Narzissmus, Egoismus – und (bzgl. Sexualität) die Kinder bezahlen.

    (Offtopic) Interessanterweise werden diese evangelikalen Gruppierungen in den USA bei uns nach Strich und Faden verteufelt und gehasst, wie auch die wenigen evangelikalen Gruppen, die es bei uns in Deutschland gibt. Das zu diskutieren, die Ursachen usw. führt jetzt aber zu weit, denke ich. Ich gehöre übrigens selbst nicht einer solchen Gruppe an, bin evang.-luth. mit großer Sympathie zur kath. Kirche, vielleicht konvertiere ich mal.

  15. Kerstin Says:

    Im Rückblick hätte man natürlich vieles anders machen können und man verfällt schnell in die Ich-sage-dir-das-ist-nicht-gut-so-Situation.
    Es gab eine Phase in meinem Leben, da hatte ich innerhalb von 2 Jahren Geschlechtsverkehr mit 9 Männern. Fast jedes Wochenende mit einem, der nicht mein Partner war. Es bielb bei 9, weil die Auswahl an attraktiven Männern eher gering war, so wiederholten sich die Bettgeschichten häufig mit den gleichen Personen. Ich sage jetzt, mit 26, das war nicht gut. Aber selbst wenn mir jemand gesagt hätte, ich sei eine Schlampe, hätte ich es genauso getan. Eine Mischung aus Abenteuerlust, sexueler Lust und Trieben.

    Ich habe in einer Partnerschaft, die fast ein Jahr dauerte, mit der Pille geschlampt. Ich wurde schwanger und habe abgetrieben. Das war blöd, ich hätte die Pille immer pünktlich nehmen sollen und die unangenehme Erfahrung wäre mir erspart geblieben.

    Trotz dieser Erfahrung habe ich vor einem Jahr, als in einer Affäre das Kondom geplatzt ist, mir nicht die Pille danach geholt. Ich wurde wieder schwanger, habe zum zweiten Mal abgetrieben. Ich hätte es doch wissen sollen. Man hätte das wieder vermeiden können. Es ist dennoch geschehen.

    Ich habe vor Jahren Dinge konsumiert, die man lieber nicht konsumieren sollte. Das war ein dummer Fehler. Habe es dennoch getan.

    Ich bin jetzt 26 Jahre alt, also noch ein Jungchen im Vergleich zu dir.
    Ich war im Bett mit schätzungsweise 15 Männern, ich habe zwei Abtreibungen hinter. Ich habe ein Arschgeweih tättowiert (kurz nach meinem 18. Geburtstag), das mir nicht mehr gefällt. Ich hätte vieles anders machen können, von den 15 Männern waren 12 kurze Geschichten, die nur Ärger gebracht haben. Hätte ich nicht tun sollen. Getan habe ich es aber. Wie es viele andere auch tun.
    Man hat immer von der Realität auszugehen und nicht von irgendeiner Idealsituation.

  16. Kerstin Says:

    Gibt es in diesen Gruppen tatsächlich weniger ungewollte Schwangerschaften?
    Die Abtreibungsquote ist in den USA viel höher als in Deutschland. Sowohl auf gebärfähige Frauen als auch auf Geburten bezogen. Wo ist denn da die Wirkung dieser Gruppen?

  17. alleinerziehende Says:

    Nochwas:

    Kerstin, Du sagst „Hätten Menschen nur dann Kinder gezeugt, wenn die Partnerschaft wirklich steht, wären wir schon längst ausgestorben“ – ich würde das anders formulieren: hätten die Menschen nur dann Kinder gezeugt, wenn die Partnerschaft wirklich steht, gäbe es weniger Unglück, weniger Kriminalität, etc etc.. die Familie ist tatsächlich die Keimzelle der Gesellschaft. Eine gute, einigermaßen ‚heile‘ Familie ist von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft. Die Chancen (nicht Garantie!), dass sich ein Kind gut entwickelt, ist in einer solchen klassischen Familie einfach am größten. Deshalb: nicht zurück zu den alten Zwängen, aber vorwärts zu einer bewussten Rückbesinnung auf Werte, die wir neu entdecken müssen!

    Ich finde es auch nicht selbstverständlich, dass Religion per se Quatsch sein sollte. Ich finde Religion überhaupt nicht Quatsch und es gibt andere, die das auch so sehen. Ich glaube, dass es da eine Renaissance geben wird mittelfristig.

  18. alleinerziehende Says:

    Die USA bestehen aus weit mehr als nur evangelikalen Gruppierungen. Wenn ich Zeit habe, googele ich mal nach Statistiken. Aber auch ohne Statistiken bin ich mir absolut sicher, dass es innerhalb dieser Gruppíerungen weit weniger Abtreibungen, viel mehr Adoptionen und weniger „ungewollte“ (sagen wir besser nicht bewusst geplante) Schwangerschaften gibt.
    Ich höre täglich amerikanische konservative Radiosendungen, wo ich davon einiges mitbekomme und habe u.a. ein konservativ-evangelikales Magazin (Focus on the Family) abonniert 🙂
    Das ist keine absolut heile Welt, aber da werden Werte hochgehalten, die bei uns schon lange untergegangen sind. Nicht nur bei den Evangelikalen, auch bei den orthodoxen Juden und bei den LDS (Latter Day Saints). „Adoption“ ist dort (in diesen konservativ-religiösen Kreisen) ein Standardthema. Bei uns: Fehlanzeige.

  19. alleinerziehende Says:

    @ Kerstin

    zu Deinem langen Kommentar, dort sagst Du im letzten Satz:

    Man hat immer von der Realität auszugehen und nicht von irgendeiner Idealsituation

    Du gehst aber nicht von Deinen eigenen inneren Werten aus, sondern davon, was die Umwelt von Dir erwartet. Dass Du hier offen schreibst, Du seist in 2 Jahren mit 9 Männern im Bett gewesen, zeigt ja, dass da noch irgendwie eine Art Stolz mitschwingt, auch wenn das jetzt im Nachhinein vielleicht unvernünftig war – Du bist, wie ich auch damals, von den Erwartungen Deiner Umwelt tief geprägt.
    Ein modernes Mädchen ist frech und sexy und nimmt sich, was sie kriegen kann.

    Ich weiß von mir selbst ganz sicher, dass ich lange Zeit unter einem enormen Erwartungsdruck diesbzgl. stand. Ich hatte erst relativ spät, mit 20 meinen ersten GV,und das war für mich fürchterlich, so spät dran zu sein, nicht mitreden zu können …

    Dass Du aber hier in diesem Blog mitliest, zeigt doch, dass da noch etwas in Dir ist, etwas Anderes, dass Dich diese Fragen auch beschäftigen, dass sie noch nicht beantwortet sind, dass das, was Du „Realität“ nennst, nicht alles ist, sondern (aus meiner Sicht) ein aufgezwungenes Verhaltensmuster, der Druck der von außen kommt, dass man anerkannt ist, cool ist, souverän, selbstbewusst, und dazu gehört nunmal, dass man schnell ins Bett steigt, das wird einen überall vorgelebt und vorgemacht – überall! Im Fernsehen, Rundfunk, Kino, Frauenmagazinen usw usw… total versaute Kultur, wenn ich das mal so krass sagen darf!

    Wenn ich heute auf das zurückblicke, was ich so gemacht habe (das will ich jetzt hier nicht im Detail ausbreiten) fühle ich mich billig und moralisch minderwertig. Ich fühle mich wie ein Gebrauchtwagen, kommt vielleicht auch zusätzlcih daher, dass ich 40 bin.

  20. Ariane Says:

    @ Kerstin und Alleinerziehende bezüglich Eurer Männergeschichten

    Du hast unter einem enormen Erwartungsdruck gestanden, weil erst sehr spät deinen ersten GV hattest. Ich stand wiederum unter Druck, weil ich ihn im Verhältnis auf mein damaliges Umfeld relativ früh hatte. Ebenso stand ich unter Druck weil ich gleich wie Kerstin eine Zeit hatte, in der ich viele Männergeschichten hatte, wenn auch weit weniger als Kerstin. Die gesellschaftlichen Erwartungen sind doch klar. Erster GV für ein Mädchen am besten mit 17, dann 2, 3 Sexualpartner bis es zu einer festen Partnerschaft, bzw. Ehe kommt. Wer darunter ist, fühlt sich unter Druck gesetzt, wer darüber ist, versucht das auch lieber zu kaschieren. Ich ging nie mit meinen Männergeschichten hausieren, weil dies nicht gerade der gesellschaftlichen Erwartung, u.a. meiner Eltern, entsprach. Alles was von der gewollten Norm abweicht, wird lieber verdeckt und ich verstehe Kerstin nicht so, als würde Stolz mitschwingen – vielleicht interpretiere ich es aber falsch.

    Wenn Ihr schon so intime Fragen angschnitten habt: Mit wie vielen Männern hat euch denn Sex Spass gemacht? Waren es nicht wirklich gute Orgsamen, die Ihr gehabt habt, Sex rein aus Lust, mit mehr oder weniger sicherer Verhütung, gleich wie wenn man im Sommer ein Schokoladeneis verzehrt, obwohl es ungesund ist, es bereitet Freude.
    Hättest du, Alleinerziehende erst später als mit 20 deinen ersten Mann gehabt, wenn die Erwartungshaltung eine andere wäre?

