Counterstrike und das männliche Genom

Stundenlang spielt mein Sohn Counterstrike.
Früher meist in unfreundlich aussehenden virtuellen Häuserlandschaften oder virtuellen Fabrikhallen, heute häufig in sogenannten „surf“-Landschaften, die so aussehen:

Surf-Landschaft in Counterstrike

Surf-Landschaft in Counterstrike

Der Spieler fliegt mit rasender Geschwindigkeit an diesen Steinblöcken entlang und trifft ab und zu auf Plattformen, auf welchen er so viele feindliche Spieler zu töten hat, wie nur möglich – und zwar mit dem Maschinengewehr oder mit dem Messer (aber mit dem Messer ist es viel schwieriger, wie mein Sohn mich belehrte). Dann saust der Spieler weiter über die Steinblöcke in schwindelerregenden Höhen durch die Luft. Man kann auch in Gruppen spielen. Dabei redet man kaum miteinander. Wenn, dann tauscht man nur Strategie-Informationen in Form von Abkürzungen aus. Das wars. Eine Horde von Jungs, die sich nicht füreinander interessieren und trotzdem gemeinsam auf Steinblöcken herumballernd durch die Luft sausen.

Bei meiner Analyse stelle ich folgende drei Spielelemente fest:

1. Waffen
2. Kampf
3. Geschwindigkeit

Die Faszination, die dieses Spiel wohl auf Millionen von pubertierenden Jungs ausübt, ist mir so unzugänglich und fremd, wie … ja, mir fällt nicht einmal ein Vergleich ein. Einfach fremde Welt für mich!!

Ich selbst fange gar nicht erst mit dem Computerspielen an, weil ich dafür keine Zeit habe. Außerdem habe ich eine Abneigung gegen künstliche Parallelwelten wie „Second Life“, in welchen man seine Lebenszeit verschwendet. Aber wenn ich spielen würde – würde ich mich eher in Phantasiewelten rumtreiben und märchenhafte Abenteuer erleben und fremde Wesen kennenlernen. Ich würde es umwerfend toll finden, mit Leuten aus anderen Ländern chatten zu können und aus ihrem Leben mehr  zu erfahren …
Aber durch die Luft fliegen und andere abknallen? Wie kann man sich nur stundenlang damit beschäftigen????? Ein Rätsel!

Des Rätsels Lösung lautet:

Mein Sohn ist mein Sohn, also männlich.

Dieser ganze feministische Quatsch von „Gender Mainstreaming“ (Motto: gib kleinen Jungen Puppen und kleinen Mädchen Traktoren) ist völliger Unsinn!

Ich habe das früher tatsächlich geglaubt, ich Tor! Ich glaubte brav, wie man es mir in Schule, Rundfunk und Fernsehen beigebracht hatte: Jungs sind wie Mädchen und der geistige Unterschied kommt erst durch die Erziehung zustande.  Und als Mama kann ich locker den Vater ersetzen. Schließlich kann ich auch mit dem Bohrhammer umgehen, habe eine technische Ausbildung, kann Programmieren und Computer auseinander und zusammenschrauben. 

Quatsch!

Counterstrike ist der Beweis! (Einer unter tausenden anderen Beweisen). Weil ich eine Frau bin, bleibt mir die Welt von Counterstrike verschlossen! Ich bin einfach im Wesen zu andersartig! Ich bin weiblich!

Und ich sage Ihnen: hätte ich gewusst, dass Männer und Frauen im Wesen verschiedenartig sind und dass Jungen zwar Mütter, aber unbedingt auch einen Vater brauchen, dann hätte ich andere Entscheidungen im Leben getroffen! Anstatt meinem  Sohn jahrelang als Alleinerziehende einen Vater vorzuenthalten, einen absolut verlässlichen Mann in seinem Leben, hätte ich, als mein Sohn noch klein war, mit höchster Priorität einen Ehemann gesucht und eine richtige Familie  gegründet!

Männliche Bekannte / gute männliche Freunde sind keine Alternative zu Vätern! Ich habe die Erfahrung gemacht: wenn es schwierig wird, ziehen solche „Freunde“ sich zurück! Sie sind eine Riesenenttäuschung für einen Jungen, der keinen Vater hat, und der sich daher an einem „Freund der Familie“ orientiert. Der Freund der Familie lernt eine tolle Frau kennen, verliebt sich, und interessiert sich nur noch am Rande für den Jungen ohne Vater. Oder der akademische Freund der Familie, der gerade an seiner Doktorarbeit schreibt, ist mehr und mehr befremdet, wenn der Junge ohne Vater in die Hauptschule statt ins  Gymnasium geht und sich mehr für Ballerspiele anstatt für Mozarts Zauberflöte interessiert. Nur ein Vater (oder Adoptivvater) ist auf Gedeih und Verderb an den Jungen angebunden und nur bei ihm besteht eine Chance (keine Garantie), dass er den Jungen nicht enttäuscht – auch dann nicht, wenn es schwierig wird.