    Ich kann schlecht in dieser Richtung argumentieren, weil du in Richtung Religion und Moral argumentierst. Da ist es ganz klar schlecht, Sex ohne Ehe zu haben, deshalb auch der Umstand, weshalb dich als Gebrauchtwagen fühlst. Wie würdest du aber einer Frau, welche nicht diese Wertvorstellung teilt, erklären, weshalb es schlecht ist, in lockeren Beziehungen Sex zu haben? Sagen wir mal so, Sex mit sicherer Verhütung vor Schwangerschaften und Krankheiten? Ist es nicht ein Ding der Unmöglichkeit?

    Du warst ja, so lese ich aus der Tatsache, dass schreibst schon damals seist sehr stark gegen Abtreibung eingestellt gewesen, schon früher „religiös angehaucht“. Dennoch kam es zu x-Männergeschichten, wie du schreibst. Wie hätte man dir damals erklären können, es sei nicht gut?
    Wie könnte es man jungen Mädchen erklären, die noch weniger an diese Werte glauben?

  21. alleinerziehende Says:

    Hallo Ariane 🙂

    Du schreibst „Wie würdest du aber einer Frau, welche nicht diese Wertvorstellung teilt, erklären, weshalb es schlecht ist, in lockeren Beziehungen Sex zu haben?

    na das versuche ich doch hier in meinem Anti-Alleinerziehenden-Blog: ich erkläre, dass das feministische Menschenbild (Stichwort Gender-Mainstreaming) Quatsch ist, damit andere früher als ich zum Nachdenken kommen 😉 Ich erkläre, dass Alleinerziehende nicht bewundernswerte mutige Frauen sind, sondern bedauernswerte, fehlgeleitete Geschöpfe.

    Und ich will nicht argumentieren: Religion -> daher ist Promiskuität schlecht sondern umgekehrt: Promiskuität ist schlecht, daher hat Religion doch recht – also umgekehrt. Denn mit Religion holt man heute hier bei uns niemanden hinterm Ofen hervor, ist mir schon klar.

    Mit wievielen Männer sexuell was Spaß gemacht hat, darüber will ich hier nicht diskutieren, das ist nicht das Thema

    Hättest du, Alleinerziehende erst später als mit 20 deinen ersten Mann gehabt, wenn die Erwartungshaltung eine andere wäre?
    Kann ich nicht sagen, aber was ich sicher weiß: wenn ich damals denken würde, wie ich heute denke, wäre ich nicht ungeplant schwanger geworden, sondern hätte vermutlich studiert, geheiratet, Kinder bekommen und wäre jetzt in der Phase der langsamen Orientierung nach dem „was mache ich danach beruflich“, irgendwie so. Ich glaube auch nicht, dass ich mit Sex bis zur Ehe gewartet hätte, aber ich hätte mir das für den Mann aufgehoben, mit dem ich ziemlich sicher eine Ehe eingehen werde. Und hätte mir den Mann viel genauer und klüger ausgesucht, wäre weniger naiv.

    Und das ist nicht unbedingt eine Frage der Lebenserfahrung. Ich glaube, im optimalen Fall, also wenn Elternhaus da relativ weise ist und ein Umfeld gegeben ist, in dem darüber ähnliche Werte gelebt werden und vermittelt werden wie in diesem Elternhaus (z.B. in einer Gemeinde), dann steht man schon mit 20 da, wo ich jetzt mit 40 stehe.

    Ich geben zu, dass dazu unsere MTV(die Fernsehsendung)-Kultur extrem feindlich ist, auch in den USA natürlich. Man muss sich sein Umfeld suchen, schaffen, bewusst in Gemeinschaft begeben mit Leuten, die andere Werte als MTV haben.

    Ich habe das nicht gemacht (weil ich total dachte wie alle), und im normalen Umfeld hat man keine Chance, auch nicht für seine Kinder. Mein Sohn hat glaube ich ca. mit 12 seinen ersten richtigen Sex gehabt, oder früher. Da habe ich aber auch erst langsam angefangen zu begreifen, dass etwas ziemlich schief läuft.

  22. Ariane Says:

    Glaub nur nicht, das Elternhaus spielt eine Rolle. Meine beste Freundin kam aus einem streng religiösen Elternhaus und war geschockt, als sie mich mal gefragt hat, ob ich auch bei ihren Gruppensexparties mitmachen will. Anfangs spielte sie den Eltern noch ein Theater vor, später tat sie alles offen. Ich nehme an, Kerstin ist extrem seriös im Vergleich zu dieser Dame. Ihre Eltern waren tiefgläubig, eine evangelische Freikirche. Im Aufklärungsunterricht fehlte sie, in ihrer Gemeinde wurde ihr eingehämmert, Sex sei erst was für die Ehe. Das Ergebnis war in dieser Hinsicht ein Fiasko.
    Vielleicht wird sie mit 40 wieder anders denken und irgendwelche Werte die ihr vermittelt worden sind, entdecken.

    Zu deinem Leben: Du stellst die Überlegung an, was wäre, wärst vorsichtiger mit Männern gewesen. Darf ich dir aber eine Gegenfrage stellen? Was wäre, hättest damals deine ethischen Bedenken mal unberücksichtigt gelassen und hättest in einem 10 minütigen Eingriff deine Schwangerschaft beenden lassen? Wie wäre es dann mit deinem Leben weiter gegangen?
    (sage gerne später worauf ich hinaus will)

  23. alleinerziehende Says:

    Doch, das Elternhaus spielt garantiert eine Rolle – aber es ist chancenlos, wenn die Umwelt genau das Gegenteil erwartet. Das ist (auf anderer Ebene) ja auch das Problem, das Migrantenkinder aus Familien mit stark unterschiedlichen kulturellen Werten haben). Davon werden auch überdurchschnittlich viele kriminell, und/oder zu Schulversagern etc.

    Du fragst, was geworden wäre, wenn ich abgetrieben hätte damals: Ich weiß nicht, wie es mit meinem Leben dann weitergegangen wäre, ehrlich! Nehmen wir mal den Idealfall an: sehr gut. Studium fertig gemacht, eine Weile gearbeitet, den richtigen Mann getroffen, geheiratet … aber das alles wiegt doch das Leben meines Sohnes nicht auf. „Abtreibung“ gibt es irgendwie in mir nicht, es war tatsächlich in keiner Sekunde jemals als Möglichkeit da für mich. Ich würde auch kein behindertes Kind abtreiben, ich liebe das Leben viel zu sehr.

    Es klingt pervers und widersprüchlich zu allem, was ich schreibe, aber: ich bin mit mir relativ im Reinen und bin sogar glücklich. Mein Leben ist nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, aber ich weiß, dass ich die (teilweise bitteren) Früchte ernte, die ich selbst gesät habe – dass ich für das Ergebnis hier selbst verantwortlich bin. Mein Sohn sagt, er glaube nicht an Gott, hat sich nicht mal konfirmieren lassen, hat schon lange Sex gehabt, raucht (mehr oder weniger heimlich), ist fast von der Schule geflogen und statt kluge Bücher zu lesen liest er maximal Mickey Maus und spielt ansonsten den ganzen Nachmittag Counterstrike. Aber manchmal setze ich mich neben ihn (wenn er mich nicht gleich rausbittet weil er gerade mit 4 Freundinnen chattet parallel) und gucke zu und er erklärt mir mal was, er ist schon ein richtig hübscher junger Mann mit tiefer Stimme, das macht mich sehr glücklich, ich kann das nicht beschreiben!

    Meine Cousine hat abgetrieben und hat zu mir später sehr ehrlich gesagt: „Weißt Du, ich wollte nicht so wie Du leben“. (Sie war die einzige, die mir jemals so ehrlich sowas gesagt hat). Damals war ich einerseits betroffen (‚wirke ich so jämmerlich??‘), auch andererseits überrascht, wie wenig sie begreift, was es bedeutet, einen Sohn zu haben, auch wenn man Probleme hat, die Polizei war bei uns, eine Gerichtsverhandlung hat mein Sohn hinter sich (und ich als Zuschauerin hinter mir), alles Mögliche, aber trotzdem.

    Ich glaube, wenn ich damals abgetrieben hätte, wäre ich heute noch so naiv wie damals. Die Ehe wäre garantiert auch schief gegangen, weil ich da mit feministischen 50:50 Vorstellungen ran gegangen wäre und überhaupt erwartet hätte, mein Mann wäre (im Wesen, innerlich wie) eine Frau. Ich hätte zu hohe und noch dazu falsche Erwartungen gehabt.

    Und, das habe ich ja in einem anderen Beitrag schon geschrieben: je konservativer ich werde und das auch so meinem Sohn gegenüber rüberbringe, desto besser läuft hier alles. Je mehr ich meine Sohn SOHN (also männlich) sein lasse, desto besser geht alles. Heute hatte er ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildungsplatz, das macht mich wahninnig glücklich.

    Auch die Aufräumaktion von Freitag, wo wir wirklich gemeinsam gearbeitet haben (na ja, Mama:Sohn ca. 70:30 und ich habe kommandiert, aber immerhin) hat mich total glücklich gemacht.

    Ich hatte früher mehr vom Leben erwartet, aber es wird schon.