In rasender Geschwindigkeit durch die Lüfte

In rasender Geschwindigkeit durch die Lüfte

In einer amerikanischen Radiotalkshow habe ich letztens gehört, dass Männer genetisch mit Walen mehr gemeinsam haben, als mit Frauen. Könnte sein.

8 Antworten to “Counterstrike und das männliche Genom”

  1. SB Says:

    In einem Punkt muss ich dir wiedersprechen, inzwischen finden sich auch immer mehr Mädchen in Counter-Strike. Früher hat sich zwar auch immer mal wieder ein Mädchen (oder auch eine Frau) in solche Spiele verirrt, ich denke aber der Anteil ist in den letzten Jahren noch beträchtlich gestiegen. Vermutlich ist der Anteil trotzdem gerade in Spielen mit Phantasiewelt, märchenhaften Abenteueren, fremde Wesen und natürlich die dazu gehörende Sozialkomponente (Chatten…) höher. Daher denke ich die Motivation warum Jungs und Mädels die Spiele spielen ist immernoch eine andere.

  2. alleinerziehende Says:

    Die Motivation ist eine andere – das denke ich auch.

    Ich denke auch, dass Mädchen in der Pubertät manchmal Jungs so toll und anziehend und cool finden, dass sie sein wollen wie sie. Mir fällt manchmal auf, dass es neben dem großen Anteil der Mädchen, die sich aufreizend anziehen wie Prostituierte (leider muss ich das so sagen, denn so wirkt die Kleidung auf mich, und die Mädels wissen nicht, was sie tun, sie kapieren noch nicht, dass sie mir ihrer knappen Bekleidung ganz bestimmt ‚Knöpfe‘ bei Jungs drücken, und dass das der Grund ist, warum sie mit ihren bauchfreien Shirts etc. sie bei Jungs gut ankommen), es auch manchmal Mädchen gibt, die sich genau im Stil von Jungs kleiden. Das halte ich nicht für emanzipierte Mädchen, sondern für Mädchen, die (unbewusst) eine andere Strategie suchen um den Jungs zu gefallen: sie versuchen, wie Jungs zu wirken.

    Das könnte auch im Fall von CS der Fall sein: dass Mädchen das auch spielen, nicht weil sie es so cool finden, sondern weil es die Jungs, die sie toll finden, auch machen und weil sie sich so interessanter machen.

  3. folo Says:

    Die Jungs wollen auf dem Schulhof balgen – dürfen sie nicht, denn „Gewalt“ ist immer böse. Sie wollen auf Bäume klettern – dürfen sie nicht, viel zu gefährlich. Sie wollen sich beim Fußball blutige Knie holen – geht gar nicht, könnte Tetanus und Blutvergiftung nach sich ziehen. Sie wollen mit Erbsenpistolen aufeinander schießen – auweia, Militarismus und Weltuntergang könnten ja die Folgen sein. Statt dessen müssen sie sich gendermainstreamen und ihren evolutionsbedingt kräftigeren Muskelbau verfetten lassen. Plötzlich sitzen sie dann vor Counterstrike – und alle fragen sich warum.
    Schönes Blog hier!

  4. alleinerziehende Says:

    Hallo folo,
    Dein Blog ist ja klasse 🙂
    Weil man da nicht kommentieren darf, kurz eine Bemerkung zum Thema Gender-Mainstreaming und Schwule/Lesben (zu Deinem diesbgl. Beitrag): ich denke, da besteht deshalb ein großes Interesse und Befürworten des Gender-Mainstreaming zumindest seitens der Schwulen/Lesben-Aktivisten (Thema Homo-Ehe), weil es letztendlich um die Kinder geht – um das Recht, als „Zwei-Mama-Familie“ bzw. „Zwei-Vater-Familie“ ein (fremdes) Kind adoptieren zu können. Das wird sich rechtlich nur durchsezten lassen, wenn auch die Ideologie, für die Entwicklung von Kindern sei die Anwesenheit von beiden Geschlechtern, Vater und Mutter, unerheblich, durchsetzt. Ich glaube, deshalb auch der Kampf um die Homo-Ehe. Ansonsten wäre es doch viel einfacher und schöner, sich etwas Eigenes auszudenken – eine neue Tradition zu schaffen. Dass die Ehe umdefiniert werden soll (und der Mensch dabei gleich mit) – das hat eben Gründe, und diese heißen „Kinder“.