  24. alleinerziehende Says:

    Ach ja, Ariane,
    noch eine Bemerkung zu allem, und das klingt jetzt vielleicht wieder widersprüchlich:

    Nochmal zu Deiner Abtreibungsfrage: Die beste Entscheidung damals wäre vermutlich gewesen, meinen Sohn unmittelbar nach der Geburt zur Adoption in eine gute Familie zu geben. Das hätte ihm einiges erspart, glaube ich, vor allem die Orientierungslosigkeit, weil kein Vater da ist. Und er hätte Geschwister, es tut mir wahnsinnig leid, dass er keine Geschwister hat. Aber damals dachte ich auch, ich sei neunmalklug, würde als einzige die Welt begreifen, würde als einzige am allerbesten wissen, was für meinen Sohn gut war … eine Art Größenwahn. Da bin ich viel bescheidener geworden.

  25. Ariane Says:

    Ich verstehe was deine Cousine wohl gemeint hat. Ich wollte da auch hinaus: Du schreibst so, als wäre es ein Fehler gewesen, deinen Sohn zu behalten, vor allem wenn du meinst, du hättest ihn zur Adoption geben sollen. Am Ende spricht, nüchtern betrachtet, gäbe es deinerseits keine Vorbehalte gegen eine Abtreibung, alles dagegen, das Kind bekommen zu haben. So wie du es formulierst. Und gerade so wie du argumentierst, werden Frauen zu einem einfachen Fazit kommen: In so einer Situation lieber abtreiben – dann wenn sie deine Vorbehalte in dieser Frage eben nicht teilen. Das ist gerade der Widerspruch: Einerseits argumentierst voll dagegen, in so einer Situation ein Kind zu bekommen und allein zu erziehen – etwas was sehr stark gegen eine Fortsetzung der Schwangerschaft spricht.
    Vielleicht hälst du mich für hart und abgebrüht. Die Gründe waren bei mir ähnlich, ich sah es damals als ungünstig an, allein und mitten im Studium ein Kind zu bekommen und zu erziehen. Ich hatte diese Vorbehalte aber nicht. Deshalb war es für mich einfach, die Entscheidung zu treffen. Der Abbruch war bei mir unter lokaler Betäubung, ich empfand, als ich das Absauggeräusch hörte, keine Trauer, sondern fühlte mich sehr befreit, weil damit meine unerwünschte Situation beendet war. Weil ich eben diese Vorbehalte nicht hatte. Und viele Frauen haben sie nicht. Gerade deshalb werden, falls die Unterstützung für Alleinerziehende reduziert wird, noch mehr Frauen diese Entscheidung treffen. Die Entwicklung hat also Folgen, die in deinen Augen sehr schlecht sind.

    Ich glaube nicht, dass dein Sohn froh wäre, adoptiert worden zu sein. Trotz aller Schwierigkeiten fühlt sich ein Kind am stärksten seinen leiblichen Eltern gegenüber verbunden.
    Ja, war es aber nicht am Ende deine Entscheidung, dass dein Sohn keine Geschwister bekommt? (bzw. was nicht ist, kann noch werden :-))

  26. alleinerziehende Says:

    „Ja, war es aber nicht am Ende deine Entscheidung, dass dein Sohn keine Geschwister bekommt?“

    Ja, war es, und es war eine Fehlentscheidung. Jetzt ist es ein wenig spät und ich weiß auch nicht, ob ich nochmal von vorne anfangen will. Auch der Altersunterschied wäre sehr groß. Bin da in einer Orientierungsphase.

    Über die Moral bzw. Unmoral von Abtreibungen diskutieren ich eigentlich nur sehr ungern direkt, es ist auch nicht das Thema des Blogs hier, weil ich regelrecht Angst habe, andere da im Nachhinein zu konfrontieren, weil ich es nicht mehr rückgängig machbar ist.

    Aus meiner Sicht spricht aber das, was ich geschrieben habe nicht gegen eine Fortsetzung der Schwangerschaft, sondern gegen einen unvorsichtigen Umgang mit Sex und Männern – kurz – gegen Dummheit und Naivität. Die Schwangerschaft ‚ohne Mann‘ (z.B.) ist ja nur eine Folge davon und da sinds ja dann schon zwei (mit abwesendem/desinteressiertem Mann theoretisch drei) Leben, die betroffen sind und entscheiden kann ich nur über meines, nicht aber über das des Kindes.

    „Trotz aller Schwierigkeiten fühlt sich ein Kind am stärksten seinen leiblichen Eltern gegenüber verbunden“
    Das ist ganz und gar nicht richtig, denke ich. Wenn das Kind von Anfang an ein gutes und liebevolles Elternhaus hatte, wird es sich damit verbunden fühlen – egal, ob leiblich oder nicht.

  27. Ariane Says:

    Naja, ganz knapp hättest jetzt ja noch Zeit dafür 🙂

    Das Thema Abtreibung wurde ja nur am Rand erwähnt. Ich habe so darauf insistiert, weil eben die meisten andere Folgerungen ziehen werden: Deine Intuition, Kürzungen von Hilfe für Alleinerziehende würde zu einem vorsichtigeren Umgang mit Sex und Männern führen, kann auch nach hinten losgehen, da viele in so einer Lage einfach sagen werden, Alleinerziehend ungünstig, bzw. nicht machbar, also treiben wir eher ab. Das ist die logische Konsequenz, die kurz- und mittelfristig viele daraus ziehen werden. Deshalb meinte ich, am Ende hat das Folgen, die dir gar nicht gefallen würden.
    Aber hast Recht, Abtreibung ist eine unendlich Diskussion. Kannst es ja von mir aus auf privater Ebene mit mir machen, aber im Blog würde es sich tatsächlich zu einer unendlichen Geschichte ausweiten.

  28. alleinerziehende Says:

    Diese Konsequenz würden vielleicht manche ziehen, die sehr materialistisch ausgerichtete Wertvorstellungen haben. Wenn wir jedoch die Verantwortung für den Lebenswandel, die Entscheidungen, die Partnerwahl usw. zurück an den Einzelnen geben, anstatt Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen zu alimentieren, zu entschuldigen, political correct schönzureden, würde sich die Mentalität hier bei uns ändern: Rückbesinnung auf Werte, Diskussionen über Werte und vor allem Eigenverantwortung und Eigeninitiative.

    So ein Drama entsteht vor allem durch falsche Partnerwahl, nicht in erster Linie durch den Staat, der dann im Nachhinein entscheiden soll, wer recht hat und wer nicht und wo das Kind besser aufgehoben ist. Der Aufschrei in den Kommentaren gilt aber in erster Linie dem Staat und dem Unglück und Unrecht, das dem leiblichen Kindsvater geschieht, als wäre das alles quasi vom Himmel gefallen und von selbst passiert.

    Es ist so, wie wenn man einen Orchidee in falsche Blumenerde (Alleinerziehende, Scheidung …) pflanzt. Man kann sie pflegen (liebevolle Mama) und gießen (Sozialleistungen) und für richtige Lichtverhältnisse (Kinderkrippe, Tagesmutter) sorgen soviel man will: sie wird sich nie blühend entwickeln, soviel Mühe man sich auch gibt. Man muss halt für die richtigen Voraussetzungen sorgen, die richtige Blumenerde verwenden (intakte Familie: Vater, Mutter, am besten noch Geschwister), damit die Orchidee eine richtige Chance bekommt und nicht ihre ganze Energie darauf verwenden muss, mit der falschen Blumenerde zurecht zu kommen.

  29. Ariane Says:

    In deiner Ansicht, es würden Fehltentwicklungen gefördert, würde ih dir doch gerne widersprechen, vor allem wenn das in Gegensatz zur guten alten Zeit stellst. Ich würde behaupten, heute sind Frauen einfach viel glücklicher mit ihrer Lebenssituation als vor 50 Jahren. Sicher ist es eine Belastung, wenn Erwerb und Erziehung an einer Person hängen bleibt, jedoch sollte man dem gegenüber den Zustand von früher stellen, Frauen, die von ihrem Mann geschlagen werden, nicht gehen können, weil sie auf seinen Erwerb angewiesen sind. Frauen, deren Mann sie dauernd betrügt, und und und. Wie viele Frauen waren da unglücklich, da sie wegen finanzieller Abhängigkeit nicht frei entscheiden durfen, ob sie ei ihrem Mann bleiben, bzw. wegen der gesellschaftlichen Erwartungen gezwungen waren, einen Mann zu heiraten, der sie geschwängert hat, obwohl er ein Sadist ist.

    Dass es natürlich der Idealzustand ist, wenn ein Kind in einer intakten Familie, in der die Eltern Erwerb und Erziehung teilen, zusammen mit Geschwistern, aufwachsen, ist natürlich klar. Das Leben ist aber nun mal kein Ponyhof.

    Selbst wenn wir aber bei dieser idealisierten Form bleiben – nehmen wir mal an, die Eltern verstehen sich wirklich super und die Familie profitiert davon – ist es dann nicht ein weiterer Widerspruch, wenn den Kapitalismus, bzw. Neoliberalismus so lobst? Das was du zerrüttete Familien nennst ist in meinen Augen weniger die Folge der Tätigkeit irgendwelcher Feministinnen, sondern es sind viel häufiger Opfer des Neoliberalismus. Früher hatte ein Mann in der Regel auf Lebenszeit einen Job, sein Einkommen reichte aus, um einer 4köpfigen Familie einen angenehmen Lebenstandart zu garantieren. Das wurde alles zerschlagen: Um arbeiten zu können, fahren Männer (und Frauen) von Berlin nach Stuttgart und von Hannover nach München, sehen ihre Familie, wenn sie denn den Schritt gewagt haben, eine zu gründen, bestenfalls am Wochenende. Die Löhne werden immer mehr gedrückt (kannst mir ja sagen, wie ein KFZ-Mechaniker mit 10 000 netto im Jahr eine 5köpfige Familie ernähren soll), beide Elternteile sind gezwungen, Vollzeit zu arbeiten, immer mit der Angst im Nacken, jemand in der Chefetage streicht mit einer Unterschrift mal die Hälfte der Jobs im Betrieb, um die Gewinnsucht der Aktionäre zu befriedigen. War es früher noch peinlich, Leute zu entlassen und nur in absoluten Notlagen der Fall, macht man gut laufende Betriebe dicht, weil bei einer Verlagerung nach Fernost der Gewinn von 2 auf 10% gesteigert werden kann. Das Individuum hat real weniger Geld, dauernd Angst vor der Zukunft und durch die Fernpendelei entstehen noch höhre Kosten, die wiederum durch volle Tätigkeit beider Partner aufzufangen sind.
    Wie vereinbarst das Lob des Neoliberalismus mit deinen Einstellungen? Wenn es doch gut ist, wenn Spekulanten immer mehr Geld haben, Mütter immer weniger?

  30. alleinerziehende Says:

    Du schreibst „Das Leben ist aber nun mal kein Ponyhof“ – wieder diese passive Form, als wären Scheidungen und v.a. ungewollte Schwangerschaften genauso naturgeben und naturgesetzmäßig wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das ist es aber einfach nicht, sondern Leute wie ich sind selbst daran schuld, dass sie alleinerziehend sind, das ist kein Naturgesetz sondern eine selbst gemachte Situation, die ich vermeiden hätte können, so wie auch die meisten anderen. Wenn Du solche chaotischen Leute gerne finazieren möchtest, ist das natürlich Deine Entscheidung, ich bin aber nicht der Meinung, dass wir Leute, die das besser hingekriegt haben dazu zwingen sollten, solche zum Scheitern verurteilten Lebensentwürfe zu finanzieren und damit die gesamte Gesellschaft in die falsche Richtung zu treiben.

    In die fatalen Abhängigkeiten von vor 50 Jahren will selbst Eva Herman nicht 😉

    Dann zum Thema Wirtschaft. Spekulanten und Mütter gegeneinander auszuspielen macht ungefähr soviel Sinn wie Äpfel und Kamele zu vergleichen. Wo Jobs verloren gehen, weil es Fortentwicklungen gibt wie neue Technologien, Globalisierung, politische Umwälzungen etc. entstehen in neuen Feldern neue Jobs.

    Ein KFZ-Mechaniker (der, wie ich stark vermute weit über 10.000 Euro verdient, das nur am Rande) hat in seinem Leben die Entscheidung getroffen, Mechaniker zu werden, 3 Kinder zu bekommen etc. – das sind seine Entscheidungen. Warum soll ich diese bezahlen? Warum willst Du das bezahlen? Er hat die Möglichkeit, beruflich voranzukommen, sich weiterzubilden usw. Fest steht: wenn wir durch hohe Steuerabgaben (und auf nichts anderes läuft ja ein Umverteilungssystem hinaus, das Du offensichtlich favorisierst) es Leuten schwer machen, die Früchte ihrer richtigen Entscheidungen auch zu ernten (z.B. ihren Kindern z.B. eine gute Privatschule und ein Studium zu finanzieren, der Frau zu ermöglichen, nicht arbeiten zu müssen), um andere, die weniger gute Entscheidungen getroffen haben, durch hohe Steuerabgaben zu finanzieren und deren Mentalität zu fördern, (z.B. dass sie ein Recht hätten auf das Geld derer, die es richtig und gut gemacht haben, die nicht leichtsinnig schwanger geworden sind usw.) bestrafen wir damit gute, aufrichtige, fleißige Leute und belohnen diejenigen, die chaotisch, leistungsschwach, leichtsinnig usw. sind.

    Wir bremsen diejenigen, die auf dem richtigen Weg sind und ebnen denjenigen, die auf dem falschen Weg sind den Weg. Dadurch werden letztere auch noch daran gehindert, überhaupt zu erkennen, dass sie auf dem falschen Weg sind. Sie werden daher ihre falschen Wertvorstellungen (z.B. alleinerziehend sein ist völlig OK und muss respektiert werden, ohne Vater geht es auch, wenn das Kind das nicht packt liegts am Kind) an die nachfolgenden Generationen weitergeben …. wir werden uns als Gesellschaft zu einem Jammerlappenhaufen entwickeln.

    Herrjeh, das ist schon wieder lang geworden. Da gäbe es noch viel zu sagen noch, aber es nützt nichts. Anhand Deiner Wortwahl (gierige Aktionäre, Spekulanten contra Mütter, Neoliberalismus) ist klar, dass Du ein völlig anderes Weltbild hast, sehr von linker Weltanschauung geprägt, und das kann ich Dir nicht zurechtrücken hier in diesem Blog, das ist auch nicht Zweck und Sinn dieses Blogs. Nur soviel am Ende: mehr Sozialismus wird mehr Armut bringen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

  31. Ariane Says:

    Viele KFZ-Mechaniker, gerade im Osten, werden netto wohl kaum auf mehr als 10 000 Euro kommen. Selbst wenn es 15 000 netto wären, inkl. Kinderzulagen, ist das immer noch zu wenig, um eine Familie auf einem Lebenstandart zu halten, der auch ein geregeltest Sozialleben erlaubt. Er wird auf eine volle Erwerbstätigkeit seiner Ehepartnerin angewiesen sein.
    Fortbildung? Wie naiv ist das denn? Zwar hämmert uns die Politik immer ein, nur durch Bildung käme man zum Wohlstand. Ich persönlich bewege mich vor allem in akademischen Kreisen. Zwar gibt es da den einen oder andern Professor, der noch ne C4-Stelle hat (Neueinstellungen gibt es da nicht mehr), eigentlich ein sehr guter Lohn, mit dem man gut leben kann. Wer schafft aber den Sprung, und vor allem in welchem Alter? Nehmen wir mal meine 10 besten Freundinnen und Freunde, alle mit einem Magister in der Tasche, die meisten promovieren. Von den 10 sind zwei Lehrer geworden, man kann über Lehrerlöhne streiten. 2 beziehen ALG II, der Rest mogelt sich so durchs Leben, mal als wissenschaftliche Hilfskraft, mal ne halbe Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter, letzteres bringt wenigstens so nen Tausender netto im Monat, meistens aber zeitlich begrenzt, der Rest lebt etwa auf ALG II-Niveau. Spricht man das Thema Familiengründung an, dann kommt immer ein „Nein, es geht jetzt nicht“. Das sind alles Menschen die ihr Universitätsstudium mit Bestleistung beendet haben. Da soll mir noch einer kommen, Bildung führe zu Wohlstand. Das ist ein Unsinn.

    Du teilst die Welt in links und rechts ein, ein einfaches Weltbild. Es sind gerade die Fehlentwicklungen am Kapitalmarkt, die linken Kräften Auftrieb geben werden, man kann den Kapitalismus kritisieren, ohne weit links zu stehen.
    Früchte richtiger Entscheidungen, in was für einer Welt lebst du denn? Glaubst du etwa die genannten Akademiker sind selbst schuld, weil sie das falsche Studienfach gewählt haben? Nach meinem Abi haben alle geraten, Informatik zu studieren, das hat Zukunft. Schau dich nur um, wie viele arbeitslose Informatiker es gibt. Du machst es dir zu einfach, wenn du meinst, das Leben kann man durch Entscheidungen langfristig Richtung Wohlstand steuern.

    Das Umverteilungssystem ist deshalb so stark ausgeprägt, weil die Privatwirtschaft auf Kosten des Staates Gewinne macht. Das Beispiel der Auslagerung der Arbeit nach Fernost: Die Firma erhöht ihre Gewinne, einmal zu Lasten von Chinesen, die ausgebeutet werden und der chinesischen Umwelt, andererseits zu Lasten des Deutschen Sozialsystems, weil nun wieder einige Hundert Steuer- und Sozialversicherungsleistungszahler zu Empfängern von Hilfen werden.

    Nehmen wir den genannten Mechaniker (habe mich Absicht ein Durchschnittsbeispiel genommen, bei Friseuren wäre es noch eklatanter), wie soll er sich weiterbilden? In welche Richtung? Der Arbeitsmarkt funktioniert nach Angebot und Nachfrage. In Einzelfällen kann ein Individuum eine Nische für sich entdecken und diese belegen, tun das aber alle, dann gibt es diese Nische nicht mehr.

    Was willst einem Akademikerpärchen sagen, von denen der Mann eine Hilfskraftsstelle mit etwas über 800 netto hat, die Frau durch Nachhilfeunterricht mal 500, mal 800 Euro verdient, mal wieder nichts. Heiratet, gründet eine Familie, habt viele Kinder? Die Frau wird sich in der Regel gegen Kinder entscheiden, weil diese nur mit staatlichen Hilfen durchzufüttern wären und sie in ihrer Flexibilität eingeschränkt wird. Mit Kind kannst nicht von einem Tag auf den andern dein Zimmer räumen und von Dresden nach Köln ziehen, weil da gerade eine 50% Stelle bekommen hast.