  5. Alrik Says:

    Grundsätzlich liegt der Reiz bei Counterstrike am Wettkampf gegen menschliche Gegner.
    Da im Regelfall maximal 8 Spieler gegen 8 Spieler antreten ist es von Vorteil wenn man mit Menschen spielt die man schon kennt.
    Das erleichtert das gemeinsame Vorgehen gegen die Gegenspieler.

    Wer Counterstrike spielt, tut dies oft mit Menschen die er persönlich kennt, etwa Schulfreunden oder Kollegen.
    Während des Spiels wird tatsächlich wenig miteinander gesprochen, vor und nach dem Spiel labert man dagegen gerne über Gott und die Welt, oder postet sich links zu lustigen Videos auf Youtube oder verabredet sich für ein Treffen „im Real Life“.

    Deswegen kann Counterstrike durchaus auch Frauen ansprechen:
    http://www.zockerweibchen.de/inhalt-page,Ueber-Zockerweibchende,2,2896.html

    Durch den Wettkampfaspekt lassen sich auch oben genannte Surfkarten erklären- sie sind auf den Wettkampfaspekt optimiert, Grafik ist dabei unwichtig.

    Das unterscheidet sie von der anderen großen Art von Egoshooter. Spiele für Einzelspieler wie z.B. FarCry 2 oder Stalker – Shadows of Tschernobly.
    Hier tritt der Spieler allein gegen Computergesteuerte Gegner an, die zwar eine Herausforderung sind, aber nicht im Sinne eines Wettkampfes.
    Sie stellen vielmehr Hindernisse da, die der Spieler überwinden muß um der Story des Spiels weiter folgen zu können.
    In Stalker (inspiriert von dem gleichnahmigen Sowjetischen Film) findet sich der Spieler in einer Welt wieder in der die physikalischen Gesetze stellenweise nicht gelten.

    In der Zone um den alten Rekator in Tschernobyl finden sich tödliche Anomalien mit erhöhter Schwerkraft, statischer Elektrizität oder plötzlichen Flammensäulen. Und zwischen diesen Anamolien Artefakte mit heilenden oder sonstigen nützlichen Fähigkeiten.
    Im Verlauf des Spiels enthält der Spieler immer mehr Hinweise auf die Gründe warum diese Anomalien entstanden sind.
    Ziel des Spiels ist nicht möglichst viele Gegner zu töten um den Highscore zu erreichen (Punkte werden auch vom Spiel gar nicht gezählt) sondern das Rätsel zu lösen.
    Ebenso triff der Spieler im Verlauf des Spiels auf Gegner die ihn daran hindern wollen – verwilderte Hunde, seltsame Wesen aus die aus Alpträumen stammen könnten, andere Stalker (Menschen, die nach Artefakten suchen) und Soldaten.
    Dabei kann sich der Spieler frei entscheiden wie er vorgeht. So kann er versuchen mit allen Fraktionen friedlich umzugehen oder von einer Fraktion Aufträge anzunehmen die in in Konflikt mit deren Gegner bringt.
    Dabei gibt es keine schwarz-weiß Zeichung von Gut und Böse, jede Gruppe hat nachvollziehbare Gründe für ihre Politik.

    Die Grafik entscheidet dabei wie glaubwürdig die dargestellte Welt ist.
    Stalker wurde für die Simulation der computergesteuerten Gegner gelobt (die verwilderten Hunde suchen z.B bei Regen Schutz unter Bäumen oder in Ruinen), Far Cry 2 setz neue Maßstäbe etwa bei der Lichtsimulation (wer aus dem prallen Sonnenlicht eine dunkle Hütte betritt sieht erstmal nicht, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hat).

    Beide Spiele haben übrigens keine Jugendfreigabe und dürfen im Handel nur an Volljährige verkauft werden. Während man mit einer eine Raubkopie von Counterstrike im Internet gegen menschlichen Mitspieler nicht spielen kann und diese damit sinnlos ist, können Egoshooter für Einzelspieler problemlos als Raubkopie bezogen und gespielt werden.
    Die Raubkopie kann aus dem Internet runtergeladen werden – auf den selben Seiten findet man auch jede Art von Porno die man sich denken kann.
    Um die Raubkopie zu nutzen benötigt man kleine Hilfsprogramme wie Keygeneratoren oder DVD Images. Die gibts auch kostenlos im Internet, meist mit Trojaner verseucht die den eigenen Rechner in eine Virenschleuder verwandelt oder munter Passwörter ausspionieren.