    Das ist der Hauptgrund, weshalb generell wenig Kinder geboren werden und zweitens, weshalb die Partnerschaften so instabil sind. Jeder sitzt dauernd auf gepackten Koffern.

    Wer nicht das Glück hat (ja, Glück, nicht Verdienst), auf Kapital zu sitzen (in Form von Geld, mit dem man spekulieren kann oder Immobilien, um sich die Miete zu ersparen), wird sich gegen eine stabile Familie oder Kinder überhaupt entscheiden.

  32. alleinerziehende Says:

    Wenn es ein Akademikerpärchen dauerhaft nicht über Hilfsjobs rausbringt – garantiert selbst schuld. Was für Fächer haben die studiert? Ägyptologie? Wie lebensfähig sind die? Warum machen die nicht was Anderes, wenn es im Wunschberuf nicht klappt?
    Und ich habe die Stellenanzeigen insbesondere auf dem IT Markt in letzter Zeit öfters studiert – insbesondere als Informatiker dürfte es kein Problem sein, einen Job zu bekommen – wenn man will, und wenn man seine Ansprüche vielleicht zunächst mal runterschraubt.
    Es muss auch niemand, der gerade seine Ausbildung/Studium beendet hat und erstmal so rumschwimmt, gleich eine große Familie gründen. Du stellst das alles so nebeneinander und malst ein Horrorszenario neben dem anderen und dann rufst Du nach dem Staat, der denen, die Arbeitsplätze schaffen, das Geld aus der Tasche nehmen soll um es denen zu geben, die Ägyptologie studiert haben und lieber von Hartz IV leben, als sich in den McDonald zu stellen und Burger zu verkaufen, weil sie sich dazu zu gut sind.

    Sorry, ich will Dein linkes Weltbild hier in diesem Blog nicht weiter zerlegen. Auch wenn es mir schwerfällt, das so stehen zu lassen, denn bei einigem stellen sich mir wirklich die Haare zu Berge. Ich finde aber, das ist nicht das primäre Blog-Thema. Obwohl es damit tatsächlich etwas zu tun hat. Denn ich sehe einen Zusammenhang zwischen politisch linkem Weltverständnis, Femininsmus, Gender-Mainstreaming, Abreibungsbefürwortung usw. Ich glaube der Kern, der all das im Allgemeinen zusammenhält, sind die Werteordnung und das Menschenbild, die dahinterstehen. Der Mensch wird in diesem Denken vor allem als ein Produkt/Opfer von äußeren Umständen betrachtet, anstatt als ein selbstverantwortliches Geschöpf, das sich vor einer höheren moralischen Instanz (Gott) rechtfertigen muss. Gerechtigkeit wird als materielle Gleichheit statt als Chancengleichheit definiert. Der Sinn des Lebens wird weitestgehend hedonistisch definiert, Ziel ist die maximale Selbstentfaltung statt das moralisch Gute (beides muss sich nicht ausschließen, aber es ist eine Frage der Priorität).

    Interessant ist, dass in den USA Abtreibungsgegner meist auch Befürworter der Todesstrafe sind.
    Während Abtreibungsbefürworter meist Gegner der Todesstrafe sind.

    Da kommt das unterschiedliche Verständnis vom Wesen des Menschen sehr deutlich zu Tage, finde ich.

  33. Kerstin Says:

    @ Alleinerziehende
    Machst du es dir wirklich nicht zu einfach in deinen Vorstellungen?
    Erstens ist Alleinerziehend schlecht. Den Ausweg einer Abtreibung in so einem Fall lehnst du ab. Ebenso lehnst du Hilfen für Mütter ab.
    Das klingt nach einem Aushungern der Betroffenen. Wenn eine Frau schwanger wird, soll sie gefälligst das Kind austragen, aber einen Mann dazu organisieren, der sie ernähren kann, ohne Hilfe vom Staat zu beanspruchen.

    Ich gebe dir mal einen Ratschlag: Nimm 20 Leute aus Politik, Wissenschaft und Kunst, die dir viel bedeuten. Guck in ihre Biographien nach. Und rechne nach, wie viele davon aus angeblich zerrütteten Familien kamen. Wirst da wirklich viele finden, die Mutter und Vater hatten, einen Vater der die Familie locker ernähren konnte, ohne Hilfen in Anspruch zu nehmen?

    Du tust ja so, als wären Menschen die nicht wohlbehütet aufgewachsen sind, zwangsläufig zu nichts tauglich.

  34. Kerstin Says:

    Oh, da kam noch ein netter Beitrag.
    Also Ariane hat Recht. Sollen keine Menschen Ägyptologie studieren? Weil sei selbst schuld sind, wenn sie später keinen sicheren Job kriegen?
    Gegenbeispiel der klassichen Philologen: Vor 10 Jahren als Hobby für Kinder aus wohlbetuchten Elternhäusern oder Idealisten gesehen, weil gar keine Zukunft.
    Nun, wer damals wirklich Latein studiert hat, kann sich vor Angeboten kaum noch retten, wenn er Lehrer werden will. Da kann man ganz schön auswählen, ob man lieber an der See oder in den Bergen wohnen und arbeiten will. Die werden regelrecht gejagt. Hätten vor 10 Jahren wirlich alle die momentane Marktsituation betrachtet, dann wäre es aus mit der abendländischen Kultur, kein Mensch könnte mehr Lateinunterricht an den Gymnasien geben. Wer hätte diese Kehrtwende erwartet? Das Wiedererstarken der Alten Sprachen an den Schulen? Man ging doch einfach von Fachidioten aus, die vor allem Englisch lernen, weil dies in ist und was bringt.
    Das nur als Beispiel, wie man sich irren kann.

    Und nein, Ägyptologen sollen keine Burger braten. Sie haben studiert, es soll ihnen möglich sein, ihr Wissen zu vermitteln.

    Hätten die Menschen immer so materialistisch und kurzfristig gedacht, wir würden wohl in Höhlen hausen und stickige Luft einatmen, weil wieder irgendwelche Hexen verbrannt werden. Gerade weil sich Menschen mit der antiken Kultur auseinandergestzt haben, waren Fortschritte möglich.
    Hätte niemand arabisch gelernt (dafür gab es früher wirlich keinen Grund, keine Zukunft, nur Heidensprache), wäre uns kaum was aus der Medizin überliefert worden.

    Was für eine Gesellschaft, die du dir da vorstellst. Nur aufs Materielle bedacht.
    Es ist Aufgabe des Staates, Wissen zu bewahren und zu übermitteln.

    Sollen alle BWL studieren, weil das kurzfristig am meisten einbringt?

  35. alleinerziehende Says:

    Hallo Kerstin, welcome back 🙂

    Du sagst „Das klingt nach einem Aushungern der Betroffenen
    Da sehe ich wieder diese passive Form.-Sie sind nicht „betroffen“, d.h. sie wurden nicht von einem Unglück von außen überrascht, das über sie hereinbrach wie ein plötzliches und unvorhersehbares Gewitter, sondern sie haben die Situation selbst herbeigeführt. Du sagst „Wenn eine Frau schwanger wird“ – das passiert nicht einfach so, das ist nicht dasselbe wie „wenn eine Frau Krebs kriegt“, sondern da gehört dazu, dass sie mit einem Mann schläft und nicht vernünftig verhütet.
    Und wenn sie das tut, ja, dann muss sie die Konsequenzen tragen. Selbst.

    Mit Deinem Beispiel der 20 Leuten gebe ich Dir Recht, was den Bereich Kunst angeht. Vielleicht auch noch Politik. Wissenschaft und vor allem Wirtschaft – nein, da glaube ich nicht, dass viele aus Problemfamilien kommen. Im Gegenteil glaube ich, dass dort mehrheitlich eine Elite sitzt, die meist aus Elitefamilien kommt. Ganz einfach, weil in diesen Familien Werte und eine Weltanschauung tradiert werden, die mit größerer Wahrscheinlichkeit zum persönlichen Erfolg führen.

    Die Wahrscheinlichkeit von Kindern von Alleinerziehenden, zerrütteten Familien oder auch von Familien, die sich kulturell stark von unserer Kultur unterscheiden (z.B. streng islamische Familienclans) aber hier leben, kriminell und/oder Schulversager zu werden und/oder sonstige Probleme zu kriegen, ist viel höher als von Kindern, die solcherlei Ballast nicht herumtragen. In der Hauptschulklasse meines Sohnes (wir wohnen auf dem Land) sind 50% der Kinder von Alleinerziehenden. Das ist kein Zufall.

    Ich glaube übrigens, dass auch aus meinem Sohn etwas werden wird, dass er ein guter, fähiger, ehrlicher, steuerzahlender und leistungsfähiger Staatsbürger werden wird. Aber der Weg dahin wäre einfacher und weniger kurvenreich und weniger schmerzhaft und weniger belastet, wenn er einen Vater (und am besten auch noch Geschwister) hätte.

  36. alleinerziehende Says:

    @ Kerstin
    Willst Du Leute zwingen, Kurse über Ägyptologie zu belegen, damit der arme Ägyptologe der Arbeit nachgehen kann, die er sich vorgestellt hat?
    😀

  37. Ariane Says:

    Steuerzahlender Staatsbürger. Wie lustig. Mir ist jeder ALG II-Empfänger lieber als ein Topmanager, der durch sein Gehabe die Wirtschaft kaputtorganisiert…
    Danke Kerstin. Das mit der Philologie ist ein gutes Beispiel. Es sind tatsächlich die Philologen, die am leichtesten einen Job finden. Es ist spannend zu beobachten, wie der Wind sich gedreht hat. Zum Glück ist es wieder jedem Bildungsbürger peinlich, einzugestehen, kein Latein zu können. Gleiches gibt es angeblich in Richtung Griechisch, wobei der Trend da nicht eindeutig ist, weil viele Schulen das Fach nicht mehr anbieten, obwohl es nachgefragt wird – gerade Mecklenburg-Vorpommern ist ein Paradebeispiel dafür, wie gut es laufen kann.

    Du nennst ein Feindbild Ägyptologie, da in dem Fach die Leute angeblich keinen Job finden. Kenne keinen Ägyptologen und auch nicht alle Unis bieten dies überhaupt an, da kenne ich die Jobchancen nicht richtig.
    Welches sind aber deiner Meinung nach Fächer, die für die Katz studiert werden? Was sind Fächer, die was bringen? Wäre spannend von dir eine Aufzählung zu hören.

    Wenn du es auch bestreiten magst, Medizin ist eines der wichtigsten und nützlichsten Fächer. Guck doch aber mal nach, wieviel Ärzte verdienen. Ich meine nicht den Spezialarzt mit eigener Schönheitsklinik. Sondern den Durschnitts-30jährigen mit seiner. Frag doch mal in ostdeutschen Unikliniken nach, was man da verdient. Und rechne, ob man damit als Alleinverdiener eine Familie ernähren kann.
    Sind die Ärzte selbst schuld? Was sollen sie tun? Abwandern in die Schweiz, weil dort die Löhne für Ärzte extrem hoch sind? Damit die Patienten hier auf dem Land eben ein paar Wochen warten können, bis sie einmal einen Termin bekommen? Abwandern zur Pharmaindustrie, die mächtig gut zahlt? Ist dieser Arzt wirklich selbst schuld? Hat er das falsche Fach studiert, weil er trotz 70-Stunden-Woche auf 1500 Euro kommt?

    Deiner Theorie, Eliten stammen aus Elitefamilien widerspreche ich zum Teil. Man sollte vor allem Leistung betrachten. Tatsächlich sind in der Politik vor allem Kinder aus reichem Elternhaus zu finden – weil die eben über ein gutes Netzwerk verfügen. Auch wir Pappa Bankdirektor seinen Sohn wohl weniger in die Frittenbude schicken, als ihm einen gutdotierten Job zu vermitteln.
    Wenn aber mal genauer hinschaust, wer in der Vergangenheit wirklich was geleistet hat, dann findest du uneheliche Kinder, Waisen, arme Schlucker. Weil die sich durchschlagen mussten, weil Armut sie zu Höchstleistungen angespornt hat!

  38. alleinerziehende Says:

    weil Armut sie zu Höchstleistungen angespornt hat!

    AHA!!! – Meine Worte 🙂

    Also meine Schwester ist nicht Ägyptologin aber Ärztin und zwar in den bösen superkapitalistischen neoliberalen USA, wo das soziale Netz viiieeele Löcher hat … und ihr Mann ist auch Arzt dort … und die verdienen saugut, haben sich eben ein Haus und eine Wohnung gekauft und fahren zwei Autos und jetten ab und zu mal nach Europa für ein Wochenende, oder nach Disneyland … … woran diese Unterschiede wohl liegen mögen????

    😉

  39. Ariane Says:

    Weil in den USA die Ärzte soviel verdienen (auch absolut, im Vergleich zum Durchschnittseinkommen des Landes noch viel mehr als in Deutschland)
    –> teures Gesundheitswesen
    –> Arme können sich keinen Arzt leisten

    Schön, wenn die sich leisten können, so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre zu pusten, hast du aber eine Ahnung, wie die Leute in den USA leben? Ein bekannter Prof., der lange Jahre in den USA gelebt habt, konnte Tränen in seinen Augen nicht mehr unterdrücken, als er uns geschildert hat, in was für elenden Umständen die Leute in den USA leben. Dagegen ist Plattenbau in Wutha purer Luxus. Oder, wie Gore Vidal es einmal formuliert hat: Selbst wenn man in Napoli lebt, ist es noch viel weniger schlimm als in den USA. Ein Land mit einer Minderheit in der Oberschicht, die verschwenderisch leben.
    Die Mehrheit lebt in Elenden Umständen in Hütten aus Bananenschachteln. Die Armut treibt die Menschen in die Kriminalität.
    Also US-Verhältnisse, nein Danke. Wenn das als Beispiel nehmen willst…

  40. alleinerziehende Says:

    Ja, will ich. Weil dort die Durchlässigkeit nach oben größer ist bei uns. Und: da gilt es eben nicht als unterhalb der Würde, sich auch als Akademiker mal für ein halbes Jahr in eine Frittenbude zu stellen und Pommes zu verkaufen, wenn gar nichts anderes geht.

    „Die Armut treibt“ auch nicht die Menschen in die Kriminalität, wie Du es behauptest (typisch linke Denke 😉 ) sondern die Kultur und die Wertvorstellungen, die diese Menschen leben und weitergeben, verursachen, dass sie nicht vorankommen und daher in Armut leben und dass sie kriminell werden. Besonders unter Schwarzen gibt es in den USA eine hohe Rate an Teenager-Schwangerschaften und eine sehr hohe Rate an Alleinerziehenden. Das ist aber kein genetisches, sondern ein kulturelles Problem.

    Übrigens: „Die Mehrheit lebt in elenden Umständen in Hütten aus Bananenschachteln“ – totaler Unsinn. Wo hast Du das denn her?? Selbst bei den Ärmsten (wenn man mal die Obdachlosen ausnimmt) hängen Satellitenschüsseln an den Hauswänden – auch ein Hinweis auf die Ursache der Armut, übrigens.

    Kannst Du Englisch? Falls ja, hör Dir mal diesen Podcast an: „There are no poor people in America“ – lass Dich vom Titel nicht provozieren, der ist nicht so gemeint, wie Du ihn zunächst verstehst 😉

  41. Ariane Says:

    Ja, Hütten aus Bananenschachteln mit Sat-TV. Auch die Armen (d.h. nicht die ganz Ärmsten) können sich in den USA einen Fernseher leisten. Sie können sich auch Lebensmittel leisten, die sind billig, deshalb das Problem des Übergewichts (schlank sein ist ein Luxus, weil ausgewogene Nahrung teuer ist, Burger sind billig).
    Also wenn du Reichtum an SAT-TV ausmachst… dann gute Nacht!

    Durchlässigkeit, so ein Unsinn. Das System ist asozial. Sag das mal einem Afro-Amerikaner (sorry, nicht ich habe diesen Ausdruck erfunden), der im Ghetto mit Drogen dealt, die soziale Durchlässigkeit sei hoch.
    Guck nur, wie viele Leute im Knast sitzen.

    Arm ist, wer sich nicht leisten kann bei Krankheit zum Arzt zu gehen etwa. Und davon gibt es in den USA mehr als genug.

    Viel mehr Leute als in Europa sitzen da im Knast, übrigens eine nette Methode, die Arbeitslosigkeit zu drücken. Perspektivlosigkeit, die Leute machen krumme Touren und landen wegen einer Kleinigkeit hinter Gittern.

    Ich würde mich schähmen, in den USA reich zu sein – da ich das Elend das es gibt sehen würde. Ganz abgesehen davon hätte ich eh ein schales Gefühl dabei, mein Haus auf Boden zu Bauen, der nur so billig ist, weil die Urbevölkerung vernichtet worden ist.

  42. alleinerziehende Says:

    JEDER, der nicht krankenversichert ist, hat einen Anspruch auf Medicaid und wird z.B. im Krankenhaus, in dem meine Schwester arbeitet, voll behandelt (das KH ist NUR für solche arme Patienten).

    Die soziale Durchlässigkeit prüft der von Dir angeführte afro-amerikanische Drogendealer am besten, indem er zuerst mal das Drogen-Dealen und -Konsumieren lässt, nicht stundenlang vor der Glotze hängt, statt dessen in die Schule geht und seine Hausaufgaben macht.

    Durchlässigkeit heißt nicht, dass jeder faule Hund, jede Null einen Job geschenkt kriegt. Durchlässigkeit heißt hart arbeiten, an Vorbildern orientieren, Tugenden pflegen (z.B. Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit) dann gibt es einen Weg nach oben und der ist offen. Das nennt man auch den „American Dream„.

  43. Ariane Says:

    Oh Mann, das glaubst du wirklich? Wer hart arbeitet, seine Hausaufgaben macht, kommt nach oben?
    Da bleibt mir echt die Spucke weg!

  44. alleinerziehende Says:

    Du sagst: „Ich würde mich schähmen, in den USA reich zu sein – da ich das Elend das es gibt sehen würde

    Ich würde sehr stolz sein, in den USA (oder auch hier) reich zu sein, da ich wüsste, dass ich durch meinen unternehmerischen Erfolg dazu beitrage, dass ein paar von den Armen, ein paar, die sich wirklich anstrengen und an sich arbeiten, durch mein Unternehmen einen Job kriegen und dass meine Wenigkeit dadurch für manche zum Tor zum Erfolg wird.