    Egoshooter mit Einzelspielerstory dienen den Medien meist als Aufhänger für die Berichte von den gewaltverherrlichenden Egoshootern, da sie zumeist für ein Erwachsenes Publikum gedacht sind und entsprechend drastische Szene haben.
    Die in Deutschland legal erscheinenden Egoshooter dieser Art sind dabei übrigens meist stark geschnitten.
    Bei Call of Duty I, einen Spiel von 2003 das sich an Saving Private Ryan oder Band of Brothers orientiert und damit im zweiten Weltkrieg angesiedelt ist findet man zum Beispiel kein einziges Hakenkreuz im ganzen Spiel.
    Die Wehrmacht zieht unter roten Fahnen mit einem schwarzen eisernen Kreuz im weißen Kreis in den Krieg. Damit schafft die deutsche Zensursitte etwas, um das sich rechte Wehrmachtsfans schon immer bemüht haben:
    Ein Bild der Wehrmacht zu schaffen das nichts mit den Nazis zu tun hat. 😉

  6. Weblog gegen Alleinerziehende « Sophisticus Says:

    […] den feministischen Unfug: “Dieser ganze feministische Quatsch von “Gender Mainstreaming” (Motto: gib kleinen […]

  7. Flash Says:

    „Im Wesen andersartig“ – weiblich. Herrlich!

  8. Der Sohn Says:

    @ Alrik: 🙂 Besser hätte man den Sinn von CounterStrike nicht erklären können.

    Ich spiele nun seit einigen Jahren CounterStrike, kenne viele Leute dadurch und es wurden auch „RealLife“ Freundschaften daraus. Es ist lächerlich das Median CounterStrike so schlecht darstellen. Die Grafik ist von vornherein schon schlecht und nahezu jeder Spieler stellt diese auch noch auf niedrig um die FPS(Frames Per Second(Bilder pro Sekunde)) zu erhöhen – mehr Bilder = schneller einen „Gegner“ sehen = schneller reagieren. Es geht nicht ums schießen oder sonst welche Gewalt. Nur, wie Alrik schon erwähnt hat, um den Wettkampf. Wer hat die besseren Strategien? Wer macht den ersten Fehler den ich ausnutzen kann um zu gewinnen? Wer hat die schnellere Reaktion? Wer kann besser mit der Maus umgehen?

    Man sollte CounterStrike lieber mit Sport vergleichen. Dort strebt man das gleiche an wie in CounterStrike. Klitschko boxt ja auch nicht um den nächsten der ihm blöd kommt eine mit zu geben – sondern wegen dem Wettkampf.

    Heute mittag habe ich mal wieder ein antiCounterStrike Bericht gelesen. Lächerlich was da drin steht… Mir ist ein, glaub ich, ganz guter Vergleich eingefallen: In der Küche liegen Messer, zum kochen. Für jeden „normalen“ sind das nur Messer die sie mit Kochen, Lebensmittel, Essen in Verbindung setzen. Es gibt aber natürlich auch Menschen die damit Mord in Verbindung setzen und diese dafür benutzen. Sollte man also auch Messer verbieten?

    Vor ein paar Tagen habe ich in YouTube ein Bericht über eine Studie gesehen die Medizin- und Maschinenbaustudenten per IQ-Test mit CounterStrike Spielern vergleicht die 3-6Std/tgl. spielen. CS Spieler waren wie die Maschinenbaustudenten im logischen Denken überdurchschnittlich.

    Es sind eher Spiele wie GTA(Grand Theft Auto) oder Filme wie „Scarface“ die gefährlich sind. In GTA geht es um keinen Wettkampf – es wird einfach nur gemezelt. Man spielt die Rolle eines Verbrechers oder geht einfach auf die Straße, klaut sich das nächste Auto oder erschießt mal ein Polizisten.

    In dem Film „Scarface“ geht es um einen Mann (im Film „Tony Montana“) der von Kuba nach Amerika kommt. Anfangs arbeitet er an einem HotDogstand bis er letzendlich durch Morde und Drogengeschäfte Millionär wird und wahrscheinlich das Leben lebt das sich jeder einer vorstellt.
    In schlechten Gegenden, in Großstädten, wird dieser Film verherrlicht. Alle wollen wie Tony Montana werden.

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