    Ich würde stolz sein, weil ich einen Teil meines Einkommens Wohltätigkeitsorganisationen spenden würde, wie das in den USA sehr verbreitet ist, die Spendenmentalität ist da sehr stark ausgeprägt, viel mehr als bei uns. Viele konservative Christen spenden dort grundsätzlich mindestens 10% ihres Einkommens.

  45. alleinerziehende Says:

    @ Ariane

    Das glaube ich absolut, 100%, und das ist auch so. Auch bei uns, aber nicht so ausgeprägt wie dort.

  46. Ariane Says:

    Gegenfrage: Nehmen wir einen Indianer, der vor 200 Jahren in den USA von seinem Land vertrieben worden, dann in Armut in einem Reservat gestorben ist. Was hat der falsch gemacht? Hätte er mehr arbeiten sollen?

    Nehmen wir einen Sklaven in den USA, der sich auf dem Feld zu Tode geschuftet hat. War er zu faul, und schaffte so den Aufstieg nicht?

    Nehmen wir einen Einwohner in den USA pakistanischer Herkunft. Weil er mit Kopfbedeckung und Bart keinen richtigen Job findet, – da ihn alle mit Terroristen gleichsetzen – erledigt er sporadisch schwere und gesundheitsschädigende Arbeit. Was macht er falsch? Weshalb hat er keine 20-Zimmer-Villa?

  47. alleinerziehende Says:

    Du würdest dem afro-amerikanischen Drogendealer aber lieber seine Stunden vor der Glotze mit Deinen Steuern finanzieren, oder? Damit er nicht mehr böse sein ‚muss‚.

    Weißt Du, was der dann macht? Er wird weiter Drogen dealen, weil die Stütze ihm nicht reicht. Er meint nämlich, er habe ein natürliches Recht auf einen schicken Wagen, Goldkettchen und – seine Lieblingsserien im TV.

    Och nö, jetzt werde ich selbst irgendwie zynisch, Ariane, ich glaube wir packens für heute und gehen ins Bett, oder? Schönen Abend noch, vielleicht hörst Du Dir den Podcast ja noch an, der ist echt super, ich glaube, sowas hast Du noch nie gehört!

  48. Ariane Says:

    Du hast die Fragen nicht beantwortet.

    Ich würde für ein System einstehen, das dem Mann eine solide Ausbildung garantiert (das Bildungsystem in den USA ist ja ein Jammer – vgl. hohe Analphabethenquote; wer Statistiken mag, soll die Quote in Kuba damit vergleichen), die Möglichkeit, seinen Fähigkeiten entsprechend eine Ausbildung zu bieten und ihm einen Arbeitsplatz zu garantieren, den er nicht von einem Tag auf den ander zu verliefen fürchten muss.
    Wird er trotz dieser Umstände kriminell, dann gehört er bestraft.

  49. alleinerziehende Says:

    In KUBA ?!!?? *brüllvorLachenMichAmBodenWälz“

    Kuba findest Du vorbildlich, oder? 😀

    Wusstest Du, dass in den USA die Staatsausgaben (=Steuern, nur zur Erinnerung) pro Schüler so zwischen 20.000 und 26.000 US-$ liegen, in Deutschland maximal die Hälfte?

    Wenn Du Arbeitsplätze garantieren willst, Ariane, dann musst Du den Kommunismus einführen. BRD adé, Hallo DDR!

    OK, ich packs jetzt, gute Nacht wünsche ich Dir!

  50. alleinerziehende Says:

    Aber jetzt noch etwas Ernstes: ich stimme mit Dir überein, dass jeder möglichst die gleichen Chancen haben sollte. Dass die öffentlichen Schulen in den USA so schlecht sind, liegt nicht daran, dass da nicht genug Geld reingepumpt wird, wie wir ja gerade gesehen haben, sondern auch das ist ein kulturelles Problem …

    Und jetzt: good night, sleep well 🙂

  51. Ariane Says:

    Kuba gilt als armes Land, die Analphabetenrate ist aber extrem niedrig, viel niedriger als in den USA. Da sollte man sich einige Gedanken machen.

    BRD adé? Weshalb? Früher gab es in der BRD garantierte Jobs, einerseits beim Staat, die wirklich garantiert waren, andererseits war es die Regel, eine Arbeit bis zur Rente auch machen zu können, selbst in Privatunternehmen (von Ausnahmen, wenn es wirklich bankrott war, abgesehen). Während heute mit Arbeitsplätzen geschachert wird. Sollen die Aktien rauf, streicht man Stellen.

    Ich wundere mich über deine Wortwahl. Irgendwie erinnert das alles an ein Denken im kalten Krieg, hier gut. dort böse.

  52. alleinerziehende Says:

    Hallo Ariane, muss mich korrigieren, die Zahlen von mir waren total falsch, das bezog sich auf Studenten, nicht auf Schüler. Bzgl. der Schüler liegen die USA aber zumindest im Oberstufenbereich über D.

    Ja, in Kuba herrscht der Kommunismus, das ist eine Diktatur, die Leute da sind unfrei. Das nenne ich böse. Ein böses System, das den Menschen eines ihrer wichtigsten Grundrechte nimmt: die Freiheit.

    Jobs, die der Staat garantiert, sind immer von Privatunternehmen finanziert, ist Dir das nicht bewusst? D.h. – alle Beamten sind immer von Steuern finanziert – und diese werden duch die Privatwirtschaft erwirtschaftet. In keiner freien Wirtschaft kann es Jobgarantien geben. Wie gesagt, wenn Du solche Garantien willst – ziehst Du am besten nach Kuba.

    So, jetzt reiße ich mich aber endgültigeinfürallemal hier los! CU 🙂

  53. Kerstin Says:

    Ich habe echt das Gefühl, die Diskussion kann nicht geführt werden, weil du dein Fazit vor allem aus deiner Ideologie ziehst, vielleicht noch religiös angehaucht.
    Ich finde es gut, wenn sozial schwächere unterstützt werden, weil Marktwirtschaft leider nicht so läuft, wie es dir vorstellst, indem jeder Schuld am eigenen Schicksal hat.
    Ich finde es gut, wenn eine Frau frei entscheiden kann, ob sie eine unerwünschte Schwangerschaft abbrechen will.
    Du stehst da irgendwie auf der „andern Seite“. Kann man da überhaupt noch sachlich argumentieren, oder soll man die Diskussion lieber lassen?

  54. alleinerziehende Says:

    Guten Abend liebe Kerstin 🙂

    Na ja ich finde, wir sind jetzt bei 52 Kommentaren, davon ca. die Hälfte von mir, viele Argumente wurden ausgetauscht – ich finde, die Diskussion ist sehr gut geführt worden – wie stellst Du Dir denn eine Diskussion vor?
    Dass man unterschiedliche Ansichten hat, ist die Grundlage jeder Diskussion.

    Zum Thema „religiös angehaucht“: Leute, die ausdrücklich nicht „religiös“ sind, glauben auch etwas – nur etwas Anderes. Zum Beispiel an die Menschenverursachung des Klimawandels und die Weltrettung durch Umweltschutz. Oder an Reinkarnation und Astrologie. Oder an den Sozialismus. Oder an den Dalai Lama. Oder Hedonismus. Oder Nationalsozialismus. Oder Okkultismus. Oder das Tao te king. Etc….

  55. Ariane Says:

    Da stimme ich alleinerziehnde, bzw. anti-alleinerziehende zu. Diskutieren kann man auch mit unterschiedlichen Anschauungen. Es ist ja nicht das Ziel einer Diskussion sich auf einen Punkt zu einigen, sondern Argumente austauschen und den andern Menschen verstehen.
    Ich habe mit einigen Position natürlich auch ziemliche Mühe, aber das hilft immerhin zu verstehen, weshalb sie es so meint.

  56. alleinerziehende Says:

    Filmtipp für Ariane und Kerstin: Das Streben nach Glück

    Werde ich mit einer Vorführlizenz dem Hauptschul-Klassenlehrer meines Sohnes am Ende des Schuljahres zum Abschied schenken 🙂

  57. Ariane Says:

    Ich habe mich in den letzten Tagen gerade mit einigen Aussagen von Christa Müller beschäftigt und sagte mir, eigentlich ganz genau das, was hier von Blog-Betreiberin gefordert wird, die Unterstützung der Heile-Welt-Familien und Kritik am zunehmenden Drang der Frau zur selbstständigen Erwerbstätigkeit. Lustigerweise eine Idee aus der linken Ecke, rechte Politiker wagen es nicht, solche Forderungen aufzustellen.

    Bin dann aber auf dem Boden der Realität angekommen. „Alleinerziehende“ würde an ihrem Modell sofort bemängeln, es dürfe keine finanzielle Unterstützung geben. Dies ist schlecht, wahrscheinlich auch dann, wenn die Unterstützung „richtige“ Familien bekommen.

    Vielleicht sollte ich die Argumente, die hier in der Diskussion alle gefallen sind, mal auf den Punkt bringen:

    1. Ideal ist eine Familie mit Mutter und Vater, bevorzugt eine Mutter, die Zeit für das Kind hat, also am besten Hausfrau.
    2. Eine Frau hat eine entstandene Schwangerschaft auszutragen. Abtreibung ist zu verbieten, als Alternative soll Adoption angeboten werden (unrealistisch; selbst wenn man auf Zeiten in der Abtreibung verboten war zurückblickt, wurden nur wenige Menschen adoptiert).
    3. Finanzielle Hilfen sind kein gutes Mittel.

    Die drei Punkte widersprechen sich untereinander. Man kann durch Unterstützung von Familien die Partnerschaften stützen, indem dann nicht beide Elternteile gezwungen sind, zu 100% zu arbeiten, 1 würde gestärkt, 3 wird aber verworfen. Kinder nur dann zu bekommen, wenn die Partnerschaft und das Finanzielle stimmt geht auch nicht, wegen Punkt 2.

    Somit wäre es der Idealfall, wenn eine Frau nur Geschlechtsverkehr mit einem Mann vollzieht, der erstens ihr fester Partner ist (oder Ehemann) und der genügend Geld verdient, weil dann ja evtl. ein Kind aufzuziehen ist, für das nur die in 1. genannten Umstände gut genug sind. Ein Mann wiederum, der wenig verdient, also nicht Frau und Kinder versorgen könnte, hat sich also nicht zu reproduzieren. Denn ohne Unterstützung (Kindergeld) und Erleichterungen (Steuern) bringt er alleine die Familie nicht über die Runden.
    Erdreist sich eine Frau dennoch schwanger zu werden, soll sie das Kind in eine gutsituierte, stabile Famlie abgeben. Mitleid ist nicht angebracht. Wer wenig Geld hat, ist selbst schuld.
    Diese Forderungen machen auf mich den Eindruck, als wären es Träumereien, einfach nicht machbar. Einigen Modellen kann man widersprechen, weil man nicht der gleichen Meinung ist, darin aber einen Sinn sehen, da sie konsequent sind.
    Nehmen wir die Idee von Christa Müller mit massiven Geldzahlungen für ein Kind. Wurde als Spinnerei abgetan, da nicht finanzierbar, aber wenn man sieht, wie der Staat auf einmal zig MIlliarden aus der Tasche zaubert… Ihre Vorstellung ist logisch und konsequent, am Ende würde die Arbeitslosigkeit gesenkt.
    Das Gegenmodell ist die Krippen-Bewegung: Alle Familienmitglieder sollen arbeiten, was durch externe Kinderbetreuung auch möglich ist. Damit wird ein Überleben selbst bei geringen Nettlohn möglich. Eben auch ein Modell.
    Aber das, was du hier forderst, ist kein Modell. Du kritisierst nur, was schlecht ist. Und meinst dank deinem Glauben an Markt und die Leistungsgesellschaft, dies sei gerecht, weil jeder ja selbst schuld ist, wenn er nicht mindestens ein 5000-Euro-Einkommen hat.

  58. alleinerziehende Says:

    Hallo Ariane,

    sorry, ich war länger offline (viel zu tun), daher kommt meine Antwort erst jetzt …

    Dass ein konservatives Familienbild ausgerechnet die Erfindung der Linken sein soll 😉 kann nur Ariane behaupten 😉

    Christa Müller ist die Frau von Oskar Lafontaine, das weißt Du, oder? Die LINKE ist mir ebenso unsympatisch wie die NPD. Nur dass ich die LINKE für gefährlicher halte, weil das Tabu bei uns nur auf der NPD liegt, nicht auf der Partei der Kommunisten.

    Trotzdem finde ich es schön, wenn Fr. Müller wie ich der Meinung ist, Kinder werden am besten in der Familie großgezogen und nicht in Krippen. Dass sie daraus gleich wieder ein riesiges Umverteilungsmodell machen will … ist halt typisch die Linke, und übrigens auch typisch für die NPD, die ebenso ein „Müttergehalt“ fordert.

    Du hast Recht, ich fordere kein Modell. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Staatliche Bevormundungen sind ein Gräuel. Staatliches Subventionieren von Lebensmodellen, die nicht funktionieren, sind ein Gräuel, weil sie eine künstliche Normalität und Akzeptanz schaffen.

    Statt einem staatlich verordneten Modell fordere ich, dass jeder für sich und seine Entscheidungen selbst verantwortlich ist. Damit man die richtigen Entscheidungen treffen kann, muss man aber auch wissen, was die Wahrheit ist – der Feminismus mit dem Gender Mainstreaming Bild usw. ist nicht die Wahrheit. Dass Beruf und Kind gut vereinbar ist, ist nicht die Wahrheit. Dass Kinder keine Väter brauchen, ist nicht die Wahrheit. Dass Kinder keine Zeit brauchen, ist nicht die Wahrheit. Usw.

    Du schlussfolgerst:
    „Somit wäre es der Idealfall, wenn eine Frau nur Geschlechtsverkehr mit einem Mann vollzieht, der erstens ihr fester Partner ist (oder Ehemann) und der genügend Geld verdient, weil dann ja evtl. ein Kind aufzuziehen ist, für das nur die in 1. genannten Umstände gut genug sind.“

    Vollkommen richtig.

    Und es ist auch richtig, dass ein Mann, der nicht genug Geld verdient (oder dies in Aussicht hat), um die Familie zu ernähren, folgerichtig entweder keine Familie gründen kann (weil keine vernünftige Frau eine Familie mit ihm gründen würde) oder eine Frau finden muss, die bereit ist, auch zu arbeiten. Das ist zwar für die Kinder keine optimale Situation, aber möglich.

    Ich denke, es ist eine Frage von Werten. Und es werden sich bei uns mit den Gegebenheiten, so wie sie jetzt sind, wahrscheinlich Schichten ausbilden, die diese Werte hochhalten und andere Schichten, die dies nicht tun. Mittel/langfristig und im Durchschnitt werden erstere erfolgreich sein und letztere nicht. Erstere werden erfolgreichere, friedlichere Kinder haben und mehr Geld verdienen, letztere werden schwierigere und mehr zur Kriminalität neigende Kinder haben und weniger Geld verdienen und mächtig nach dem Staat rufen. Fr. von der Leyens Kinderkrippenplätze werden diese letztere, weniger erfolgreiche Gruppe vermehren und diese untere Schicht breiter machen. Weil die Menschen eingelullt werden in eine falsche Sicherheit, die auf einem falschen Menschenbild aufbaut.

    Ich bin auf Grund meines eigenen Lebens zu all diesen Schlüssen gekommen. Und weißt Du, was daran auch höchst interessant ist? Dass diese Schlüsse eigentlich 1:1 mit der Haltung der katholischen Kirche zusammenpassen. Ich komme auf Grund meines eigenen Lebens immer mehr zu dem Schluss: „Die Kirche hat doch recht“. Ich finde das selbst total faszinierend. Denn früher war die Kirche für mich v.a. ein Verein, der mittelalterlich anmutende, furchtbar verstaubte Moralvorstellungen aus mir unerfindlichen Gründen einfach nicht aufgeben wollte.

    Heute weiß ich, warum. Die wissen es tatsächlich besser. Einfach irre. Mir gehen immer mehr die Augen auf.

    Ich glaube, so ähnlich, nur auf ganz anderen Wegen, muss es Eva Herman auch gegangen sein.

  59. alleinerziehende Says:

    … weil wir oben drüber diskutiert haben, Du hattest als Beispiel eine afro-amerikanischen Drogenhändler aus einem ghettoartigen Stadtteil in Amerika angeführt … ich habe hier mal 2 ausführliche Telefongespräche aus einer Radioshow mitgeschnitten, in jedem diskutiert der Show-Host mit einem solchen jungen Mann.
    Hintergrund der Gespräche ist ein tödlicher Zwischenfall in Oakland, Kalifornien: zwei Polizisten hielten bei einer Straßenkontrolle ein Auto an. Der Insasse, ein junger, vorbestrafter Schwarzer erschoss die beiden kontrollierenden Polizisten und flüchtete danach. Zwei weitere Polizisten wollten ihren sterbenden bzw. toten Kollegen zur Hilfe eilen, wurden dabei jedoch von einem etwa 30 Passanten starkem Mob aufgehalten (!), die sie davon abhielten, zu ihren Kollegen vorzudringen, und johlend und jubelnd die sterbenden Polizisten umringten. Der flüchtende Mörder wurde später in einem Haus ausfindig gemacht. Die Polizei drang zu ihm vor, dabei erschoss der Mörder zwei weitere Polizisten und wurde schließlich von einem Polizisten erschossen. Die Diskussion dreht sich darum, wie es sein kann, dass diese 30 Passanten den Tod der Polizisten bejubelten und die Polizisten offensichtlich als ihre Feinde betrachten.
    Mitschnitte veröffentlichen ist natürlich nicht legal, deshalb lasse ich das hier nur ein paar Tage lang verlinkt, so dass Du es Dir bei Interesse anhören kannst, dann lösche ich die Verlinkung wieder.
    Gespräch Nr. 1
    Gespräch Nr. 2
    (einfach draufklicken)

  60. Weblog gegen Alleinerziehende « Sophisticus Says:

    […] schön daran denken: Männer und Frauen sind im Wesen verschieden! Die Gehirnwäsche ist nahezu perfekt: “Deshalb schreibe ich auch dieses Blog. Alle sind total brainwashed und political correct. […]

  61. Flash Says:

    Diese Diskussion ist einfach genial. ich meine: eigentlich schafft es doch niemand, auf Basis konservativer Werte in eine Diskussion mit links-feministischen Frauen einzusteigen??

    Was hier abläuft ist eine Rarität sondergleichen. Wenn ich meine eigene geschichte noch einbringen würde, oh Mann…aber das wäre etwas schädlich für die Argumente der Bloginhaberin, die ich ansonsten völligst unterstütze.

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